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Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-Rechner

Als Eigentümer haftest du, wenn jemand auf deinem Grundstück zu Schaden kommt. Ob dafür deine Privathaftpflicht reicht oder du eine eigene Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht brauchst, hängt davon ab, ob du selbst darin wohnst. Der Rechner sagt es dir, zeigt, was extra zu versichern ist, und rechnet aus, welchen Teil des Beitrags deine Mieter tragen.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Brauchst du eine eigene Police?

Ja

Für vermieteten oder unbebauten Grundbesitz brauchst du eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Einen Schaden von 250.000 € deckt eine Versicherungssumme von 10 Mio. € ganz.

Versicherung
250.000 €
Selbst
0 €
Vermietet
100 %

Was du brauchst

  • Grundbesitz: eigene Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Manche Privathaftpflicht-Tarife schließen Vermietung ein, prüf deinen Vertrag.

Winterdienst: Du kannst Räumen und Streuen per Mietvertrag oder Hausordnung auf die Mieter übertragen. Kontrollieren musst du trotzdem, ob sie es tun.

Auf dieser Seite
  1. Wer sie braucht
  2. Wofür du haftest
  3. Öltank, Bau, Photovoltaik
  4. Summe und Umlage
  5. Eigentumswohnung
  6. Oder Wohngebäude?
  7. Häufige Fragen
  8. Quellen

Wer braucht eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht?

Die kurze Antwort: alle, die ein Haus oder eine Wohnung vermieten oder ein unbebautes Grundstück besitzen. Wer selbst im eigenen Einfamilienhaus oder in der eigenen Wohnung wohnt, ist in der Regel über die Privathaftpflicht geschützt. So steht es in den Musterbedingungen des Versicherungsverbands, und so sieht es auch die Verbraucherzentrale.

Dein FallPrivathaftpflicht deckt esEigene Police nötigGrundlage
Einfamilienhaus, selbst bewohntjaneinAVB PHV A1-6.3.1 b
Eigentumswohnung, selbst bewohntja, dein Sondereigentumnein, das Gemeinschaftseigentum versichert die GemeinschaftA1-6.3.1 a, § 19 WEG
Einzelne Zimmer im eigenen Haus vermietetbis zur Zahl im Vertragerst darüberA1-6.3.2 b
Ferienhaus in Deutschland, nur selbst genutztjaneinA1-6.3.1 c
Ferienhaus im Auslandnach dem Muster neinja, oder Tarif mit EinschlussA1-6.3.1 c
Zweifamilienhaus mit vermieteter Wohnungnach dem Muster neinja, oder Tarif mit EinschlussA1-6.3.1, A1-6.3.2 b
Vermietete Wohnung oder vermietetes HausneinjaVerbraucherzentrale
MehrfamilienhausneinjaVerbraucherzentrale
Unbebautes GrundstückneinjaVerbraucherzentrale

AVB PHV: GDV-Musterbedingungen für die Privathaftpflicht, Stand 2020. Das Muster deckt Wohnungen, Einfamilien- und Ferienhäuser nur im Inland und nur, wenn du sie ausschließlich selbst zum Wohnen nutzt. Versicherer dürfen mehr einschließen, die Zahl der vermietbaren Zimmer und die Bausumme lässt das Muster offen.

Verkehrssicherungspflicht: wofür du als Eigentümer haftest

Wer ein Grundstück besitzt, muss dafür sorgen, dass andere dort nicht zu Schaden kommen. Die Musterbedingungen nennen typische Pflichten: bauliche Instandhaltung, Beleuchtung, Reinigung, Streuen und Schneeräumen auf Gehwegen. Verletzt du sie schuldhaft, musst du den Schaden ersetzen (§ 823 BGB), bei Verletzten auch Behandlung, Verdienstausfall und Schmerzensgeld (§ 253 Abs. 2 BGB). Bäume solltest du regelmäßig ansehen lassen, ein morscher Ast über dem Gehweg ist ein typischer Fall.

Stürzt ein Gebäude ein oder lösen sich Teile davon, etwa Dachziegel oder Fassadenplatten, wird es für dich enger: Dann musst du beweisen, dass du die nötige Sorgfalt beachtet hast (§ 836 Abs. 1 BGB). Nach einem Verkauf haftest du dafür noch ein Jahr (§ 836 Abs. 2 BGB).

Rechenbeispiel Personenschaden über der Versicherungssumme
Forderung des Verletzten
1.500.000 €
Versicherungssumme im Vertrag
1.000.000 €
Die Versicherung zahlt
−1.000.000 €
Du zahlst selbst
500.000 €

Was über der Versicherungssumme liegt, schuldest du dem Geschädigten persönlich, ohne Obergrenze.

Den Winterdienst kannst du per Mietvertrag oder Hausordnung auf die Mieter übertragen. Die Verbraucherzentrale weist aber darauf hin, dass du damit nicht aus der Pflicht bist: Du musst kontrollieren, ob geräumt wird.

Öltank, Bauarbeiten, Photovoltaik: was extra versichert werden muss

Gelangt Heizöl aus deinem Tank ins Grundwasser oder ein anderes Gewässer und verschlechtert das Wasser, haftest du als Betreiber auch ohne Verschulden, außer bei höherer Gewalt (§ 89 Abs. 2 WHG). Die Privathaftpflicht schließt Gewässerschäden aus Anlagen nur für kleine Behälter ein. Die Verbraucherzentrale erwartet als Mindeststandard 50 Liter je Gebinde und 250 Liter zusammen. Ein Heizöltank liegt fast immer darüber, dafür brauchst du eine Gewässerschadenhaftpflicht oder eine Erweiterung deines Vertrags.

Baust du, baust du um oder reißt du ab, haftest du als Bauherr, etwa wenn die Baustelle nicht gesichert ist. Die Privathaftpflicht deckt das nur bis zu einer Bausumme, die in deinem Vertrag steht (A1-6.3.2 c). Liegt dein Vorhaben darüber, brauchst du eine Bauherrenhaftpflicht. Für eine Photovoltaikanlage reicht laut Verbraucherzentrale je nach Anlage eine Erweiterung der bestehenden Haftpflicht.

Versicherungssumme, Beitrag und Umlage auf die Mieter

Einen Beitrag schätzt diese Seite bewusst nicht, er hängt von Objekt, Lage, Versicherer und Umfang ab. Hol dir Angebote und trag den Beitrag oben ein. Achte vor allem auf die Versicherungssumme: Für die Privathaftpflicht rät die Verbraucherzentrale zu mindestens 10 Millionen Euro, besser 50 oder 100 Millionen. Bei Haus und Grundstück geht es um dieselben Schäden. Im Beitrag stecken 19 % Versicherungsteuer (§ 6 Abs. 1 VersStG).

Rechenbeispiel Zweifamilienhaus, eine Wohnung vermietet, 150 € Beitrag
Jahresbeitrag laut Rechnung
150,00 €
darin Versicherungsteuer 19 %
23,95 €
Anteil der Mieter, 50 % der Wohnfläche
−75,00 €
Dein Anteil
75,00 €

Die Mieter zahlen 6,25 € im Monat über die Betriebskosten.

Umlegen darfst du den Beitrag, wenn der Mietvertrag vorsieht, dass die Mieter Betriebskosten tragen (§ 556 Abs. 1 BGB). Die Haftpflicht für Gebäude, Öltank und Aufzug zählt ausdrücklich dazu (§ 2 Nr. 13 BetrKV). Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB), den Anteil für deine eigene Wohnung trägst du selbst. Als Vermieter setzt du den Teil des Beitrags, der auf die vermietete Fläche entfällt, bei den Mieteinnahmen als Werbungskosten an, die umgelegten Beträge zählen dort als Einnahmen. Den Anteil für deine eigene Wohnung kannst du nicht absetzen.

Eigentumswohnung: was die Gemeinschaft versichert

Treppenhaus, Dach, Hof und die Wege auf dem Grundstück gehören in der Regel zum Gemeinschaftseigentum. Dafür schließt die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ab, das gehört zur ordnungsmäßigen Verwaltung (§ 19 Abs. 2 Nr. 3 WEG). Du zahlst sie über das Hausgeld mit.

Deine eigene Wohnung, das Sondereigentum, deckt die Privathaftpflicht, solange du selbst darin wohnst. Beschädigst du Gemeinschaftseigentum, zahlt sie auch die Ansprüche der Gemeinschaft, nur nicht für deinen eigenen Miteigentumsanteil (A1-6.3.1 a). Vermietest du die Wohnung, gilt das nach dem Muster nicht mehr, dann brauchst du eine eigene Police oder einen Tarif, der vermietete Wohnungen einschließt.

Erst in den eigenen Vertrag schauen

Viele Fragen klärt ein Blick in die Bedingungen deiner Privathaftpflicht: wie viele Zimmer du vermieten darfst, bis zu welcher Bausumme Bauarbeiten versichert sind und wie viel Liter Öl eingeschlossen sind. Oft lässt sich eine Lücke dort günstig schließen.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht oder Wohngebäudeversicherung?

Beides brauchen die meisten Eigentümer, denn die Versicherungen decken verschiedene Schäden. Die Wohngebäudeversicherung zahlt Schäden am eigenen Haus, etwa nach Feuer, Leitungswasser oder Sturm. Elementarschäden wie Schneedruck oder Hochwasser musst du laut Verbraucherzentrale extra versichern. Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht zahlt dagegen, wenn andere durch dein Grundstück zu Schaden kommen. Was die Wohngebäudeversicherung kostet und worauf es ankommt, zeigt der Wohngebäude-Rechner.

Häufige Fragen

Was ist die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht?
Sie zahlt, wenn Dritte durch dein Grundstück oder Gebäude zu Schaden kommen, etwa weil der Gehweg nicht gestreut war, ein Dachziegel herunterfällt oder ein Baum umstürzt. Unberechtigte Forderungen wehrt sie ab. Schäden am eigenen Haus zahlt sie nicht, dafür gibt es die Wohngebäudeversicherung.
Brauche ich sie für mein selbst bewohntes Haus?
Für ein selbst bewohntes Einfamilienhaus in der Regel nicht, das deckt nach den Musterbedingungen die Privathaftpflicht (A1-6.3.1). Beim Zweifamilienhaus mit vermieteter Wohnung sieht das Muster keinen Schutz vor, manche Tarife schließen es aber ein. Schau in deinen Vertrag.
Wer haftet, wenn der Mieter nicht streut?
Du kannst den Winterdienst per Mietvertrag oder Hausordnung übertragen, bist laut Verbraucherzentrale aber nicht ganz aus der Pflicht: Du musst kontrollieren, ob der Mieter räumt. Hat der Mieter die Pflicht übernommen, greift für ihn auch seine eigene Privathaftpflicht (A1-6.3.2 a).
Darf ich den Beitrag auf die Mieter umlegen?
Ja, wenn der Mietvertrag die Umlage der Betriebskosten vorsieht (§ 556 Abs. 1 BGB). Die Haftpflichtversicherung für Gebäude, Öltank und Aufzug zählt ausdrücklich dazu (§ 2 Nr. 13 BetrKV). Ist nichts anderes vereinbart, wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB).
Welche Versicherungssumme ist sinnvoll?
Für die Privathaftpflicht rät die Verbraucherzentrale zu mindestens 10 Millionen Euro pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, besser 50 oder 100 Millionen. Bei Haus und Grundstück geht es um dieselben Schäden, vor allem um verletzte Menschen. Weniger sollte es deshalb nicht sein.
Brauche ich für den Öltank eine eigene Versicherung?
Meist ja. Läuft Öl aus einem Tank ins Grundwasser, haftet der Betreiber auch ohne Verschulden (§ 89 Abs. 2 WHG). Eine gute Privathaftpflicht deckt laut Verbraucherzentrale nur Kleingebinde bis 50 Liter und zusammen 250 Liter. Für einen Heizöltank brauchst du eine Gewässerschadenhaftpflicht oder eine passende Erweiterung.
Hafte ich nach dem Verkauf noch für das Haus?
Für Schäden durch Einsturz oder herabfallende Teile ja, noch ein Jahr lang, wenn du als früherer Besitzer nicht die nötige Sorgfalt beachtet hast (§ 836 Abs. 2 BGB). Die Privathaftpflicht deckt das nach dem Muster, wenn der Vertrag bis zum Besitzwechsel bestand (A1-6.3.2 d).
Ist die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht Pflicht?
Gesetzlich vorgeschrieben ist sie nicht. In einer Eigentümergemeinschaft gehört eine angemessene Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht aber zur ordnungsmäßigen Verwaltung (§ 19 Abs. 2 Nr. 3 WEG). Ohne Versicherung haftest du mit deinem ganzen Vermögen.

Quellen

  1. GDV: Musterbedingungen AVB PHV: A1-6.3 Haus- und Grundbesitz, A2-1 Gewässerschäden gdv.de
  2. Verbraucherzentrale: Private Haftpflichtversicherung: Wer eine eigene Police braucht, Mindeststandards verbraucherzentrale.de
  3. Verbraucherzentrale: Schnee, Eis, Glätte: Winterdienst, Übertragung auf Mieter verbraucherzentrale.de
  4. § 836 BGB: Haftung für Einsturz und herabfallende Teile gesetze-im-internet.de
  5. § 89 WHG: Haftung für Gewässerschäden gesetze-im-internet.de
  6. § 19 WEG: Versicherung in der Eigentümergemeinschaft gesetze-im-internet.de
  7. § 2 BetrKV: Nr. 13: Haftpflicht als Betriebskosten gesetze-im-internet.de
  8. § 556a BGB: Umlage nach Wohnfläche gesetze-im-internet.de
  9. § 6 VersStG: Versicherungsteuer 19 % gesetze-im-internet.de

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