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Warum du als Halter auch ohne Schuld haftest
Verletzt ein Tier einen Menschen oder beschädigt es eine Sache, muss der Halter den Schaden ersetzen (§ 833 Satz 1 BGB). Ob du etwas falsch gemacht hast, spielt keine Rolle: Es reicht, dass sich die typische Gefahr des Tieres verwirklicht hat, etwa wenn der Hund auf die Straße läuft und ein Radfahrer stürzt. Entlasten kann sich nur, wer ein Haustier für Beruf, Erwerb oder Unterhalt hält und es sorgfältig beaufsichtigt hat oder wenn der Schaden auch bei aller Sorgfalt entstanden wäre (Satz 2). Für den Familienhund und das Freizeitpferd gilt das nicht.
Die Privathaftpflicht deckt kleine Haustiere wie Katzen, Hunde und Pferde schließen die Musterbedingungen aus. Deshalb gibt es für sie eine eigene Tierhalterhaftpflicht.
Hundehaftpflicht: wann sie Pflicht ist
Eine bundesweite Pflicht gibt es nicht, die Länder regeln das in ihren Hundegesetzen. In Hamburg muss jeder Hund versichert sein, mit mindestens 1.000.000 € und höchstens 500 € Selbstbeteiligung. In Niedersachsen gilt die Pflicht für jeden Hund, der älter als sechs Monate ist, mit mindestens 500.000 € für Personen- und 250.000 € für Sachschäden (§ 5 NHundG). In Berlin muss ebenfalls jeder Hund versichert sein, mit mindestens 1.000.000 € je Versicherungsfall und höchstens 500 € Selbstbeteiligung im Versicherungsjahr (§ 14 Hundegesetz Berlin). Auch Sachsen-Anhalt (§ 2 Abs. 3 HundeG LSA) und Thüringen (§ 2 Abs. 5 ThürTierGefG) schreiben die Versicherung für jeden Hund vor, Schleswig-Holstein als Soll-Vorschrift (§ 6 Hundegesetz). Die übrigen Länder verlangen sie, wenn überhaupt, nur für bestimmte Hunde, etwa als gefährlich eingestufte. Für Pferde gibt es keine gesetzliche Pflicht.
| Land | Pflicht für | Vorschrift |
|---|---|---|
| Berlin | jeder Hund, ab Beginn der Haltung | § 14 Hundegesetz Berlin |
| Hamburg | jeder Hund | Hundegesetz Hamburg |
| Niedersachsen | jeder Hund über sechs Monate | § 5 NHundG |
| Sachsen-Anhalt | jeder Hund | § 2 Abs. 3 HundeG LSA |
| Thüringen | jeder Hund | § 2 Abs. 5 ThürTierGefG |
| Schleswig-Holstein | Soll-Vorschrift für jeden Hund | § 6 Hundegesetz |
Länder mit einer Versicherungspflicht für jeden Hund. In den anderen Ländern gilt sie, wenn überhaupt, nur für bestimmte Hunde. Geprüft Ende September 2026.
Die gesetzlichen Mindestsummen sind niedrig. Verursacht dein Hund einen Unfall, bei dem jemand schwer verletzt wird, können Behandlung, Verdienstausfall und Renten die Summe übersteigen. Dann haftest du mit deinem Vermögen für den Rest. Frag beim Vergleich, was eine höhere Summe mehr kostet.
Was die Versicherung zahlt und was nicht
Die Versicherung prüft, ob die Forderung berechtigt ist, zahlt berechtigte Ansprüche und wehrt unberechtigte ab, auch vor Gericht. Sie zahlt höchstens die Versicherungssumme je Schadenfall. Eine Selbstbeteiligung zieht sie selbst dann ab, wenn der Schaden die Summe übersteigt (AVB Private HundehalterHV, A1-5.4). Die Kosten für Anwälte und Gericht rechnet sie nicht auf die Summe an (A1-5.5). Übersteigen die berechtigten Ansprüche die Summe, trägt sie die Prozesskosten aber nur anteilig, im Verhältnis der Summe zu den Ansprüchen (A1-5.6).
- Berechtigte Forderung
- 1.500.000 €
- Selbstbeteiligung
- − 250 €
- Versicherung zahlt höchstens die Summe von 1 Mio. €
- 1.000.000 €
- Bleibt bei dir
- 500.000 €
Beispielwerte. Den Rest schuldet der Halter dem Geschädigten persönlich.
Mitversichert ist nach den Musterbedingungen, wer deinen Hund privat hütet, also nicht gewerbsmäßig (A1-2.1). Nicht versichert sind unter anderem Ansprüche von Angehörigen, die mit dir zusammenleben, vorsätzliche Schäden und Schäden an geliehenen Sachen. Schäden an gemieteten Wohnräumen sind nach den Musterbedingungen mitversichert, bis zu einer eigenen Summe im Vertrag, nicht aber Abnutzung, Verschleiß und übermäßige Beanspruchung (A1-6.3). Ob dein Versicherer zerkratzte Türen oder Böden bezahlt, klärst du am besten vor dem Abschluss.
Beitrag und Versicherungsteuer
Im Beitrag stecken 19 % Versicherungsteuer auf das Versicherungsentgelt (§ 6 Abs. 1 VersStG). In einem Jahresbeitrag von 80 € sind das 12,77 €, der Versicherer bekommt 67,23 €. Der Beitrag hängt vom Tier ab, beim Hund je nach Tarif auch von der Rasse, dazu von Summe und Selbstbeteiligung. Vergleiche Tarife mit gleicher Summe und gleichen Bausteinen, etwa Mietsachschäden und Auslandsschutz.
Häufige Fragen
Ist die Hundehaftpflicht in meinem Bundesland Pflicht?
Brauche ich für meine Katze eine Tierhalterhaftpflicht?
Wer haftet, wenn jemand anderes meinen Hund ausführt?
Zahlt die Versicherung, wenn mein Hund jemanden aus meiner Familie verletzt?
Gilt der Schutz im Urlaub im Ausland?
Welche Schäden sind nicht versichert?
Kann ich den Beitrag von der Steuer absetzen?
Brauche ich für ein Pony oder ein Pferd mit Reitbeteiligung einen besonderen Schutz?
Quellen
- § 833 BGB: Haftung des Tierhalters gesetze-im-internet.de
- § 834 BGB: Haftung des Tieraufsehers gesetze-im-internet.de
- GDV: AVB Private Hundehalterhaftpflicht (Stand Mai 2020): Musterbedingungen: Hüter, Leistung, Ausschlüsse gdv.de
- Hamburg: Infoblatt Hunde in Hamburg: Haftpflicht für jeden Hund, Stand 01/2026 hamburg.de
- § 5 NHundG: Haftpflichtpflicht in Niedersachsen ml.niedersachsen.de
- Hunderegister Berlin: Häufige Fragen: Haftpflicht für jeden Hund nach § 14 Hundegesetz Berlin hunderegister.berlin.de
- Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt: Haftpflichtversicherung: Pflicht für jeden Hund spätestens drei Monate nach der Geburt lvwa.sachsen-anhalt.de
- Thüringen: GVBl. 2018 Nr. 1, Änderung des ThürTierGefG: § 2 Abs. 5: Haftpflicht für jeden Hund parldok.thueringer-landtag.de
- Stadt Bad Oldesloe: Hundehaltung: Schleswig-Holstein: Soll-Vorschrift nach § 6 Hundegesetz badoldesloe.de
- § 6 VersStG: Versicherungsteuer 19 % gesetze-im-internet.de