Zum Inhalt springen

Kinderbetreuungskosten-Rechner 2026

Kita, Tagesmutter, Hort oder Babysitter: 80 % der Kosten setzt du als Sonderausgaben ab, höchstens 4.800 € je Kind unter 14 Jahren (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG). Den Höchstbetrag erreichst du mit 6.000 € Betreuungskosten im Jahr. Ein Ehepaar mit 60.000 € zu versteuerndem Einkommen bekommt dafür 1.314 € Steuern zurück, bei einem Single mit 40.000 € sind es 1.469 €.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Kinderbetreuungskosten-Rechner

Steuerersparnis im Jahr

1.050,00 €

absetzbar 3.840 € als Sonderausgaben

Du setzt 80 % deiner eigenen Kosten ab. Das senkt dein zu versteuerndes Einkommen und bringt 1.050,00 € Einkommensteuer und Soli zurück.

1. Kind
3.840 €

Nur mit Überweisung: Das Finanzamt erkennt die Kosten nur an, wenn du eine Rechnung hast und aufs Konto des Anbieters gezahlt hast. Bar bezahlte Babysitter zählen nicht, auch nicht mit Quittung.

Auf dieser Seite
  1. Kinderbetreuungskosten 2026
  2. So wird gerechnet
  3. Wie viel du zurückbekommst
  4. Was zählt, was nicht
  5. Rechnung, Konto, Haushalt
  6. Großeltern, Babysitter, Au-pair
  7. Zuschuss vom Arbeitgeber
  8. Beispiel mit zwei Kindern
  9. Getrennte Eltern
  10. Steuererklärung und Freibetrag
  11. In welchem Jahr die Kosten zählen
  12. Häufige Fragen
  13. Quellen

Kinderbetreuungskosten 2026: was § 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG regelt

Der Abzug steht in § 10 Abs. 1 Nr. 5 des Einkommensteuergesetzes. Für 2026 gelten dieselben Werte wie 2025:

Wert2026Grundlage
Absetzbarer Anteil der Betreuungskosten80 %§ 10 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 EStG
Höchstbetrag je Kind und Jahr4.800 €§ 10 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 EStG
Höchstbetrag erreicht bei Kosten von6.000 €4.800 € ÷ 80 %
Alter des Kindesunter 14 Jahren§ 10 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 EStG
Kind mit Behinderung, eingetreten vor dem 25. Geburtstagohne Altersgrenze§ 10 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 EStG
Sonderausgaben-Pauschbetrag, allein / zusammen veranlagt36 € / 72 €§ 10c EStG
Freibetrag im Lohnsteuerabzug, wenn alle Abzüge zusammen über600 €§ 39a Abs. 2 Satz 4 EStG
Kita-Zuschuss vom Arbeitgeber, steuer- und beitragsfreiohne Obergrenze§ 3 Nr. 33 EStG
Schulgeld für eine Privatschule (eigener Abzug)30 %, höchstens 5.000 €§ 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG

Die Vorschrift hat vier Sätze. Die bekannten Zahlen, 80 % und 4.800 €, stehen in Satz 1, die Bedingungen in den Sätzen danach:

SatzWas drinstehtWas das für dich heißt
Satz 180 % der Aufwendungen, höchstens 4.800 € je Kind, für Dienstleistungen zur Betreuung eines Kindes, das zu deinem Haushalt gehört und das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Ohne Altersgrenze, wenn es wegen einer Behinderung, die vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist, sich nicht selbst unterhalten kann.Der Höchstbetrag gilt für jedes Kind getrennt und für das ganze Jahr.
Satz 2Kein Abzug für Unterricht, die Vermittlung besonderer Fähigkeiten und für sportliche und andere Freizeitbetätigungen.Nachhilfe, Musikschule und Sportverein zählen nicht, auch wenn dein Kind dort beaufsichtigt wird.
Satz 3Ist das Kind nicht unbeschränkt steuerpflichtig, wird der Höchstbetrag gekürzt, soweit es die Verhältnisse im Wohnsitzstaat erfordern.Betrifft Kinder, die im Ausland leben. Die Kürzung richtet sich nach der Ländergruppeneinteilung des Finanzministeriums.
Satz 4Voraussetzung ist eine Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Leistung.Bar bezahlte Betreuung zählt nie, auch nicht mit Quittung.

Sonderausgaben senken dein zu versteuerndes Einkommen, nicht direkt die Steuer. Was der Abzug bringt, hängt deshalb von deinem Steuersatz ab.

Bis einschließlich 2024 waren zwei Drittel der Kosten absetzbar, höchstens 4.000 € je Kind. Das Jahressteuergesetz 2024 hat Anteil und Höchstbetrag ab 2025 angehoben. Für 2026 hat sich daran nichts geändert.

So rechnet der Rechner: Schritt für Schritt

Der Rechner geht jedes Kind einzeln durch und rechnet die Steuer danach mit dem Tarif 2026, so wie das Finanzamt im Bescheid:

  1. Eigene KostenWas du im Jahr für Betreuung bezahlt hast, ohne Essensgeld und ohne das, was dein Arbeitgeber steuerfrei übernommen hat.
  2. 80 % davon, höchstens 4.800 €Ab 6.000 € Kosten je Kind ist der Höchstbetrag erreicht, jeder weitere Euro bringt nichts mehr.
  3. PauschbetragFür Kinderbetreuung, Kirchensteuer, Spenden und Schulgeld zieht das Finanzamt ohnehin einen Pauschbetrag von 36 € ab, bei Zusammenveranlagung 72 € (§ 10c EStG). Bis zu diesem Betrag bringen deine Kosten nichts zusätzlich.
  4. Steuer vergleichenEinkommensteuer und Soli einmal ohne und einmal mit dem Abzug. Der Unterschied ist deine Erstattung.

Absetzbar = Betreuungskosten × 80 %, höchstens 4.800 € je Kind

Rechenweg Krippe mit Essensgeld, Ehepaar mit 60.000 € zu versteuerndem Einkommen

Ein Kind in der Krippe. Die Jahresrechnung über 7.800 € enthält 1.200 € Essensgeld. Keine Kirchensteuer.

Kita-Rechnung im Jahr
7.800 €
davon Essensgeld, zählt nicht
−1.200 €
Betreuungskosten
6.600 €
80 % davon
5.280 €
Absetzbar, gekappt auf den Höchstbetrag
4.800 €
Steckt schon im Sonderausgaben-Pauschbetrag
−72 €
Zu versteuerndes Einkommen sinkt um
4.728 €
Einkommensteuer und Soli ohne den Abzug
8.434 €
Einkommensteuer und Soli mit dem Abzug
7.120 €
Steuererstattung
1.314 €

Dein zu versteuerndes Einkommen steht im letzten Steuerbescheid. Ohne Bescheid hilft der Einkommensteuer-Rechner, dort siehst du auch deinen Grenzsteuersatz. Zahlst du Kirchensteuer oder spendest, ist der Pauschbetrag meist schon damit verbraucht. Dann wirkt die Kinderbetreuung ab dem ersten Euro, und deine Erstattung fällt etwas höher aus als im Rechner, der vorsichtig mit Pauschbetrag rechnet.

Wie viel bekomme ich zurück? Tabelle nach Steuersatz

Entscheidend ist dein Grenzsteuersatz, also der Steuersatz auf die letzten Euro deines Einkommens. Als Faustregel gilt: absetzbarer Betrag mal Grenzsteuersatz. Bei einem Ehepaar mit 60.000 € sind das 4.800 € × 28,2 % = 1.353 €, genau gerechnet 1.314 €, weil der Steuersatz mit jedem abgezogenen Euro etwas sinkt und der Pauschbetrag abgeht. So viel kommt bei einem Kind mit 6.000 € Kosten zurück, also dem vollen Abzug:

Zu versteuerndes
Einkommen
Erstattung
allein
Erstattung
zusammen
Grenzsteuersatz
allein
Grenzsteuersatz
zusammen
20.000 €1.090 €0 €24,7 %0 %
30.000 €1.304 €788 €28,2 %18,9 %
40.000 €1.469 €1.148 €31,7 %24,7 %
50.000 €1.634 €1.232 €35,1 %26,5 %
60.000 €1.799 €1.314 €38,6 %28,2 %
80.000 €2.239 €1.478 €42 %31,7 %
100.000 €2.239 €1.642 €42 %35,1 %

Einkommensteuer und Soli, ohne Kirchensteuer, nach Abzug des Sonderausgaben-Pauschbetrags. „Allein“ heißt Einzelveranlagung, etwa für Alleinerziehende; „zusammen“ heißt Splitting, das Einkommen beider Partner zusammen. Grenzsteuersatz vor dem Abzug.

Bei gleichem Einkommen bekommen Singles mehr zurück als Ehepaare, weil der Splittingtarif den Steuersatz des Paares schon senkt. Wer wenig verdient, bekommt wenig zurück: Ohne Steuer gibt es auch keine Erstattung.

Nach Höhe der Kosten

So viel bleibt bei einem Ehepaar mit 60.000 € zu versteuerndem Einkommen, je nachdem, was die Betreuung kostet:

Kosten im Jahrim MonatabsetzbarErstattung
1.200 €100 €960 €250 €
2.400 €200 €1.920 €518 €
3.600 €300 €2.880 €786 €
4.800 €400 €3.840 €1.050 €
6.000 €500 €4.800 €1.314 €
8.000 €667 €4.800 €1.314 €

Ein Kind, Einkommensteuer und Soli. Ab 6.000 € im Jahr ist der Höchstbetrag erreicht, die Erstattung steigt nicht weiter.

Was als Kinderbetreuung zählt und was nicht

Absetzbar ist Betreuung, bei der die Aufsicht über dein Kind im Vordergrund steht. Wie die Finanzämter das auslegen, steht im Anwendungsschreiben des Finanzministeriums vom 14. März 2012 (BStBl I S. 307), das bis heute gilt und im Amtlichen Einkommensteuer-Handbuch 2025 abgedruckt ist. Die Randnummern (Rz.) beziehen sich darauf.

KostenZählt?Grundlage
Kita, Krippe, Kindergarten, HortJa, der Elternbeitrag ohne EssenRz. 3
Tagesmutter, TagespflegeJaRz. 3
Nachmittagsbetreuung an der Schule, offener GanztagJa, wenn der Beitrag aufgeschlüsselt istRz. 9
Babysitter, Kinderfrau, ErzieherinJa, mit Rechnung oder ArbeitsvertragRz. 3, 21
Haushaltshilfe, die auch die Kinder betreutJa, der BetreuungsanteilRz. 3, 6
Au-pairJa, ohne genaueren Nachweis 50 % der KostenRz. 7
Aufsicht bei den HausaufgabenJaRz. 3
Fahrtkosten der BetreuungspersonJa, wenn sie auf Rechnung oder Vertrag stehenRz. 5
FerienbetreuungJa, wenn die Aufsicht im Vordergrund steht; ein Sport- oder Sprachcamp ist Freizeit oder UnterrichtSatz 2, Rz. 3, 8
Essensgeld, VerpflegungNeinRz. 8
Nachhilfe, Schulgeld, SprachkursNein, das ist UnterrichtSatz 2, Rz. 8
Musikschule, ComputerkursNein, besondere FähigkeitenSatz 2, Rz. 8
Sportverein, Reit- oder TennisstundenNein, FreizeitSatz 2, Rz. 8
Fahrten des Kindes zur Kita oder TagesmutterNeinRz. 5
Weniger Gehalt, weil du selbst betreustNeinRz. 5

Deckt ein Betrag Betreuung und anderes ab, wird aufgeteilt, notfalls geschätzt. Fällt der andere Teil kaum ins Gewicht, bleibt der Betrag ganz (Rz. 6). Bitte Kita oder Schule um eine Jahresaufstellung, in der Essen, Nachhilfe und Kurse eigene Zeilen haben.

Voraussetzungen: Kind, Haushalt, Rechnung, Überweisung

  • Dein Kind: eigene und angenommene Kinder sowie Pflegekinder (§ 32 Abs. 1 EStG). Für Stiefkinder und Enkel gibt es den Abzug nicht (Rz. 15).
  • In deinem Haushalt: Das Kind wohnt bei dir oder ist mit deiner Einwilligung vorübergehend woanders untergebracht. Leben die Eltern getrennt, zählt grundsätzlich, wo das Kind gemeldet ist (Rz. 12).
  • Unter 14: Die Altersgrenze entfällt bei einer Behinderung, die vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist und wegen der sich das Kind nicht selbst unterhalten kann.
  • Rechnung: Eine Rechnung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes ist nicht nötig. Es reichen der Gebührenbescheid von Kita oder Hort, bei einem Minijob oder einer angestellten Kinderfrau der schriftliche Arbeitsvertrag und beim Au-pair der Vertrag, aus dem der Betreuungsanteil hervorgeht (Rz. 20, 21).
  • Zahlung aufs Konto: Überweisung, Dauerauftrag, Lastschrift oder Zahlung mit der Bankkarte, belegt durch den Kontoauszug (Rz. 22). Zahlt jemand anderes eine an dich gerichtete Rechnung von seinem Konto, zählt das ebenfalls (Rz. 24).
Bar bezahlt heißt verloren

Barzahlungen erkennt das Finanzamt nie an, auch nicht mit Quittung und auch dann nicht, wenn du den Betrag später noch überweist (Rz. 23). Zahl deshalb auch den Babysitter für einen Abend per Überweisung.

Großeltern, Babysitter und Au-pair

Großeltern und andere Angehörige

Betreuen Oma und Opa gegen Geld, zählt das, wenn die Vereinbarung klar ist, so auch unter Fremden üblich wäre und tatsächlich so gelebt wird (Rz. 4). Leg schriftlich fest, wann betreut wird und was es kostet, und überweis den Betrag. Hilft die Oma sonst unentgeltlich und bekommt nur ihre Fahrtkosten ersetzt, zählt dieser Ersatz, wenn sie dir darüber eine Rechnung schreibt (Rz. 5).

Nicht absetzbar sind Zahlungen an den anderen Elternteil, der mit dem Kind in deinem Haushalt lebt, an einen Partner, mit dem du in einer eheähnlichen Gemeinschaft lebst, und an jeden, der für das Kind selbst Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag bekommt (Rz. 4).

Babysitter und Kinderfrau

Ein Babysitter braucht eine Rechnung, und dein Geld muss auf seinem Konto ankommen. Arbeitet die Betreuung regelmäßig als Minijob bei dir, ersetzt der schriftliche Arbeitsvertrag die Rechnung (Rz. 21). Den Lohn überweist du trotzdem. Was ein Minijob an Abgaben bedeutet, zeigt der Minijob-Rechner.

Au-pair

Ein Au-pair betreut die Kinder und hilft im Haushalt. Steht im Vertrag keine Aufteilung, zählt die Hälfte der Gesamtkosten als Kinderbetreuung (Rz. 7). Kosten dich Taschengeld, Kost und Unterkunft 8.400 € im Jahr, sind das 4.200 € Betreuungskosten und 3.360 € Sonderausgaben. Ein Ehepaar mit 60.000 € zu versteuerndem Einkommen bekommt dafür 918 € zurück. Für die andere Hälfte, die Hausarbeit, kommt die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen in Frage (siehe Fragen unten).

Kita-Zuschuss vom Arbeitgeber (§ 3 Nr. 33 EStG)

Dein Arbeitgeber darf die Unterbringung und Betreuung deines Kindes in einem Kindergarten oder einer vergleichbaren Einrichtung steuerfrei bezahlen, solange es noch nicht schulpflichtig ist (§ 3 Nr. 33 EStG). Eine Obergrenze nennt das Gesetz nicht, und Sozialbeiträge fallen auch keine an (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV). Die Bedingung: Der Zuschuss kommt zusätzlich zum Lohn, der ohnehin vereinbart ist. Wird dafür Gehalt gekürzt oder eine schon vereinbarte Erhöhung ersetzt, ist er nicht steuerfrei (§ 8 Abs. 4 EStG).

Für dich ist das mehr wert als der Abzug. 1.200 € Zuschuss kommen ganz bei dir an. Hättest du dieselben 1.200 € selbst gezahlt und abgesetzt, kämen bei 60.000 € Einkommen nur 250 € zurück.

Rechenbeispiel 1.200 € Kita-Zuschuss im Jahr

Krippe für 3.600 € im Jahr, Ehepaar mit 60.000 € zu versteuerndem Einkommen.

Zuschuss vom Arbeitgeber, steuer- und beitragsfrei
1.200 €
Erstattung sinkt, weil deine eigenen Kosten sinken
−268 €
Vom Zuschuss bleiben dir
932 €

Als Gehaltserhöhung hätten dieselben 1.200 € brutto bei 3.500 € Monatsgehalt in Steuerklasse IV mit einem Kind nur 664 € netto gebracht. Wie viel von mehr Gehalt übrig bleibt, rechnet der Gehaltserhöhungs-Rechner.

Nicht doppelt

Was der Arbeitgeber steuerfrei übernimmt, ziehst du von deinen Kosten ab. Das hat der Bundesfinanzhof bestätigt (Beschluss vom 14. April 2021, III R 30/20). Im Rechner gibst du den Zuschuss beim jeweiligen Kind an.

Beispiel mit zwei Kindern

Der Höchstbetrag gilt für jedes Kind einzeln. Bleibt ein Kind darunter, hilft das dem anderen nicht. Einen Zuschuss des Arbeitgebers ziehst du nur bei dem Kind ab, für das er gezahlt wird. Steuerfrei ist er nur für Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, hier also für die Krippe. Weil die Krippe auch nach dem Zuschuss über dem Höchstbetrag liegt, kostet der Zuschuss in diesem Beispiel nichts vom Abzug:

Rechenbeispiel Ehepaar, Krippe und Hort, 1.200 € Kita-Zuschuss
Krippe 9.000 €, davon 1.200 € steuerfrei vom Arbeitgeber
7.800 € selbst
1. Kind: 80 % davon, höchstens 4.800 €
4.800 €
Hort 3.000 €, kein steuerfreier Zuschuss möglich
3.000 € selbst
2. Kind: 80 % davon
2.400 €
Sonderausgaben zusammen
7.200 €
Steuerersparnis bei 80.000 € zu versteuerndem Einkommen
2.212 €

Getrennte, geschiedene und unverheiratete Eltern

Ehepaare, die zusammen veranlagt werden, müssen nichts beachten: Es ist egal, wer von beiden zahlt (Rz. 25). Bei Einzelveranlagung bekommt den Abzug, wer die Kosten getragen hat. Auf gemeinsamen Antrag wird er je zur Hälfte geteilt (§ 26a Abs. 2 EStG).

Für alle anderen Eltern gelten zwei Bedingungen zugleich: Du hast die Kosten selbst bezahlt, und das Kind gehört zu deinem Haushalt (Rz. 28). Ein Vater, der die Hälfte der Kita zahlt, bei dem das Kind aber nicht wohnt, geht leer aus. Der Bundesfinanzhof hält das für verfassungsgemäß, jedenfalls wenn der Freibetrag für Betreuung und Erziehung seine Kosten abdeckt (Urteil vom 11. Mai 2023, III R 9/22). Auch im Wechselmodell zählt nur, wer zahlt: Überweist allein die Mutter an die Kita, kann der Vater nichts absetzen (Urteil vom 10. Juli 2024, III R 1/22). Wer sich die Kosten teilen will, zahlt seinen Anteil selbst an die Einrichtung.

Gehört das Kind zu beiden Haushalten und zahlen beide, kann jeder 80 % seiner Kosten absetzen, höchstens aber den halben Höchstbetrag von 2.400 €. Eine andere Aufteilung ist möglich, wenn ihr euch einig seid und das dem Finanzamt mitteilt (Rz. 28):

Rechenbeispiel Wechselmodell, Kita für 6.000 € im Jahr

Das Kind ist bei beiden Eltern zu Hause, beide überweisen ihren Anteil direkt an die Kita.

Mutter zahlt 4.500 €, 80 % davon, ohne Absprache höchstens 2.400 €
2.400 €
Vater zahlt 1.500 €, 80 % davon
1.200 €
Zusammen ohne Absprache
3.600 €
Mit Absprache: Mutter 3.600 €, Vater 1.200 €
4.800 €

Unverheiratete Paare, die zusammenleben, sollten auf den Vertrag achten: Schließt nur einer den Vertrag mit der Kita und zahlt von seinem Konto, kann der andere nichts davon absetzen, auch nicht anteilig (Rz. 29, BFH-Urteil vom 25. November 2010, III R 79/09). Am meisten bringt es, wenn der Partner mit dem höheren Steuersatz Vertrag und Zahlung übernimmt.

Anlage Kind, Freibetrag und Fristen

Die Kosten trägst du in der Anlage Kind ein, für jedes Kind in einer eigenen. Einen steuerfreien Zuschuss des Arbeitgebers ziehst du dabei ab. Rechnungen und Kontoauszüge reichst du nur ein, wenn das Finanzamt danach fragt (Rz. 20). Heb sie auf, bis der Bescheid endgültig ist.

Freibetrag: die Erstattung schon jeden Monat

Statt auf die Erstattung im nächsten Jahr zu warten, kannst du dir die Kosten als Freibetrag für den Lohnsteuerabzug eintragen lassen. Berücksichtigt wird, was über dem Pauschbetrag von 36 € liegt (§ 39a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG). Zulässig ist der Antrag, wenn Werbungskosten über dem Pauschbetrag, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen zusammen mehr als 600 € ausmachen (§ 39a Abs. 2 Satz 4 EStG). Stellen kannst du ihn ab dem 1. November für das Folgejahr, spätestens bis zum 30. November des laufenden Jahres.

Ein Beispiel: alleinerziehend in Steuerklasse II, 3.500 € brutto im Monat, 6.000 € Kitagebühren im Jahr. Gilt der Freibetrag von 4.764 € ab Januar, bleiben jeden Monat 106,25 € mehr netto. Beantragst du ihn im Lauf des Jahres, verteilt das Finanzamt ihn auf die restlichen Monate (§ 39a Abs. 2 Satz 6 EStG). Mit einem Freibetrag musst du in der Regel eine Steuererklärung abgeben (§ 46 Abs. 2 Nr. 4 EStG). Selbstständige können ihre Vorauszahlungen anpassen lassen, wenn die Abzüge zusammen über 600 € liegen (§ 37 Abs. 3 Satz 4 EStG). Den Monatsabzug mit Freibetrag rechnet der Lohnsteuer-Rechner.

Fristen

Bist du zur Abgabe verpflichtet, ist die Erklärung für 2026 bis zum 31. Juli 2027 fällig (§ 149 Abs. 2 AO), mit Steuerberater später. Ohne Pflicht hast du vier Jahre Zeit, für 2026 also bis Ende 2030.

In welchem Jahr die Kosten zählen

Maßgeblich ist, wann du bezahlst, nicht für welchen Monat die Rechnung gilt (§ 11 Abs. 2 EStG). Eine Ausnahme gilt für regelmäßig wiederkehrende Zahlungen wie monatliche Kitagebühren: Zahlst du die Gebühr für Januar kurz vor dem Jahreswechsel, zählt sie trotzdem zum neuen Jahr. Als kurz gelten nach der Rechtsprechung etwa zehn Tage.

Der Höchstbetrag ist ein Jahresbetrag. Er wird nicht gekürzt, wenn dein Kind nur einen Teil des Jahres betreut wurde (Rz. 18). Fängt die Krippe erst im Herbst an, zählen die Kosten dieser Monate also bis zum vollen Höchstbetrag.

Häufige Fragen

Können Großeltern die Kosten absetzen, wenn sie die Kita bezahlen?
Für sich selbst nicht, Enkel sind keine Kinder im Sinne des § 32 Abs. 1 EStG (BMF-Schreiben vom 14. März 2012, Rz. 15). Zahlen die Großeltern aber eine Rechnung, die an dich gerichtet ist, von ihrem Konto direkt an die Kita, kannst du die Kosten absetzen. Die Finanzverwaltung erkennt diesen abgekürzten Zahlungsweg an (Rz. 24).
Mindert der Abzug Kindergeld oder Kinderfreibetrag?
Nein. Kindergeld und Kinderfreibeträge bekommst du unabhängig davon. Der Freibetrag für Betreuung, Erziehung oder Ausbildung von 1.464 € je Elternteil (§ 32 Abs. 6 EStG) deckt den allgemeinen Bedarf ab, die tatsächlich bezahlte Betreuung kommt als Sonderausgabe dazu. Was dir Kindergeld oder Freibetrag bringen, zeigt der Kindergeld-Rechner.
Müssen beide Eltern arbeiten, damit die Kosten zählen?
Nein, seit 2012 nicht mehr. Seitdem kommt es nicht darauf an, ob du arbeitest, studierst oder zu Hause bist. Seitdem zählen die Kosten immer als Sonderausgaben, als Werbungskosten oder Betriebsausgaben kannst du sie nicht mehr absetzen (BMF-Schreiben vom 14. März 2012, Rz. 1 und 2).
Was ist mit Schulgeld für eine Privatschule?
Das ist ein eigener Abzug: 30 % des Schulgelds, höchstens 5.000 € je Kind und Elternpaar (§ 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG). Ausgenommen sind Unterkunft, Betreuung und Verpflegung. Was die Schule für Hort oder Nachmittagsbetreuung berechnet, gehört zu den Kinderbetreuungskosten, solange dein Kind unter 14 ist. Lass dir beides getrennt ausweisen, dann nutzt du beide Abzüge.
Kann ich den Rest als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen?
Nein. Für Kosten, die dem Grunde nach Kinderbetreuung sind, ist die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen ausgeschlossen (§ 35a Abs. 5 Satz 1 EStG). Das gilt auch für die 20 %, die nicht abziehbar sind, und für alles über dem Höchstbetrag (BMF-Schreiben, Rz. 30). Anders ist es bei Arbeit im Haushalt, die keine Betreuung ist, etwa dem Anteil der Hausarbeit beim Au-pair: Dafür kommt die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen in Frage, 20 % der Kosten, höchstens 4.000 € im Jahr (§ 35a Abs. 2 EStG), ebenfalls nur mit Rechnung und Überweisung.
Bekomme ich mit Kirchensteuer mehr zurück?
Ja. Die Kirchensteuer beträgt 9 % der Einkommensteuer, in Bayern und Baden-Württemberg 8 %, und sinkt mit ihr. Im Rechenweg oben mit einem Kind kämen zur Erstattung noch 111,06 € weniger Kirchensteuer dazu. Der Rechner lässt die Kirchensteuer weg.
Was bringt der Abzug, wenn ich wenig oder gar keine Steuern zahle?
Dann wenig oder nichts. Sonderausgaben senken nur Steuer, die sonst fällig wäre. Ein Ehepaar mit 20.000 € zu versteuerndem Einkommen liegt unter dem doppelten Grundfreibetrag von 24.696 € und bekommt deshalb 0 € zurück. Was ungenutzt bleibt, verfällt: Ins nächste Jahr vortragen lassen sich nur Verluste (§ 10d EStG), keine Sonderausgaben.
Was gilt, wenn mein Kind im Lauf des Jahres 14 wird?
Kosten für die Betreuung bis zum 14. Geburtstag zählen, danach nicht mehr (BMF-Schreiben, Rz. 1). Weil der Höchstbetrag ein Jahresbetrag ist (Rz. 18), stehen dir die ganzen 4.800 € auch für die Monate davor zur Verfügung, wenn die Kosten so hoch waren.
Wie weit rückwirkend kann ich Kinderbetreuungskosten geltend machen?
Ohne Pflicht zur Steuererklärung vier Jahre: Die Erklärung für 2022 nimmt das Finanzamt bis zum 31. Dezember 2026 an (§ 169 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2, § 170 Abs. 1 AO). Für die Jahre bis 2024 gelten die alten Werte: zwei Drittel der Kosten, höchstens 4.000 € je Kind. Ist der Bescheid schon da, reichst du vergessene Kosten innerhalb eines Monats mit einem Einspruch nach (§ 355 Abs. 1 AO). Danach geht das nur noch in Ausnahmefällen.
Zählen die Betreuungskosten auch beim Wohngeld?
Ja. Knüpft ein anderes Gesetz an steuerliche Einkünfte an, mindern sich diese für dessen Zwecke um die abziehbaren Kinderbetreuungskosten (§ 2 Abs. 5a Satz 2 EStG). Das Wohngeldgesetz rechnet mit den positiven Einkünften nach § 2 EStG (§ 14 Abs. 1 WoGG), die Betreuungskosten senken also das Einkommen, mit dem die Wohngeldstelle rechnet. Was dir zusteht, zeigt der Wohngeld-Rechner.

Quellen

  1. § 10 EStG: Kinderbetreuungskosten (Abs. 1 Nr. 5), Schulgeld (Nr. 9) gesetze-im-internet.de
  2. § 10c EStG: Sonderausgaben-Pauschbetrag gesetze-im-internet.de
  3. § 3 EStG: steuerfreier Kita-Zuschuss (Nr. 33) gesetze-im-internet.de
  4. § 8 EStG: zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn (Abs. 4) gesetze-im-internet.de
  5. § 1 SvEV: steuerfreie Zuschüsse sind beitragsfrei gesetze-im-internet.de
  6. § 35a EStG: haushaltsnahe Dienstleistungen, Ausschluss für Kinderbetreuung (Abs. 5) gesetze-im-internet.de
  7. § 26a EStG: Sonderausgaben bei Einzelveranlagung von Ehegatten gesetze-im-internet.de
  8. § 39a EStG: Freibetrag im Lohnsteuerabzug gesetze-im-internet.de
  9. § 11 EStG: Zeitpunkt der Zahlung gesetze-im-internet.de
  10. § 2 EStG: Betreuungskosten bei Sozialleistungen (Abs. 5a) gesetze-im-internet.de
  11. BMF-Schreiben vom 14. März 2012 zu Kinderbetreuungskosten: BStBl I S. 307, Amtliches Einkommensteuer-Handbuch 2025, Anhang 19a lsth.bundesfinanzministerium.de
  12. BFH, Beschluss vom 14. April 2021, III R 30/20: steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse mindern den Abzug bundesfinanzhof.de
  13. BFH, Urteil vom 11. Mai 2023, III R 9/22: Haushaltszugehörigkeit ist Voraussetzung bundesfinanzhof.de
  14. BFH, Urteil vom 10. Juli 2024, III R 1/22: Wechselmodell: absetzen kann nur, wer zahlt bundesfinanzhof.de
  15. Bundesregierung: Jahressteuergesetz 2024: Anhebung auf 80 % und 4.800 € ab 2025 bundesregierung.de

Passende Rechner