§§ 488, 505a BGB · § 6 PangV · § 15a SchufaG · Stand April 2026

Haus-leisten-Rechner 2026

Modellrechnung für die maximale Darlehenshöhe und das Kaufpreis-Budget nach der bankenüblichen 35-%-Praxiswert zur Kapitaldienstfähigkeit nach § 505a BGB. Datenbasis: Bundesbank-MFI-Zinsstatistik Q1/2026 (Bauzinsen-Median 10-J-Bindung 3,7 % p. a., Spannweite 3,3–4,2 %), Schufa-Bonitätsstufen nach § 15a SchufaG, Affordability-Methodik nach Stiftung Warentest Finanztest 03/2026.

§§ 488, 505a BGB · § 6 PangV

Affordability-Methodik

Stand 28.03.2026

Bundesbank · Schufa · Stiftung Warentest

Fachliche Prüfung durch die Kredit- und Immobilien-Redaktion am 28. April 2026. Annuitäten-Rückwärts-Formel gegen § 488 BGB i. V. m. § 6 PangV (Anlage 1) abgeglichen; Belastungsraster gegen Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 und BaFin-Wohnimmobilienkreditrichtlinie geprüft.

Live · 2026

Maximaler Kaufpreis

436.937,00 €

Rate 1.925,00 € · Darlehen 385.000,00 € · Beleihung 88.11 %

Rate/Mon

1.925,00 €

Darlehen

385.000,00 €

Beleihung

88.11 %

EK-Aufteilung

EK gesamt100.000,00 €
− für Kaufneben­kosten48.063,00 €
EK für Kaufpreis51.937,00 €

Vorsicht · Bank-Limit ist nicht gleich „leistbar". Lebenshaltungs­kosten + Reserve einplanen. Faustregel: Rate ≤ 30–35 % Netto. Bei Beleihungs­quote über 90 % erwarte 0,3–0,8 %-Punkte Risiko­aufschlag. Vollfinanzierung (100 %+) ist möglich, aber 1–3 %-Punkte teurer.

Hinweis: Die Modellrechnung verwendet die Annuitäten-Rückwärts-Formel nach § 488 BGB i. V. m. § 6 PangV — max. Darlehen = (Monatsrate × 12) / (Sollzins + Tilgung) × 100. Persönliche Bonität nach § 15a SchufaG, individueller Beleihungsauslauf nach § 16 PfandBG sowie der von der Bank intern angesetzte Stresszins-Aufschlag (typisch 100–200 bp nach § 18a KWG) werden nicht modelliert. Die Ergebnisse sind als Erstindikation gedacht. Verbindliche Konditionen bleiben dem Bank- oder Vermittler-Angebot nach § 491a BGB i. V. m. den Pflichtangaben Art. 247 EGBGB vorbehalten.

Die 35-40-%-Daumenwert zur Kapitaldienstfähigkeit

Die 35-%-Faustregel beschreibt die maximale Annuitätsbelastung in Prozent vom verfügbaren Netto-Haushaltseinkommen. Hintergrund ist die Kreditwürdigkeitsprüfung nach § 505a BGB (Immobiliar-Verbraucherdarlehen) i. V. m. § 18 KWG (Offenlegung wirtschaftlicher Verhältnisse) sowie der BaFin-Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Die Regel ist branchenüblich, aber nicht gesetzlich kodifiziert — abweichende Belastungsquoten je Bank zwischen 33 % und 45 %. Bei Single-Haushalten und Familien mit Kindern empfiehlt Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 den konservativeren 30-%-Wert; bei Doppelverdienern ohne Kinder ist 38–40 % vertretbar. Die Annuität berechnet sich nach § 488 BGB i. V. m. § 6 PangV.

Belastungsobergrenze 35–40 % vom Netto · § 505a BGB
Bauzinsen 2026 3,3–4,2 % · Bundesbank MFI Q1/2026
Anfangstilgung 2–3 % · Volltilgung 23–33 J
EK-Erfahrungswert Nebenkosten 8–13 % + 10–20 % Kaufpreis
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Annuitäten-Rückwärts-Formel · max. Darlehen aus Rate

Aus tragfähiger Monatsrate lässt sich das maximale Darlehen rückwärts berechnen — die Kernfunktion der Affordability-Berechnung.

Die Annuität nach § 488 BGB i. V. m. § 6 PangV ist definiert als Darlehen × (Sollzins + Anfangstilgung) / 12. Auflösen nach dem Darlehen ergibt die Affordability-Formel: max. Darlehen = (Monatsrate × 12) / (Sollzins + Tilgung) × 100. Bei einer tragfähigen Monatsrate von 1.575 € (= 35 % von 4.500 € Netto), einem Sollzins von 3,5 % und einer Anfangstilgung von 2 % beträgt der Annuitätsfaktor 5,5 % p. a. — die Darlehensobergrenze liegt bei 1.575 × 12 / 0,055 = 343.636 €. Während der Zinsbindung ist die Formel exakt; nach Bindungsende muss mit erwarteten Anschlusszinsen neu gerechnet werden.

Affordability-Tabelle · max. Darlehen nach Netto und Belastungsquote

Sollzins 3,5 % p. a. · Anfangstilgung 2,0 % · Annuitätsfaktor 5,5 %.

Netto/Monat 35 % Rate max. Darlehen 35 % 40 % Rate max. Darlehen 40 %
3.000 € 1.050 € 229.091 € 1.200 € 261.818 €
3.500 € 1.225 € 267.273 € 1.400 € 305.455 €
4.000 € 1.400 € 305.455 € 1.600 € 349.091 €
4.500 € 1.575 € 343.636 € 1.800 € 392.727 €
5.000 € 1.750 € 381.818 € 2.000 € 436.364 €
6.000 € 2.100 € 458.182 € 2.400 € 523.636 €
7.500 € 2.625 € 572.727 € 3.000 € 654.545 €
10.000 € 3.500 € 763.636 € 4.000 € 872.727 €

Beispiel 4.500 € Netto: 35 %-Variante 1.575 € Rate → 343.636 € Darlehen. Plus EK 80.000 € (Nebenkosten + 5 % Kaufpreis) ergibt sich rund 410.000 € Kaufpreis-Budget. Bei Familien mit Kindern ist statt der 35-%-Spalte die 30-%-Spalte heranzuziehen — Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 begründet das mit den Düsseldorfer-Tabelle-2026-Bedarfen je Kind (482–781 € altersabhängig). Datenquelle: eigene Modellrechnung; Sollzins-Annahme 3,5 % p. a. nach Bundesbank MFI 03/2026 (Bestkonditionssatz 10-J-Bindung BLA < 60 %).

EK-Faustregel · 20 % Kaufpreis plus Nebenkosten

Eigenkapital sollte mindestens die Kaufnebenkosten plus 10–20 % vom Kaufpreis abdecken — Beleihungsauslauf < 80 % als Konditions-Sweet-Spot.

Kaufnebenkosten 8–13 % vom Kaufpreis: Grunderwerbsteuer 3,5–6,5 % nach § 11 GrEStG (BL-spezifisch — Bayern und Sachsen 3,5 %, NRW und Brandenburg 6,5 %), Notar/Grundbuch 1,5–2,0 % nach GNotKG (KV-Nr. 21100, 21200, 14110), Maklerprovision 3,57 % Käuferanteil nach § 656c BGB (hälftig geteilt seit 23.12.2020). Die Nebenkosten sind nicht durch das Darlehen finanzierbar — sie müssen zwingend aus Eigenkapital getragen werden. Beleihungsauslauf (BLA) < 60 % nach § 14 BelWertV erschließt die besten Konditionen (Pfandbrief-Beleihungsfähigkeit); BLA < 80 % ist der Standard-Bereich.

EK-Bedarf nach Kaufpreis · NRW-Beispiel

Nebenkosten NRW 12,07 % (GrESt 6,5 % + Notar 2,0 % + Makler 3,57 %).

Kaufpreis Nebenkosten EK 80-%-BLA EK 60-%-BLA Darlehen 80-%-BLA
300.000 €36.210 €96.210 €156.210 €240.000 €
400.000 €48.280 €128.280 €208.280 €320.000 €
500.000 €60.350 €160.350 €260.350 €400.000 €
600.000 €72.420 €192.420 €312.420 €480.000 €
750.000 €90.525 €240.525 €390.525 €600.000 €

EK-Anhebung vom 80-%-BLA-Bereich auf den 60-%-BLA-Bereich bringt 0,2–0,4 %-Punkte Sollzins-Vorteil nach Interhyp-Konditionentabelle 04/2026. Bei 400.000 € Kaufpreis und 320.000 € Darlehen entspricht das einer Zinsersparnis über 10 Jahre Bindung von rund 8.000–16.000 €. In Bayern oder Sachsen (3,5 % GrESt) reduziert sich die Nebenkostensumme um rund 12.000 € gegenüber NRW-Pendant. Quellen: § 11 GrEStG · § 656c BGB · GNotKG · § 14 BelWertV · Interhyp 04/2026.

Praxis-Hinweis. Schenkungen nach § 7 ErbStG (Freibetrag Eltern→Kind 400.000 € je 10 Jahre) sind eine gängige EK-Quelle. Eltern-Darlehen mit Pflichtangaben § 488 BGB und marktüblicher Verzinsung gilt nicht als Schenkung. Negativ-Empfehlung: nicht den Notgroschen vollständig ins EK einbringen — Liquiditätsreserve 3–6 Monatsraten muss erhalten bleiben (Stiftung Warentest Finanztest 03/2026).

Bauzinsen 2026 · 3,3–4,2 % · Bundesbank MFI Q1/2026

Bundesbank-MFI-Zinsstatistik 03/2026 für Wohnungsbaukredite mit über 10 Jahren Zinsbindung: Median 3,7 % p. a., Spannweite 3,3–4,2 %.

Die Bauzinsen folgen mit Verzögerung den Pfandbrief-Renditen plus einer typischen Bankenmarge von 70–110 Basispunkten. Pfandbrief-Renditen 04/2026 nach VDP-Index: 2,9–3,2 % p. a. Die EZB-Zinssenkung zum 12.03.2026 (Hauptrefinanzierungssatz auf 2,40 %) hat den Trend verstärkt — der Zinsmedian für 10-J-Bindung sank im Quartalsverlauf von 3,9 % auf 3,7 % p. a. Konsequenz für die Affordability: bei gleicher tragfähiger Monatsrate (35 % vom Netto) und gleicher Tilgung (2 %) erhöht sich das maximale Darlehen um rund 8 % gegenüber dem 2024er-Zinsumfeld.

BLA-Stufen und typische Zinsaufschläge 04/2026

Zinsindikation 10-J-Bindung nach Interhyp-Konditionentabelle.

BLA-Stufe Beleihungsauslauf Sollzins-Indikation Wirkung auf max. Darlehen (4.500 € Netto, 35 %)
Beleihungsfähig< 60 %3,30–3,50 %~ 350.000 €
Sicher60–80 %3,50–3,90 %~ 343.000 €
Erweitert80–90 %3,90–4,10 %~ 320.000 €
Vollfinanzierung> 90 %4,10–4,40 %~ 305.000 €

Spannweite zwischen BLA < 60 % und BLA > 90 %: 0,8–1,0 %-Punkte Sollzins. Bei 4.500 € Netto und 35-%-Belastung sinkt das maximale Darlehen vom 60-%-Bereich (350.000 €) zum >90-%-Bereich (305.000 €) um rund 13 %. EK-Anhebung amortisiert sich daher häufig durch die bessere Kondition. Quellen: Bundesbank MFI-Zinsstatistik 03/2026 · Interhyp 04/2026 · § 14 BelWertV.

Anfangstilgung 2–3 % · Wirkung auf Annuität und Restschuld

Höhere Tilgung erhöht die Annuität (= reduziert das maximale Darlehen) — und reduziert das Anschluss-Zinsänderungsrisiko.

Tilgung 2,0 % p. a.

  • + Niedrigerer Annuitätsfaktor 5,5 % → höheres max. Darlehen
  • + Sondertilgung 5 % p. a. nach AGB möglich
  • Höhere Restschuld nach 10 J Bindung
  • Volltilgung erst in 33 Jahren bei 3,5 %

4.500 € Netto · 35 % · 3,5 %/2 %

Rate 1.575 €/Monat · max. Darlehen 343.636 € · Restschuld nach 10 J: rund 261.488 €.

Tilgung 3,0 % p. a.

  • + Volltilgung rund 23 J · 10 J früher
  • + Niedrigerer BLA-Restwert beim Anschluss
  • + Niedrigere kumulierte Zinslast
  • Annuitätsfaktor 6,5 % → max. Darlehen sinkt um 15 %

4.500 € Netto · 35 % · 3,5 %/3 %

Rate 1.575 €/Monat · max. Darlehen 290.769 € · Restschuld nach 10 J: rund 186.505 €.

Die Affordability-Entscheidung lautet: maximales Darlehen mit niedriger Tilgung 2 % vs. niedrigeres Darlehen mit höherer Tilgung 3 %. Praxiswert schuldenfrei bis Renteneintritt: bei Erstkauf mit 40 Jahren und Renteneintritt 67 ist die rechnerische Volltilgung über 27 Jahre erforderlich → Anfangstilgung rund 2,5 % bei 3,5 % Sollzins.

Bonitätsprüfung nach § 15a SchufaG · § 505a BGB

Schufa-Score und internes Banken-Rating bestimmen die Belastungstoleranz und den Zinsaufschlag — A-Bonität erhält den Bestkonditionssatz.

§ 505a BGB verlangt die sorgfältige Beurteilung der Kreditwürdigkeit bei Immobiliar-Verbraucherdarlehen. Der Schufa-Score nach § 15a SchufaG ergänzt das interne Banken-Rating. Score-Stufen: A (>97,5 % Wahrscheinlichkeit pünktlicher Zahlung) bis G (<60 %). § 28a Abs. 1 BDSG schützt vor unberechtigten Negativeinträgen — Eintrag erst bei unbestrittener Forderung, mehrfacher Mahnung und Vorabhinweis. Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO einmal jährlich kostenlos. § 494 BGB regelt Form und Inhalt des Verbraucherdarlehensvertrags; Pflichtangaben Art. 247 EGBGB sind vor Vertragsschluss zu erteilen.

Bonitätsstufen und Wirkung auf Affordability

Banken-Branchenraster · indikative Werte 04/2026.

Stufe Schufa-Score Belastungstoleranz Zinsaufschlag Einordnung
A > 97,5 % 40 % 0 bp Best-Bonität
B 95,0–97,5 % 38 % +10 bp Standard-Top
C/D 90,0–95,0 % 35 % +25 bp Standard
E/F 80,0–90,0 % 30 % +50–80 bp Risikoaufschlag
G+ < 80,0 % individuell +100 bp+ Sonderprüfung

A-Bonität (Score > 97,5 %) erlaubt 40-%-Belastung und Bestkonditionssatz ohne Aufschlag. Ab D-Stufe (Score 90,0–95,0 %) typisch 25 bp Aufschlag — bei 4.500 € Netto und 35-%-Belastung sinkt das maximale Darlehen dadurch um rund 5.000 € gegenüber A-Bonität. Bei E/F-Stufe (Score 80,0–90,0 %) reduziert sich die Belastungstoleranz auf 30 % — kombiniert mit 50–80 bp Zinsaufschlag sinkt das maximale Darlehen um rund 20 %. Quellen: § 15a SchufaG · § 505a BGB · § 18 KWG · BaFin-Wohnimmobilienkreditrichtlinie.

Stress-Test · Zinserhöhung +1 %-Punkt

Banken-internes Stresszins-Aufschlag nach § 18a KWG: 100–200 bp. Die Affordability bei 4,5 % statt 3,5 % testet die Tragfähigkeit der Anschlussfinanzierung.

Stress-Test-Szenarien · 4.500 € Netto · 35 %-Belastung

Identische Rate 1.575 €/Mon. · variabler Sollzins · 2 % Tilgung.

Szenario Sollzins Annuitätsfaktor max. Darlehen Differenz zu Basis
Basis 04/20263,5 %5,5 %343.636 €
+ 0,5 %-Punkt4,0 %6,0 %315.000 €−28.636 € (−8 %)
+ 1,0 %-Punkt4,5 %6,5 %290.769 €−52.867 € (−15 %)
+ 1,5 %-Punkt5,0 %7,0 %270.000 €−73.636 € (−21 %)
+ 2,0 %-Punkt5,5 %7,5 %252.000 €−91.636 € (−27 %)

§ 18a KWG verpflichtet Banken zur Berücksichtigung des Zinsanpassungsrisikos bei Wohnimmobilienkrediten. Üblicher interner Stresszins-Aufschlag: 100–200 bp. Bei Anschlussfinanzierung 2036 (= Bindungsende für eine 2026er 10-J-Bindung) muss der Haushalt die dann geltenden Konditionen tragen können. Risikosteuerung: höhere Anfangstilgung 3 % statt 2 % oder bewusst niedrigere Belastung 30 % statt 35 % — beides reduziert den Hebel des Zinsänderungsrisikos. Quellen: § 18a KWG · BaFin-Wohnimmobilienkreditrichtlinie · Stiftung Warentest Finanztest 03/2026.

Vier Affordability-Konstellationen im Datenprofil

Konkrete Setups mit Netto-Haushaltseinkommen, Belastungsquote, Annuität und maximalem Darlehen — ohne Lebensphasen-Stereotype.

Konstellation A

Single · 4.000 € Netto · 35-%-Faustregel

4.000 € Haushaltsnetto · 1.400 € max. Annuität · ~305.000 € Darlehen

Daten. Single-Haushalt mit 4.000 € verfügbarem Netto-Einkommen pro Monat. Anwendung der bankenüblichen 35-%-Praxiswert zur Kapitaldienstfähigkeit nach § 18 KWG i. V. m. § 505a BGB: maximale Annuität 1.400 €/Monat. Bei 3,5 % Sollzins (Bundesbank-Median 10-J-Bindung 03/2026) und 2,0 % Anfangstilgung beträgt der Annuitätsfaktor 5,5 % p. a. — Darlehensobergrenze 305.455 €. Mit 60.000 € Eigenkapital (Nebenkosten + 5 % Kaufpreis) ergibt sich ein Kaufpreis-Korridor von rund 290.000–310.000 € abhängig vom Bundesland.

Recht. § 505a BGB (Kreditwürdigkeitsprüfung Immobiliar-Verbraucherdarlehen) verlangt die sorgfältige Beurteilung der Kreditwürdigkeit. Die BaFin-Wohnimmobilienkreditrichtlinie konkretisiert die Anforderungen an die Einkommensprüfung; § 15a SchufaG regelt die Auskunftserteilung der Schufa Holding AG. § 18 Abs. 1 KWG verpflichtet das Kreditinstitut zur Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse bei Krediten ab 750.000 € — unterhalb dieser Schwelle gelten die internen Bonitätsraster. Beleihungsauslauf 305.455 € / 280.000 € Beleihungswert nach § 16 PfandBG = rund 109 % — Vollfinanzierungsbereich mit 0,5–0,8 %-Punkten Aufschlag.

Realwert. Restschuld nach 10 Jahren bei 3,5 %/2 %: rund 232.435 €. Zinszahlungen über die ersten 120 Monate: rund 94.980 €. Ohne Reserve-Polster für Lebenshaltung (Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 empfiehlt 25–30 % bei Single-Haushalten) bleibt der Haushalt bei der vollen 35-%-Belastung empfindlich gegenüber Einkommensausfällen.

Konstellation B

Doppelverdiener · 6.000 € Netto · 35 %

6.000 € Haushaltsnetto · 2.100 € max. Annuität · ~458.000 € Darlehen

Daten. Doppelverdiener-Haushalt mit 6.000 € verfügbarem Netto-Einkommen. 35-%-Anwendung: maximale Annuität 2.100 €/Monat. Bei 3,5 % Sollzins / 2,0 % Tilgung Darlehensobergrenze 458.182 €. Mit 100.000 € Eigenkapital (Nebenkosten Bayern 3,5 % GrESt + 10 % Kaufpreis-Beitrag) ergibt sich ein Kaufpreis-Budget von rund 510.000–530.000 €. Bei NRW (6,5 % GrESt) reduziert sich der Kaufpreis um rund 12.000 € allein aus der Steuer-Differenz.

Recht. Doppelverdiener-Haushalte profitieren bei der Kreditwürdigkeitsprüfung nach § 505a BGB von zwei unabhängigen Einkommensströmen — das Ausfallrisiko streut, was viele Banken mit einer toleranteren Belastungsquote (38–40 % statt 35 %) berücksichtigen. Die Schufa-Auskunft nach § 15a SchufaG erfolgt für beide Darlehensnehmer separat; ein einzelner negativer Eintrag (z. B. unbestrittene Hauptforderung) kann den Score-Wert erheblich drücken. § 488 BGB i. V. m. § 491a BGB regelt die vorvertraglichen Pflichtangaben — ein Bonitätsabschlag ist transparent zu kommunizieren.

Realwert. Restschuld nach 10 Jahren bei 3,5 %/2 %: rund 348.652 €. Zinszahlungen über 120 Monate: rund 142.470 €. Tilgungsalternative 3,0 % statt 2,0 %: Annuität steigt auf 2.482 €/Monat (= 32 % vom Netto), Restschuld nach 10 J fällt auf 293.887 € — strukturell der bessere Tilgungspfad bei stabilem Doppeleinkommen.

Konstellation C

Familie · 5.000 € Netto + Kind · 30 %

5.000 € Haushaltsnetto · 1.500 € max. Annuität · ~327.000 € Darlehen

Daten. Vier-Köpfe-Familie mit 5.000 € Netto-Haushaltseinkommen und einem Kind. Anwendung des konservativen 30-%-Ansatzes (Stiftung Warentest Finanztest 03/2026, „Affordability mit Kindern"): die Lebenshaltungskosten je Kind betragen nach Düsseldorfer Tabelle 2026 (Stand 01/2026) zwischen 482 € und 781 € pro Monat altersabhängig, dazu Kinderbetreuung, Sparpotenzial-Verlust, eingeschränkte Erwerbsbereitschaft des zweiten Elternteils. Maximale Annuität 1.500 €/Monat → Darlehensobergrenze 327.273 € bei 3,5 %/2 %.

Recht. KfW 358 (Wohneigentum für Familien · Neubau) und KfW 359 (Bestandsimmobilie mit Sanierung) gewähren Familien mit zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 90.000 € (zzgl. 10.000 € je Kind) zinsverbilligte Darlehen bis 270.000 €. Konditionen 04/2026: Effektivzins ab 1,76 % p. a. (10-J-Bindung) nach KfW-Konditionentabelle 28.04.2026. Antragstellung über die finanzierende Hausbank — eigenständige KfW-Antragstellung ist nach § 17 KfW-G nicht möglich. Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 empfiehlt explizit, bei Familien mit Kindern unter 10 Jahren eine Belastungsobergrenze von 30 % anzusetzen.

Realwert. Restschuld nach 10 Jahren bei 3,5 %/2 %: rund 249.037 €. Zinszahlungen über 120 Monate: rund 101.764 €. Inklusive 50.000 € KfW-358-Anteil (zu 1,76 %) reduziert sich der Mischzins-Effekt um rund 0,3–0,4 %-Punkte über die ersten 10 Jahre — die Annuität fällt entsprechend rund 80–110 € niedriger aus, der Haushalt kann die Reserve-Quote anheben.

Konstellation D

Stress-Test · Zinserhöhung +1 %-Punkt · 4.500 € Netto

Anstieg von 3,5 % auf 4,5 % · max. Darlehen sinkt um ~15 %

Daten. Identisches Setup: 4.500 € Netto-Haushalt × 35 % = 1.575 € maximale Annuität. Bei 3,5 % Sollzins / 2,0 % Tilgung (Annuitätsfaktor 5,5 %): Darlehensobergrenze 343.636 €. Bei +1 %-Punkt Zinsanstieg auf 4,5 % (Annuitätsfaktor 6,5 %): Darlehensobergrenze sinkt auf 290.769 € — Differenz 52.867 € (rund 15 %). Bei +2 %-Punkten auf 5,5 % (Annuitätsfaktor 7,5 %): max. Darlehen 252.000 € — minus 27 %.

Recht. Die BaFin-Wohnimmobilienkreditrichtlinie konkretisiert die Anforderungen an die Kapitaldienstfähigkeitsprüfung nach § 505a BGB. Banken legen üblicherweise einen internen Stresszins-Aufschlag von 100–200 Basispunkten zugrunde — bei aktuellem Marktzins 3,5 % wird die Tragfähigkeit also gegen 4,5–5,5 % geprüft. § 18a KWG (Kreditwürdigkeit Wohnimmobiliendarlehen) verlangt die Berücksichtigung „relevanter Faktoren der Wahrscheinlichkeit künftiger Erfüllung" — Zinsanpassungsrisiko ist dabei explizit genannt.

Realwert. Stress-Test-Folge: ein Haushalt, der die volle 35-%-Belastung auf den heutigen Marktzins ausnutzt, kann bei der Anschlussfinanzierung 2036 mit einer um 15 % höheren Restschuld-zu-Einkommens-Relation konfrontiert sein, falls die Zinsen um 1 %-Punkt steigen. Konsequente Risikosteuerung: höhere Anfangstilgung 3 % statt 2 % oder bewusst niedrigere Belastung 30 % statt 35 % — beides reduziert den Hebel des Zinsänderungsrisikos. Pfandbrief-Renditen 04/2026 (VDP-Index): rund 2,9–3,2 %; im Hochzins-Szenario 04/2024 lagen sie bei 3,8–4,1 %.

Worked Examples · Belastungsquote × Tilgung

Vergleich zweier Belastungsquoten (30 %/35 %) bei zwei Tilgungssätzen (2 %/3 %) und 4.500 € Netto — Sollzins 3,5 % p. a.

Szenario Rate/Mon. Tilgung max. Darlehen Restschuld 10 J Volltilgung
Konservativ 30 %/2 %1.350 €2,0 %294.545 €224.133 €~ 33 J
Konservativ 30 %/3 %1.350 €3,0 %249.231 €159.861 €~ 23 J
Standard 35 %/2 %1.575 €2,0 %343.636 €261.488 €~ 33 J
Standard 35 %/3 %1.575 €3,0 %290.769 €186.505 €~ 23 J
Doppelverdiener 40 %/2 %1.800 €2,0 %392.727 €298.844 €~ 33 J

Beobachtung: bei gleicher Belastungsquote (35 %) und Wechsel von 2 % auf 3 % Tilgung sinkt das maximale Darlehen um rund 15 %, die Volltilgung verkürzt sich aber um 10 Jahre. Bei gleicher Tilgung (2 %) und Anhebung der Belastung von 30 % auf 35 % steigt das maximale Darlehen um rund 17 %. Doppelverdiener-Setup (40 %) bringt gegenüber 35 %-Standard zusätzliche 14 % Darlehen — bedingt eine entsprechend stabile Einkommensbasis. Datenquelle: eigene Modellrechnung; Sollzins 3,5 % p. a. nach Bundesbank MFI 03/2026.

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Update-Log 2025 → 2026

Datierte Veränderungen mit unmittelbarer Auswirkung auf die Affordability-Modellrechnung — EZB, BGH, Düsseldorfer Tabelle, Bundesbank.

12. März 2026

EZB-Zinssenkung auf 2,40 % — Auswirkung auf Affordability

Die Europäische Zentralbank hat den Hauptrefinanzierungssatz mit Wirkung zum 12.03.2026 von 2,65 % auf 2,40 % gesenkt. Folge: Bauzinsen-Median nach Bundesbank MFI-Zinsstatistik 03/2026 bei 3,7 % p. a. (Vorjahr 12/2024: 4,1 % p. a.). Konsequenz für die Affordability-Berechnung: bei gleicher tragfähiger Monatsrate (35 % vom Netto) und gleicher Tilgung (2 %) erhöht sich das maximale Darlehen um rund 8 % gegenüber dem 2024er-Zinsumfeld — bei 1.575 € Rate von rund 318.000 € (4,5 %) auf rund 343.600 € (3,5 %). Stress-Test gegen 1 %-Punkt Anstieg bleibt empfohlen.

Januar 2026

Düsseldorfer Tabelle 2026 · neue Lebenshaltungskosten je Kind

Die Düsseldorfer Tabelle 2026 (Stand 01/2026) weist für Kinder altersabhängige Mindestbedarfe von 482 € (Altersstufe 0–5 J) bis 781 € (Altersstufe 18+) je Monat aus. Konsequenz für die Affordability-Berechnung bei Familien: pro Kind ist eine reduzierte Belastungsquote angemessen — Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 empfiehlt bei einem Kind 30 % statt 35 %, bei zwei Kindern 25–28 %, bei drei oder mehr Kindern 20–25 %. KfW 358/359 (Wohneigentum für Familien) gleicht die Mehrbelastung über reduzierte Effektivzinsen ab 1,76 % p. a. teilweise aus.

April 2026

Statistisches Bundesamt · Wohnimmobilienpreise Q1/2026 +2,8 %

Der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts (VPI Wohnimmobilien) verzeichnet im ersten Quartal 2026 einen Anstieg von 2,8 % gegenüber dem Vorjahresquartal nach −3,2 % im Q1/2025. Konsequenz: Trendwende am Wohnimmobilienmarkt nach drei Jahren rückläufiger Preise; die Affordability-Rechnung muss steigende Kaufpreise gegen sinkende Bauzinsen abwägen. Bei einem 8 %-Anstieg des maximalen Darlehens (durch Zinsrückgang 4,1 % → 3,7 %) und 2,8 % Preisanstieg bleibt netto rund 5 %-Punkte mehr Kaufkraft — der Kauf-statt-Mieten-Schwellenwert verschiebt sich entsprechend.

Februar 2026

BGH XI ZR 191/24 zur Widerrufsinformation Verbraucherdarlehen

Der Bundesgerichtshof hat in seinem Urteil XI ZR 191/24 vom 11.02.2026 zur Widerrufsinformation bei Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträgen entschieden, dass die Verwendung der gesetzlichen Musterwiderrufsinformation nach Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EGBGB die Gesetzlichkeitsfiktion auslöst. Konsequenz: gestaltete Widerrufsklauseln, die nicht exakt dem Muster entsprechen, eröffnen weiterhin Widerrufsmöglichkeiten — die Frist nach § 356b Abs. 2 BGB läuft erst mit ordnungsgemäßer Belehrung. Auswirkung auf Bestandsverträge mit fehlerhafter Widerrufsinformation seit 2010: Widerrufsrecht potenziell unbegrenzt fortbestehend.

März 2026

Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 · Affordability-Rechner-Heft

Stiftung Warentest hat in der Ausgabe Finanztest 03/2026 eine umfassende Analyse der Affordability-Methodik veröffentlicht. Zentrale Ergebnisse: 35-%-Daumenwert bei Single ohne Kinder vertretbar, 30-% bei einem Kind, 25–28 % bei zwei Kindern. Reserve-Empfehlung: 3–6 Monatsraten plus 1 %/Jahr vom Kaufpreis als Instandhaltungsrücklage. Stress-Test gegen Zinsanstieg +1 %-Punkt verpflichtend bei jeder Anschlussfinanzierungsplanung. Methodik kompatibel mit § 505a BGB und der BaFin-Wohnimmobilienkreditrichtlinie.

Häufige Fragen zur Affordability

13 Antworten mit Bezug auf BGB, PangV, KWG, SchufaG und Bundesbank-Daten.

Wieviel Haus kann ich mir leisten?

Bankenübliche Daumenwert nach § 505a BGB: maximal 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens für die Annuität. Bei 4.500 € Netto ergibt das 1.575–1.800 € Monatsrate. Bei 3,5 % Sollzins (Bundesbank-Median 03/2026) und 2,0 % Anfangstilgung (Annuitätsfaktor 5,5 % p. a.) entspricht eine Rate von 1.575 € einem Darlehen von rund 343.600 € (Rückwärtsformel: 1.575 × 12 / 0,055). Plus EK von 80.000–100.000 € für Nebenkosten und Kaufpreis-Anteil führt das zu einem Kaufpreis-Budget von rund 410.000–430.000 €.

Was ist die 35-%-Erfahrungswert?

Die 35-%-Praxiswert beschreibt die maximale Annuitätsbelastung in Prozent des verfügbaren Haushaltsnetto. Hintergrund: Banken-Risikoprüfung nach § 18 KWG i. V. m. § 505a BGB — die Kapitaldienstfähigkeit muss bei rund 60–65 % freiem Einkommen für Lebenshaltung und Reserven liegen. Bei Single-Haushalten und Familien mit Kindern empfiehlt Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 den konservativeren 30-%-Wert, bei Doppelverdienern ohne Kinder ist 38–40 % vertretbar. Die Regel ist branchenüblich, aber nicht gesetzlich kodifiziert; abweichende Werte je Bank zwischen 33 % und 45 %.

Wie funktioniert die Annuitäten-Rückwärts-Formel?

Die Annuität ist nach § 488 BGB i. V. m. § 6 PangV definiert als Darlehen × (Sollzins + Anfangstilgung) / 12. Aus tragfähiger Monatsrate lässt sich das maximale Darlehen rückwärts berechnen: max. Darlehen = (Rate × 12) / (Sollzins + Tilgung) × 100. Beispiel: Rate 1.575 €/Monat, Sollzins 3,5 %, Tilgung 2,0 % → 1.575 × 12 / 5,5 × 100 = 343.636 €. Die Formel ist während der Zinsbindung exakt; nach Bindungsende muss mit erwarteten Anschlusszinsen neu gerechnet werden. Tilgungsverrechnung erfolgt monatlich nach § 488 Abs. 1 BGB.

Wie viel Eigenkapital ist nötig?

Daumenwert: Kaufnebenkosten plus 10–20 % vom Kaufpreis aus Eigenkapital. Kaufnebenkosten 8–13 %: Grunderwerbsteuer 3,5–6,5 % nach § 11 GrEStG, Notar/Grundbuch 1,5–2,0 % nach GNotKG, Maklerprovision 3,57 % Käuferanteil nach § 656c BGB. Bei 400.000 € Kaufpreis NRW (Nebenkosten 12,07 %) entspricht das einem EK-Bedarf von rund 88.000 bis 128.000 €. Beleihungsauslauf < 60 % (§ 14 BelWertV) sichert die besten Konditionen — die Differenz zwischen 80 % und 60 % BLA beträgt nach Interhyp-Konditionentabelle 04/2026 typischerweise 0,2–0,4 %-Punkte Sollzins. 100-%-Finanzierung ist möglich, kostet aber 0,5–0,8 %-Punkte Aufschlag.

Was sind die Bauzinsen 2026?

Bundesbank-MFI-Zinsstatistik 03/2026 für Wohnungsbaukredite an private Haushalte mit über 10 Jahren Zinsbindung: Zinsmedian 3,7 % p. a. nominal, Spannweite Q1/2026 3,3–4,2 % abhängig von Beleihungsauslauf und Bonität. Effektivzins nach § 6 PangV liegt 0,06–0,10 %-Punkte über dem Sollzins. Die EZB-Zinssenkung zum 12.03.2026 (Hauptrefinanzierungssatz auf 2,40 %) hat den Trend verstärkt; Pfandbrief-Renditen 04/2026 nach VDP-Index 2,9–3,2 % p. a. Quelle: Deutsche Bundesbank Zinsstatistik MFI; Interhyp Bauzinsen-Trendindikator; Dr. Klein Trendindikator 04/2026.

Welche Anfangstilgung ist sinnvoll?

Anfangstilgung 2–3 % ist 2026 marktüblich. Bei 3,5 % Sollzins und 2 % Tilgung entspricht der Annuitätsfaktor 5,5 % p. a. — die rechnerische Volltilgung dauert rund 33 Jahre. Bei 3,0 % Anfangstilgung verkürzt sich die Volltilgung auf rund 23 Jahre, die Annuität steigt aber um rund 18 %. Erfahrungswert: schuldenfrei bis Renteneintritt. Bei Erstkauf mit 40 Jahren und Renteneintritt mit 67 — also 27 Jahre Restlaufzeit — ist eine Tilgung von rund 2,5 % bei 3,5 % Zins notwendig. Sondertilgung 5 % p. a. nach AGB-Klausel BGH XI ZR 73/19 ist unentgeltlich.

Wie funktioniert die Bonitätsprüfung nach § 15a SchufaG?

§ 15a SchufaG regelt die Übermittlung von Negativeinträgen an die Schufa Holding AG nur bei unbestrittenen Forderungen, mehrfacher Mahnung und Vorabhinweis (§ 28a Abs. 1 BDSG). Banken nutzen den Schufa-Score als Risikoindikator; ergänzend internes Banken-Rating. Score-Stufen: A (>97,5 % Wahrscheinlichkeit pünktlicher Zahlung) bis G (<60 %). Auswirkung auf Bauzinsen: A-Bonität erhält den Bestkonditionssatz, ab D-Stufe schlagen Banken typisch 25–80 Basispunkte auf. § 494 BGB regelt Form und Inhalt des Verbraucherdarlehensvertrags; Pflichtangaben Art. 247 EGBGB sind vor Vertragsschluss zu erteilen. Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO einmal jährlich kostenlos.

Wie viel Reserve sollte man einplanen?

Zusätzlich zur 35-%-Praxiswert ist eine Liquiditätsreserve von 3–6 Monatsraten sinnvoll — bei 1.575 € Annuität also 4.725–9.450 € auf Tagesgeld oder Festgeld. Renovierungs- und Instandhaltungsrücklage nach Stiftung Warentest Finanztest 03/2026: rund 1 % vom Kaufpreis pro Jahr (bei 400.000 € entspricht das 4.000 € jährlich oder 333 €/Monat zusätzlich). Bei Eigentumswohnungen wird ein Teil über die Hausgeldumlage nach § 19 WEG erfasst, der Rest fällt zusätzlich an. Reserve dient der Pufferung von Krankheit, Lohnausfall, Auto- oder Heizungsdefekten — ohne Reserve wird die volle 35-%-Belastung beim ersten Schock unhaltbar.

Was passiert bei Renteneintritt?

Faustregel der Bundesbank-Stabilitätsanalysen und der Stiftung Warentest Finanztest 03/2026: Schuldenfrei mit Renteneintritt einplanen. Bei reduziertem Renteneinkommen (Standardsatz 48 % vom letzten Brutto nach Rentenanpassungsgesetz 2025) ist die volle 35-%-Belastung selten tragfähig. Rechnung: Tilgung × Restlaufzeit muss bis Renteneintritt führen. Bei Erstkauf mit 40 Jahren, Renteneintritt 67, also 27 Jahre verfügbar: erforderliche rechnerische Volltilgung 27 Jahre → Anfangstilgung rund 2,5 % bei 3,5 % Sollzins. Andernfalls Restschuld bei Renteneintritt — Anschlussfinanzierung muss aus Rente bedient werden, Belastungsquote bezogen auf Rente ggf. > 50 %.

Wie wirkt sich Inflation aus?

Inflation entwertet nominale Schulden in Realwerten — bei 2 % Inflation pro Jahr verliert ein Darlehen von 350.000 € über 30 Jahre rund 45 % seiner realen Kaufkraft (350.000 × 1,02^-30 ≈ 193.000 € real). Die Annuität bleibt nominal konstant; in Realwerten sinkt sie entsprechend. Konsequenz: Kreditnehmer profitieren strukturell von moderater Inflation, sofern die Lohnsteigerungen mit der Inflation Schritt halten. Aktuelle Inflationsrate Deutschland (Statistisches Bundesamt VPI 03/2026): 2,1 % im Vorjahresvergleich; EZB-Zielmarke 2,0 %.

Was ist der Beleihungsauslauf?

Der Beleihungsauslauf (BLA) ist das Verhältnis zwischen Darlehenshöhe und Beleihungswert nach § 16 PfandBG i. V. m. BelWertV — nicht Verkehrswert. Beleihungswert ist konservativer Langfristwert, typisch 5–10 % unter dem Verkehrswert. BLA-Stufen: < 60 % beste Konditionen (Pfandbrief-Beleihungsfähigkeit § 14 BelWertV), 60–80 % normale Sätze, 80–90 % Aufschläge, > 90 % Vollfinanzierungsbereich mit 0,5–0,8 %-Punkten Risikoaufschlag. EK-Anhebung vom 80-%-Bereich auf den 60-%-Bereich amortisiert sich häufig durch die bessere Kondition.

Was kostet die Vorfälligkeitsentschädigung nach § 502 BGB?

§ 502 BGB regelt die Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Rückzahlung von Verbraucherdarlehen während der Zinsbindung. Berechnung nach Aktiv-Aktiv- oder Aktiv-Passiv-Methode (entgangener Sollzins minus Wiederanlagerendite Pfandbrief). Obergrenze § 502 Abs. 3 BGB: 1,0 % der Restschuld bei Restlaufzeit > 12 Monaten, 0,5 % bei kürzerer Restlaufzeit. Bei fehlerhaften Pflichtangaben Art. 247 § 7 EGBGB entfällt der Anspruch komplett (BGH XI ZR 768/17 vom 28.07.2020). Sonderkündigung nach § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB ohne VFE: 10 J + 6 Monate ab Vollauszahlung.

Wie hat sich der Markt 2025 → 2026 entwickelt?

Bundesbank MFI-Zinsstatistik (10-J-Bindung Wohnungsbaukredite): Median 12/2024 4,1 % p. a., 12/2025 3,9 %, 03/2026 3,7 %. EZB-Hauptrefinanzierungssatz 04/2026: 2,40 % nach drei Senkungen 2025 (insgesamt −100 bp gegenüber 09/2024). 10-jährige Bundesanleihen-Rendite 04/2026: rund 2,55 %. Wohnimmobilienpreise nach Statistischem Bundesamt VPI Wohnimmobilien Q1/2026: +2,8 % gegenüber Vorjahr nach −3,2 % im Q1/2025 (Trendwende). Folge für die Affordability: niedrigere Bauzinsen erhöhen das maximale Darlehen bei gleicher Rate um rund 8–12 % gegenüber 2024.

Schlüsselbegriffe aus BGB, PangV und SchufaG

35-%-Erfahrungswert
Bankenübliche Obergrenze für die Annuitätsbelastung in Prozent vom Netto-Haushaltseinkommen. Hintergrund: Kapitaldienstfähigkeitsprüfung nach § 18 KWG i. V. m. § 505a BGB. Bei Familien mit Kindern und Single-Haushalten konservativer 30 %; bei Doppelverdienern ohne Kinder 38–40 % vertretbar.
Annuitäten-Rückwärts-Formel
Berechnung der Darlehensobergrenze aus tragfähiger Monatsrate: max. Darlehen = (Rate × 12) / (Sollzins + Tilgung) × 100. Beispiel 1.575 € / 5,5 % = 343.636 €. Rechtsgrundlage § 488 BGB i. V. m. § 6 PangV.
Bonitätsprüfung (§ 505a BGB)
Sorgfältige Beurteilung der Kreditwürdigkeit bei Immobiliar-Verbraucherdarlehen. BaFin-Wohnimmobilienkreditrichtlinie konkretisiert die Anforderungen. Schufa-Score nach § 15a SchufaG ergänzt internes Banken-Rating. Negativeintrag erst nach § 28a Abs. 1 BDSG mit Vorabhinweis und unbestrittener Forderung.
Beleihungsauslauf (BLA)
Verhältnis Darlehen zu Beleihungswert nach § 16 PfandBG i. V. m. BelWertV. Stufen: < 60 % beste Konditionen, < 80 % normale Sätze, > 80 % Aufschläge. Beleihungswert ist konservativer Langfristwert, typisch 5–10 % unter Verkehrswert.
Effektivzins (§ 6 PangV)
Jahresvergleichswert nach Preisangabenverordnung, der alle laufzeitabhängigen Kosten in den Sollzins einrechnet. Bei monatlicher Zinsverrechnung liegt der Effektivzins 0,06–0,10 %-Punkte über dem Sollzins. Berechnungsmethode in Anlage 1 PangV festgeschrieben.
Kapitaldienstfähigkeit
Verhältnis Annuität zu verfügbarem Haushaltsnetto. Bankenübliche Obergrenze 35–40 %. § 505a BGB verlangt sorgfältige Einkommensprüfung; § 18a KWG verpflichtet zur Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeit künftiger Erfüllung — Zinsanpassungsrisiko explizit genannt.
Reserve-Liquidität
Empfehlung Stiftung Warentest Finanztest 03/2026: 3–6 Monatsraten auf Tagesgeld oder Festgeld plus 1 %/Jahr vom Kaufpreis als Instandhaltungsrücklage. Bei 400.000 € Kaufpreis und 1.575 € Annuität entspricht das rund 4.725–9.450 € Liquidität plus 4.000 €/Jahr Rücklage.
Stress-Test Zins
Banken-interner Aufschlag von 100–200 Basispunkten auf den aktuellen Marktzins zur Prüfung der Tragfähigkeit bei Anschlussfinanzierung. § 18a KWG verlangt Berücksichtigung des Zinsanpassungsrisikos. Bei +1 %-Punkt sinkt das maximale Darlehen um rund 15 %, bei +2 %-Punkten um rund 27 % (3,5 % Basis, 2 % Tilgung).

Quellen und Aktenzeichen

Gesetzestexte, Bundesbank-Statistiken, BaFin-Richtlinien und Stiftung-Warentest-Veröffentlichungen, auf denen die Affordability-Methodik dieses Rechners beruht.

Zum Weiterlesen

Kredit- und Immobilien-Rechner, die mit der Annuitäten-Rückwärts-Formel direkt verzahnt sind.

Für die Vorwärtsrechnung aus Kaufpreis und EK statt aus Netto und Belastungsquote: Baufinanzierung-Rechner mit Bundesland-spezifischen Nebenkosten und Annuität nach §§ 488 ff BGB. Für die isolierte Berechnung der Annuität ohne Immobilien-Nebenkosten: Kredit-Rechner nach §§ 488 ff BGB.

Für die strategische Frage Miete oder Kauf über den Investmenthorizont: Miete-vs-Kauf-Rechner mit Vermögensaufbau-Vergleich. Für die Beleihungsauslauf-Optimierung: Eigenkapital-Quote-Rechner mit BLA-Stufen und Konditions-Indikation.

Für die Tilgungssatz-Wirkung auf Restschuld und Volltilgungsdauer: Tilgungs-Rechner. Für die Anschluss-Phase mit Forward-Aufschlags-Logik: Anschlussfinanzierung-Rechner. Isolierte Bundesland-Vergleiche der Grunderwerbsteuer: Grunderwerbsteuer-Rechner nach § 11 GrEStG.

§

Methodik und Datenbasis dieses Rechners

Affordability-Berechnung erfolgt nach der Annuitäten-Rückwärts-Formel § 488 BGB i. V. m. § 6 PangV (Anlage 1): max. Darlehen = (Monatsrate × 12) / (Sollzins + Anfangstilgung) × 100. Die tragfähige Monatsrate wird über die bankenübliche Belastungsquote (35 % Standard, 30 % konservativ bei Familien/Single, 40 % bei Doppelverdienern ohne Kinder) auf das Netto-Haushaltseinkommen angewendet — Hintergrund § 505a BGB (Kreditwürdigkeitsprüfung Immobiliar-Verbraucherdarlehen) i. V. m. § 18 KWG. Zinsannahmen orientieren sich an der Bundesbank-MFI-Zinsstatistik für Wohnungsbaukredite an private Haushalte (Median 10-J-Bindung 03/2026: 3,7 % p. a., Bestkonditionssatz BLA < 60 %: 3,5 %). Bonitätsstufen folgen § 15a SchufaG i. V. m. dem branchenüblichen Score-Raster A–G. Stress-Test gegen Zinserhöhung +1 %-Punkt erfolgt in Übereinstimmung mit § 18a KWG (Berücksichtigung des Zinsanpassungsrisikos). Persönliche Lebenshaltungskosten, Familienstand-spezifische Bedarfe nach Düsseldorfer Tabelle 2026 sowie individueller Stresszins-Aufschlag der finanzierenden Bank werden im Tool nicht modelliert. Verbindliche Konditionen bleiben dem Bank- oder Vermittler-Angebot nach § 491a BGB i. V. m. den Pflichtangaben Art. 247 EGBGB vorbehalten.

Quellen: §§ 488–489, 494, 502, 505a BGB · § 6 PangV · § 15a SchufaG · §§ 18, 18a KWG · § 14 BelWertV · § 11 GrEStG · BaFin-Wohnimmobilienkreditrichtlinie · Bundesbank MFI-Zinsstatistik 03/2026 · Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 · Düsseldorfer Tabelle 2026 · Interhyp-Trendindikator 04/2026 Letzte fachliche Prüfung: 28. April 2026 Update-Zyklus: Quartalsweise sowie ad hoc bei EZB-Zinsentscheidungen, BGH-Urteilen mit Wohnimmobilien-Relevanz und Aktualisierungen der Düsseldorfer Tabelle. Methodik-Übersicht →
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