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Kinderbetreuungskosten 2026: was § 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG regelt
Der Abzug steht in § 10 Abs. 1 Nr. 5 des Einkommensteuergesetzes. Für 2026 gelten dieselben Werte wie 2025:
| Wert | 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
| Absetzbarer Anteil der Betreuungskosten | 80 % | § 10 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 EStG |
| Höchstbetrag je Kind und Jahr | 4.800 € | § 10 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 EStG |
| Höchstbetrag erreicht bei Kosten von | 6.000 € | 4.800 € ÷ 80 % |
| Alter des Kindes | unter 14 Jahren | § 10 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 EStG |
| Kind mit Behinderung, eingetreten vor dem 25. Geburtstag | ohne Altersgrenze | § 10 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 EStG |
| Sonderausgaben-Pauschbetrag, allein / zusammen veranlagt | 36 € / 72 € | § 10c EStG |
| Freibetrag im Lohnsteuerabzug, wenn alle Abzüge zusammen über | 600 € | § 39a Abs. 2 Satz 4 EStG |
| Kita-Zuschuss vom Arbeitgeber, steuer- und beitragsfrei | ohne Obergrenze | § 3 Nr. 33 EStG |
| Schulgeld für eine Privatschule (eigener Abzug) | 30 %, höchstens 5.000 € | § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG |
Die Vorschrift hat vier Sätze. Die bekannten Zahlen, 80 % und 4.800 €, stehen in Satz 1, die Bedingungen in den Sätzen danach:
| Satz | Was drinsteht | Was das für dich heißt |
|---|---|---|
| Satz 1 | 80 % der Aufwendungen, höchstens 4.800 € je Kind, für Dienstleistungen zur Betreuung eines Kindes, das zu deinem Haushalt gehört und das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Ohne Altersgrenze, wenn es wegen einer Behinderung, die vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist, sich nicht selbst unterhalten kann. | Der Höchstbetrag gilt für jedes Kind getrennt und für das ganze Jahr. |
| Satz 2 | Kein Abzug für Unterricht, die Vermittlung besonderer Fähigkeiten und für sportliche und andere Freizeitbetätigungen. | Nachhilfe, Musikschule und Sportverein zählen nicht, auch wenn dein Kind dort beaufsichtigt wird. |
| Satz 3 | Ist das Kind nicht unbeschränkt steuerpflichtig, wird der Höchstbetrag gekürzt, soweit es die Verhältnisse im Wohnsitzstaat erfordern. | Betrifft Kinder, die im Ausland leben. Die Kürzung richtet sich nach der Ländergruppeneinteilung des Finanzministeriums. |
| Satz 4 | Voraussetzung ist eine Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Leistung. | Bar bezahlte Betreuung zählt nie, auch nicht mit Quittung. |
Sonderausgaben senken dein zu versteuerndes Einkommen, nicht direkt die Steuer. Was der Abzug bringt, hängt deshalb von deinem Steuersatz ab.
Bis einschließlich 2024 waren zwei Drittel der Kosten absetzbar, höchstens 4.000 € je Kind. Das Jahressteuergesetz 2024 hat Anteil und Höchstbetrag ab 2025 angehoben. Für 2026 hat sich daran nichts geändert.
So rechnet der Rechner: Schritt für Schritt
Der Rechner geht jedes Kind einzeln durch und rechnet die Steuer danach mit dem Tarif 2026, so wie das Finanzamt im Bescheid:
- Eigene KostenWas du im Jahr für Betreuung bezahlt hast, ohne Essensgeld und ohne das, was dein Arbeitgeber steuerfrei übernommen hat.
- 80 % davon, höchstens 4.800 €Ab 6.000 € Kosten je Kind ist der Höchstbetrag erreicht, jeder weitere Euro bringt nichts mehr.
- PauschbetragFür Kinderbetreuung, Kirchensteuer, Spenden und Schulgeld zieht das Finanzamt ohnehin einen Pauschbetrag von 36 € ab, bei Zusammenveranlagung 72 € (§ 10c EStG). Bis zu diesem Betrag bringen deine Kosten nichts zusätzlich.
- Steuer vergleichenEinkommensteuer und Soli einmal ohne und einmal mit dem Abzug. Der Unterschied ist deine Erstattung.
Absetzbar = Betreuungskosten × 80 %, höchstens 4.800 € je Kind
Ein Kind in der Krippe. Die Jahresrechnung über 7.800 € enthält 1.200 € Essensgeld. Keine Kirchensteuer.
- Kita-Rechnung im Jahr
- 7.800 €
- davon Essensgeld, zählt nicht
- −1.200 €
- Betreuungskosten
- 6.600 €
- 80 % davon
- 5.280 €
- Absetzbar, gekappt auf den Höchstbetrag
- 4.800 €
- Steckt schon im Sonderausgaben-Pauschbetrag
- −72 €
- Zu versteuerndes Einkommen sinkt um
- 4.728 €
- Einkommensteuer und Soli ohne den Abzug
- 8.434 €
- Einkommensteuer und Soli mit dem Abzug
- 7.120 €
- Steuererstattung
- 1.314 €
Dein zu versteuerndes Einkommen steht im letzten Steuerbescheid. Ohne Bescheid hilft der Einkommensteuer-Rechner, dort siehst du auch deinen Grenzsteuersatz. Zahlst du Kirchensteuer oder spendest, ist der Pauschbetrag meist schon damit verbraucht. Dann wirkt die Kinderbetreuung ab dem ersten Euro, und deine Erstattung fällt etwas höher aus als im Rechner, der vorsichtig mit Pauschbetrag rechnet.
Wie viel bekomme ich zurück? Tabelle nach Steuersatz
Entscheidend ist dein Grenzsteuersatz, also der Steuersatz auf die letzten Euro deines Einkommens. Als Faustregel gilt: absetzbarer Betrag mal Grenzsteuersatz. Bei einem Ehepaar mit 60.000 € sind das 4.800 € × 28,2 % = 1.353 €, genau gerechnet 1.314 €, weil der Steuersatz mit jedem abgezogenen Euro etwas sinkt und der Pauschbetrag abgeht. So viel kommt bei einem Kind mit 6.000 € Kosten zurück, also dem vollen Abzug:
| Zu versteuerndes Einkommen | Erstattung allein | Erstattung zusammen | Grenzsteuersatz allein | Grenzsteuersatz zusammen |
|---|---|---|---|---|
| 20.000 € | 1.090 € | 0 € | 24,7 % | 0 % |
| 30.000 € | 1.304 € | 788 € | 28,2 % | 18,9 % |
| 40.000 € | 1.469 € | 1.148 € | 31,7 % | 24,7 % |
| 50.000 € | 1.634 € | 1.232 € | 35,1 % | 26,5 % |
| 60.000 € | 1.799 € | 1.314 € | 38,6 % | 28,2 % |
| 80.000 € | 2.239 € | 1.478 € | 42 % | 31,7 % |
| 100.000 € | 2.239 € | 1.642 € | 42 % | 35,1 % |
Einkommensteuer und Soli, ohne Kirchensteuer, nach Abzug des Sonderausgaben-Pauschbetrags. „Allein“ heißt Einzelveranlagung, etwa für Alleinerziehende; „zusammen“ heißt Splitting, das Einkommen beider Partner zusammen. Grenzsteuersatz vor dem Abzug.
Bei gleichem Einkommen bekommen Singles mehr zurück als Ehepaare, weil der Splittingtarif den Steuersatz des Paares schon senkt. Wer wenig verdient, bekommt wenig zurück: Ohne Steuer gibt es auch keine Erstattung.
Nach Höhe der Kosten
So viel bleibt bei einem Ehepaar mit 60.000 € zu versteuerndem Einkommen, je nachdem, was die Betreuung kostet:
| Kosten im Jahr | im Monat | absetzbar | Erstattung |
|---|---|---|---|
| 1.200 € | 100 € | 960 € | 250 € |
| 2.400 € | 200 € | 1.920 € | 518 € |
| 3.600 € | 300 € | 2.880 € | 786 € |
| 4.800 € | 400 € | 3.840 € | 1.050 € |
| 6.000 € | 500 € | 4.800 € | 1.314 € |
| 8.000 € | 667 € | 4.800 € | 1.314 € |
Ein Kind, Einkommensteuer und Soli. Ab 6.000 € im Jahr ist der Höchstbetrag erreicht, die Erstattung steigt nicht weiter.
Was als Kinderbetreuung zählt und was nicht
Absetzbar ist Betreuung, bei der die Aufsicht über dein Kind im Vordergrund steht. Wie die Finanzämter das auslegen, steht im Anwendungsschreiben des Finanzministeriums vom 14. März 2012 (BStBl I S. 307), das bis heute gilt und im Amtlichen Einkommensteuer-Handbuch 2025 abgedruckt ist. Die Randnummern (Rz.) beziehen sich darauf.
| Kosten | Zählt? | Grundlage |
|---|---|---|
| Kita, Krippe, Kindergarten, Hort | Ja, der Elternbeitrag ohne Essen | Rz. 3 |
| Tagesmutter, Tagespflege | Ja | Rz. 3 |
| Nachmittagsbetreuung an der Schule, offener Ganztag | Ja, wenn der Beitrag aufgeschlüsselt ist | Rz. 9 |
| Babysitter, Kinderfrau, Erzieherin | Ja, mit Rechnung oder Arbeitsvertrag | Rz. 3, 21 |
| Haushaltshilfe, die auch die Kinder betreut | Ja, der Betreuungsanteil | Rz. 3, 6 |
| Au-pair | Ja, ohne genaueren Nachweis 50 % der Kosten | Rz. 7 |
| Aufsicht bei den Hausaufgaben | Ja | Rz. 3 |
| Fahrtkosten der Betreuungsperson | Ja, wenn sie auf Rechnung oder Vertrag stehen | Rz. 5 |
| Ferienbetreuung | Ja, wenn die Aufsicht im Vordergrund steht; ein Sport- oder Sprachcamp ist Freizeit oder Unterricht | Satz 2, Rz. 3, 8 |
| Essensgeld, Verpflegung | Nein | Rz. 8 |
| Nachhilfe, Schulgeld, Sprachkurs | Nein, das ist Unterricht | Satz 2, Rz. 8 |
| Musikschule, Computerkurs | Nein, besondere Fähigkeiten | Satz 2, Rz. 8 |
| Sportverein, Reit- oder Tennisstunden | Nein, Freizeit | Satz 2, Rz. 8 |
| Fahrten des Kindes zur Kita oder Tagesmutter | Nein | Rz. 5 |
| Weniger Gehalt, weil du selbst betreust | Nein | Rz. 5 |
Deckt ein Betrag Betreuung und anderes ab, wird aufgeteilt, notfalls geschätzt. Fällt der andere Teil kaum ins Gewicht, bleibt der Betrag ganz (Rz. 6). Bitte Kita oder Schule um eine Jahresaufstellung, in der Essen, Nachhilfe und Kurse eigene Zeilen haben.
Voraussetzungen: Kind, Haushalt, Rechnung, Überweisung
- Dein Kind: eigene und angenommene Kinder sowie Pflegekinder (§ 32 Abs. 1 EStG). Für Stiefkinder und Enkel gibt es den Abzug nicht (Rz. 15).
- In deinem Haushalt: Das Kind wohnt bei dir oder ist mit deiner Einwilligung vorübergehend woanders untergebracht. Leben die Eltern getrennt, zählt grundsätzlich, wo das Kind gemeldet ist (Rz. 12).
- Unter 14: Die Altersgrenze entfällt bei einer Behinderung, die vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist und wegen der sich das Kind nicht selbst unterhalten kann.
- Rechnung: Eine Rechnung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes ist nicht nötig. Es reichen der Gebührenbescheid von Kita oder Hort, bei einem Minijob oder einer angestellten Kinderfrau der schriftliche Arbeitsvertrag und beim Au-pair der Vertrag, aus dem der Betreuungsanteil hervorgeht (Rz. 20, 21).
- Zahlung aufs Konto: Überweisung, Dauerauftrag, Lastschrift oder Zahlung mit der Bankkarte, belegt durch den Kontoauszug (Rz. 22). Zahlt jemand anderes eine an dich gerichtete Rechnung von seinem Konto, zählt das ebenfalls (Rz. 24).
Barzahlungen erkennt das Finanzamt nie an, auch nicht mit Quittung und auch dann nicht, wenn du den Betrag später noch überweist (Rz. 23). Zahl deshalb auch den Babysitter für einen Abend per Überweisung.
Großeltern, Babysitter und Au-pair
Großeltern und andere Angehörige
Betreuen Oma und Opa gegen Geld, zählt das, wenn die Vereinbarung klar ist, so auch unter Fremden üblich wäre und tatsächlich so gelebt wird (Rz. 4). Leg schriftlich fest, wann betreut wird und was es kostet, und überweis den Betrag. Hilft die Oma sonst unentgeltlich und bekommt nur ihre Fahrtkosten ersetzt, zählt dieser Ersatz, wenn sie dir darüber eine Rechnung schreibt (Rz. 5).
Nicht absetzbar sind Zahlungen an den anderen Elternteil, der mit dem Kind in deinem Haushalt lebt, an einen Partner, mit dem du in einer eheähnlichen Gemeinschaft lebst, und an jeden, der für das Kind selbst Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag bekommt (Rz. 4).
Babysitter und Kinderfrau
Ein Babysitter braucht eine Rechnung, und dein Geld muss auf seinem Konto ankommen. Arbeitet die Betreuung regelmäßig als Minijob bei dir, ersetzt der schriftliche Arbeitsvertrag die Rechnung (Rz. 21). Den Lohn überweist du trotzdem. Was ein Minijob an Abgaben bedeutet, zeigt der Minijob-Rechner.
Au-pair
Ein Au-pair betreut die Kinder und hilft im Haushalt. Steht im Vertrag keine Aufteilung, zählt die Hälfte der Gesamtkosten als Kinderbetreuung (Rz. 7). Kosten dich Taschengeld, Kost und Unterkunft 8.400 € im Jahr, sind das 4.200 € Betreuungskosten und 3.360 € Sonderausgaben. Ein Ehepaar mit 60.000 € zu versteuerndem Einkommen bekommt dafür 918 € zurück. Für die andere Hälfte, die Hausarbeit, kommt die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen in Frage (siehe Fragen unten).
Kita-Zuschuss vom Arbeitgeber (§ 3 Nr. 33 EStG)
Dein Arbeitgeber darf die Unterbringung und Betreuung deines Kindes in einem Kindergarten oder einer vergleichbaren Einrichtung steuerfrei bezahlen, solange es noch nicht schulpflichtig ist (§ 3 Nr. 33 EStG). Eine Obergrenze nennt das Gesetz nicht, und Sozialbeiträge fallen auch keine an (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV). Die Bedingung: Der Zuschuss kommt zusätzlich zum Lohn, der ohnehin vereinbart ist. Wird dafür Gehalt gekürzt oder eine schon vereinbarte Erhöhung ersetzt, ist er nicht steuerfrei (§ 8 Abs. 4 EStG).
Für dich ist das mehr wert als der Abzug. 1.200 € Zuschuss kommen ganz bei dir an. Hättest du dieselben 1.200 € selbst gezahlt und abgesetzt, kämen bei 60.000 € Einkommen nur 250 € zurück.
Krippe für 3.600 € im Jahr, Ehepaar mit 60.000 € zu versteuerndem Einkommen.
- Zuschuss vom Arbeitgeber, steuer- und beitragsfrei
- 1.200 €
- Erstattung sinkt, weil deine eigenen Kosten sinken
- −268 €
- Vom Zuschuss bleiben dir
- 932 €
Als Gehaltserhöhung hätten dieselben 1.200 € brutto bei 3.500 € Monatsgehalt in Steuerklasse IV mit einem Kind nur 664 € netto gebracht. Wie viel von mehr Gehalt übrig bleibt, rechnet der Gehaltserhöhungs-Rechner.
Was der Arbeitgeber steuerfrei übernimmt, ziehst du von deinen Kosten ab. Das hat der Bundesfinanzhof bestätigt (Beschluss vom 14. April 2021, III R 30/20). Im Rechner gibst du den Zuschuss beim jeweiligen Kind an.
Beispiel mit zwei Kindern
Der Höchstbetrag gilt für jedes Kind einzeln. Bleibt ein Kind darunter, hilft das dem anderen nicht. Einen Zuschuss des Arbeitgebers ziehst du nur bei dem Kind ab, für das er gezahlt wird. Steuerfrei ist er nur für Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, hier also für die Krippe. Weil die Krippe auch nach dem Zuschuss über dem Höchstbetrag liegt, kostet der Zuschuss in diesem Beispiel nichts vom Abzug:
- Krippe 9.000 €, davon 1.200 € steuerfrei vom Arbeitgeber
- 7.800 € selbst
- 1. Kind: 80 % davon, höchstens 4.800 €
- 4.800 €
- Hort 3.000 €, kein steuerfreier Zuschuss möglich
- 3.000 € selbst
- 2. Kind: 80 % davon
- 2.400 €
- Sonderausgaben zusammen
- 7.200 €
- Steuerersparnis bei 80.000 € zu versteuerndem Einkommen
- 2.212 €
Getrennte, geschiedene und unverheiratete Eltern
Ehepaare, die zusammen veranlagt werden, müssen nichts beachten: Es ist egal, wer von beiden zahlt (Rz. 25). Bei Einzelveranlagung bekommt den Abzug, wer die Kosten getragen hat. Auf gemeinsamen Antrag wird er je zur Hälfte geteilt (§ 26a Abs. 2 EStG).
Für alle anderen Eltern gelten zwei Bedingungen zugleich: Du hast die Kosten selbst bezahlt, und das Kind gehört zu deinem Haushalt (Rz. 28). Ein Vater, der die Hälfte der Kita zahlt, bei dem das Kind aber nicht wohnt, geht leer aus. Der Bundesfinanzhof hält das für verfassungsgemäß, jedenfalls wenn der Freibetrag für Betreuung und Erziehung seine Kosten abdeckt (Urteil vom 11. Mai 2023, III R 9/22). Auch im Wechselmodell zählt nur, wer zahlt: Überweist allein die Mutter an die Kita, kann der Vater nichts absetzen (Urteil vom 10. Juli 2024, III R 1/22). Wer sich die Kosten teilen will, zahlt seinen Anteil selbst an die Einrichtung.
Gehört das Kind zu beiden Haushalten und zahlen beide, kann jeder 80 % seiner Kosten absetzen, höchstens aber den halben Höchstbetrag von 2.400 €. Eine andere Aufteilung ist möglich, wenn ihr euch einig seid und das dem Finanzamt mitteilt (Rz. 28):
Das Kind ist bei beiden Eltern zu Hause, beide überweisen ihren Anteil direkt an die Kita.
- Mutter zahlt 4.500 €, 80 % davon, ohne Absprache höchstens 2.400 €
- 2.400 €
- Vater zahlt 1.500 €, 80 % davon
- 1.200 €
- Zusammen ohne Absprache
- 3.600 €
- Mit Absprache: Mutter 3.600 €, Vater 1.200 €
- 4.800 €
Unverheiratete Paare, die zusammenleben, sollten auf den Vertrag achten: Schließt nur einer den Vertrag mit der Kita und zahlt von seinem Konto, kann der andere nichts davon absetzen, auch nicht anteilig (Rz. 29, BFH-Urteil vom 25. November 2010, III R 79/09). Am meisten bringt es, wenn der Partner mit dem höheren Steuersatz Vertrag und Zahlung übernimmt.
Anlage Kind, Freibetrag und Fristen
Die Kosten trägst du in der Anlage Kind ein, für jedes Kind in einer eigenen. Einen steuerfreien Zuschuss des Arbeitgebers ziehst du dabei ab. Rechnungen und Kontoauszüge reichst du nur ein, wenn das Finanzamt danach fragt (Rz. 20). Heb sie auf, bis der Bescheid endgültig ist.
Freibetrag: die Erstattung schon jeden Monat
Statt auf die Erstattung im nächsten Jahr zu warten, kannst du dir die Kosten als Freibetrag für den Lohnsteuerabzug eintragen lassen. Berücksichtigt wird, was über dem Pauschbetrag von 36 € liegt (§ 39a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG). Zulässig ist der Antrag, wenn Werbungskosten über dem Pauschbetrag, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen zusammen mehr als 600 € ausmachen (§ 39a Abs. 2 Satz 4 EStG). Stellen kannst du ihn ab dem 1. November für das Folgejahr, spätestens bis zum 30. November des laufenden Jahres.
Ein Beispiel: alleinerziehend in Steuerklasse II, 3.500 € brutto im Monat, 6.000 € Kitagebühren im Jahr. Gilt der Freibetrag von 4.764 € ab Januar, bleiben jeden Monat 106,25 € mehr netto. Beantragst du ihn im Lauf des Jahres, verteilt das Finanzamt ihn auf die restlichen Monate (§ 39a Abs. 2 Satz 6 EStG). Mit einem Freibetrag musst du in der Regel eine Steuererklärung abgeben (§ 46 Abs. 2 Nr. 4 EStG). Selbstständige können ihre Vorauszahlungen anpassen lassen, wenn die Abzüge zusammen über 600 € liegen (§ 37 Abs. 3 Satz 4 EStG). Den Monatsabzug mit Freibetrag rechnet der Lohnsteuer-Rechner.
Fristen
Bist du zur Abgabe verpflichtet, ist die Erklärung für 2026 bis zum 31. Juli 2027 fällig (§ 149 Abs. 2 AO), mit Steuerberater später. Ohne Pflicht hast du vier Jahre Zeit, für 2026 also bis Ende 2030.
In welchem Jahr die Kosten zählen
Maßgeblich ist, wann du bezahlst, nicht für welchen Monat die Rechnung gilt (§ 11 Abs. 2 EStG). Eine Ausnahme gilt für regelmäßig wiederkehrende Zahlungen wie monatliche Kitagebühren: Zahlst du die Gebühr für Januar kurz vor dem Jahreswechsel, zählt sie trotzdem zum neuen Jahr. Als kurz gelten nach der Rechtsprechung etwa zehn Tage.
Der Höchstbetrag ist ein Jahresbetrag. Er wird nicht gekürzt, wenn dein Kind nur einen Teil des Jahres betreut wurde (Rz. 18). Fängt die Krippe erst im Herbst an, zählen die Kosten dieser Monate also bis zum vollen Höchstbetrag.
Häufige Fragen
Können Großeltern die Kosten absetzen, wenn sie die Kita bezahlen?
Mindert der Abzug Kindergeld oder Kinderfreibetrag?
Müssen beide Eltern arbeiten, damit die Kosten zählen?
Was ist mit Schulgeld für eine Privatschule?
Kann ich den Rest als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen?
Bekomme ich mit Kirchensteuer mehr zurück?
Was bringt der Abzug, wenn ich wenig oder gar keine Steuern zahle?
Was gilt, wenn mein Kind im Lauf des Jahres 14 wird?
Wie weit rückwirkend kann ich Kinderbetreuungskosten geltend machen?
Zählen die Betreuungskosten auch beim Wohngeld?
Quellen
- § 10 EStG: Kinderbetreuungskosten (Abs. 1 Nr. 5), Schulgeld (Nr. 9) gesetze-im-internet.de
- § 10c EStG: Sonderausgaben-Pauschbetrag gesetze-im-internet.de
- § 3 EStG: steuerfreier Kita-Zuschuss (Nr. 33) gesetze-im-internet.de
- § 8 EStG: zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn (Abs. 4) gesetze-im-internet.de
- § 1 SvEV: steuerfreie Zuschüsse sind beitragsfrei gesetze-im-internet.de
- § 35a EStG: haushaltsnahe Dienstleistungen, Ausschluss für Kinderbetreuung (Abs. 5) gesetze-im-internet.de
- § 26a EStG: Sonderausgaben bei Einzelveranlagung von Ehegatten gesetze-im-internet.de
- § 39a EStG: Freibetrag im Lohnsteuerabzug gesetze-im-internet.de
- § 11 EStG: Zeitpunkt der Zahlung gesetze-im-internet.de
- § 2 EStG: Betreuungskosten bei Sozialleistungen (Abs. 5a) gesetze-im-internet.de
- BMF-Schreiben vom 14. März 2012 zu Kinderbetreuungskosten: BStBl I S. 307, Amtliches Einkommensteuer-Handbuch 2025, Anhang 19a lsth.bundesfinanzministerium.de
- BFH, Beschluss vom 14. April 2021, III R 30/20: steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse mindern den Abzug bundesfinanzhof.de
- BFH, Urteil vom 11. Mai 2023, III R 9/22: Haushaltszugehörigkeit ist Voraussetzung bundesfinanzhof.de
- BFH, Urteil vom 10. Juli 2024, III R 1/22: Wechselmodell: absetzen kann nur, wer zahlt bundesfinanzhof.de
- Bundesregierung: Jahressteuergesetz 2024: Anhebung auf 80 % und 4.800 € ab 2025 bundesregierung.de