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Mindestlohn 2027: 14,60 € pro Stunde
Ab 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn von 13,90 € auf 14,60 € je Stunde, um rund 5 %. Beschlossen ist das schon: Die Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung vom 5. November 2025 legt beide Stufen fest (§ 1 MiLoV5). Bei 40 Wochenstunden bekommst du 2027 mindestens 2.530,67 € brutto im Monat, 121,34 € mehr als 2026, und 30.368 € im Jahr.
| Woche | 2026 | 2027 | mehr im Monat | Einordnung 2027 |
|---|---|---|---|---|
| 10 Std. | 602,33 € | 632,67 € | +30,34 € | Minijob |
| 15 Std. | 903,50 € | 949,00 € | +45,50 € | Midijob |
| 20 Std. | 1.204,67 € | 1.265,33 € | +60,66 € | Midijob |
| 25 Std. | 1.505,83 € | 1.581,67 € | +75,84 € | Midijob |
| 30 Std. | 1.807,00 € | 1.898,00 € | +91,00 € | Midijob |
| 32 Std. | 1.927,47 € | 2.024,53 € | +97,06 € | regulär (2026: Midijob) |
| 35 Std. | 2.108,17 € | 2.214,33 € | +106,16 € | regulär |
| 38,5 Std. | 2.318,98 € | 2.435,77 € | +116,79 € | regulär |
| 40 Std. | 2.409,33 € | 2.530,67 € | +121,34 € | regulär |
Mindestlohn × Wochenstunden × 13 ÷ 3, brutto. Minijob bis 603 € (2026) und 633 € (2027), Midijob im Übergangsbereich bis 2.000 €, darüber regulär versichert.
Der Übergangsbereich endet bei 2.000 € im Monat. Zum Mindestlohn ist das 2026 nach 33,2 Wochenstunden erreicht, 2027 schon nach 31,6. Wer 32 Stunden arbeitet, ist 2026 noch im Midijob und 2027 mit 2.024,53 € regulär versichert, mit dem vollen Beitragsanteil.
So prüfst du deinen Stundenlohn
Stundenlohn = Monatsbrutto ÷ (Wochenstunden × 13 ÷ 3)
Ein Jahr hat 52 Wochen, im Schnitt also 13 ÷ 3 Wochen je Monat. Bekommst du 2.300 € für 40 Stunden in der Woche, arbeitest du im Schnitt 173,3 Stunden im Monat. Das sind 13,27 € je Stunde, 0,63 € weniger als der Mindestlohn 2026. Ab Januar 2027 müssten es für dieselbe Arbeitszeit mindestens 2.530,67 € sein. Arbeitest du mehr als vereinbart, zählen die zusätzlichen Stunden mit.
Was der neue Mindestlohn für Minijobs bedeutet, von der Grenze bis zu den Abgaben des Arbeitgebers, steht im Ratgeber Minijob 2027.
Was netto vom Mindestlohn bleibt, 2026 und 2027
| Woche | Brutto 2026 | Netto 2026 | Brutto 2027 | Netto 2027, vorläufig |
|---|---|---|---|---|
| 10 Std. | 602,33 € | 580,65 € | 632,67 € | 609,89 € |
| 20 Std. | 1.204,67 € | 1.015,95 € | 1.265,33 € | 1.062,54 € |
| 30 Std. | 1.807,00 € | 1.378,19 € | 1.898,00 € | 1.425,99 € |
| 35 Std. | 2.108,17 € | 1.540,56 € | 2.214,33 € | 1.602,89 € |
| 40 Std. | 2.409,33 € | 1.716,47 € | 2.530,67 € | 1.786,67 € |
Steuerklasse I, ohne Kinder und Kirchensteuer, gesetzlich versichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag. Im Minijob nach 3,6 % Rentenbeitrag. 2027 mit den Grenzen von 2027, Lohnsteuer und Beitragssätzen von 2026.
Liegt dein Lohn zwischen der Minijob-Grenze und 2.000 €, bist du im Übergangsbereich: Deine Sozialbeiträge steigen dort langsam an, und vom Brutto bleibt mehr übrig als bei voller Belastung. Mit Kindern, in Steuerklasse III oder mit Kirchensteuer sieht das Netto anders aus. Genau rechnet es der Brutto-Netto-Rechner.
Warum das Netto 2027 noch vorläufig ist
Für 2027 stehen das Brutto und die Minijob-Grenze von 633 € fest, beim Abzug ist noch einiges offen. Der Lohnsteuertarif 2027 ist noch nicht beschlossen: Der Regierungsentwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 sieht einen Grundfreibetrag von 12.564 € statt 12.348 € vor (Bundestags-Drucksache 21/8235). Den durchschnittlichen Zusatzbeitrag der Krankenkassen für 2027 gibt das Bundesgesundheitsministerium bis 1. November bekannt. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung für 2027 ist noch nicht festgesetzt. Für Kinderlose soll der Zuschlag zur Pflegeversicherung nach dem Regierungsentwurf eines Pflegeneuordnungsgesetzes von 0,6 auf 0,9 Prozentpunkte steigen. Bis das alles beschlossen ist, rechnen Tabelle und Rechner mit Lohnsteuer und Beitragssätzen von 2026.
Minijob-Grenze folgt dem Mindestlohn
Die Grenze für Minijobs hängt am Mindestlohn: Mindestlohn mal 130 geteilt durch 3, aufgerundet auf volle Euro (§ 8 Abs. 1a SGB IV). 2026 sind das 603 € im Monat, mit dem höheren Mindestlohn ab 2027 633 €. Beide Beträge hat das Arbeitsministerium schon im Bundesanzeiger bekannt gegeben. Zum Mindestlohn passen damit in beiden Jahren höchstens 43,3 Arbeitsstunden in den Monat, gut 10 in der Woche. Was 2027 außerdem neu ist, steht im Überblick zu den Änderungen 2027, die Abgaben im Minijob zeigt der Minijob-Rechner.
Im Minijob und in einigen Branchen muss der Arbeitgeber Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit aufzeichnen. Notier dir deine Stunden selbst mit, dann kannst du fehlenden Lohn belegen.
Was auf den Mindestlohn angerechnet wird
Ob du den Mindestlohn bekommst, entscheidet nicht allein der vereinbarte Stundenlohn. Der Zoll rechnet alle Zahlungen an, die der Arbeitgeber als Gegenleistung für deine Arbeit zahlt, mit wenigen Ausnahmen:
| Bestandteil | zählt zum Mindestlohn? |
|---|---|
| Zuschläge für Überstunden, Sonn- und Feiertagsarbeit | ja |
| Schmutz- und Gefahrenzulagen | ja |
| Akkord- und Qualitätsprämien | ja |
| Weihnachts- und Urlaubsgeld | nur für den Mindestlohn, der bei der Zahlung gerade fällig wird, und nur unwiderruflich gezahlt |
| Nachtzuschläge | nein |
| Vermögenswirksame Leistungen, betriebliche Altersversorgung | nein |
| Trinkgeld | nein, es kommt von Dritten |
Nach den Hinweisen des Zolls zur Berechnung des Mindestlohns.
Der Mindestlohn für einen Monat ist spätestens am letzten Bankarbeitstag des Folgemonats fällig (§ 2 Abs. 1 MiLoG). Wird Weihnachtsgeld auf zwölf Monate verteilt gezahlt, zählt es jeden Monat mit. Kommt es auf einen Schlag im Dezember, zählt es laut Zoll nur für den Mindestlohn des Novembers, weil die Fälligkeiten für Januar bis Oktober dann schon vorbei sind.
Wer keinen Mindestlohn bekommt
- Auszubildende: Für sie gilt die Mindestausbildungsvergütung, bei Beginn 2026 724 € im ersten und 1.014 € im vierten Jahr (§ 17 BBiG).
- Jugendliche unter 18 ohne abgeschlossene Berufsausbildung.
- Pflichtpraktikanten, deren Praktikum Schule, Ausbildungsordnung oder Hochschule vorschreiben.
- Freiwillige Praktika bis drei Monate zur Orientierung vor Ausbildung oder Studium oder erstmals begleitend dazu.
- Einstiegsqualifizierung und Berufsausbildungsvorbereitung.
- Ehrenamtlich Tätige.
- Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten einer neuen Stelle.
Alle anderen Praktika sind wie normale Arbeit zu bezahlen, ab dem ersten Tag, wenn sie länger als drei Monate dauern (§ 22 MiLoG).
Aufzeichnungspflicht und Kontrolle
Für Minijobs und für Beschäftigte in elf besonders kontrollierten Branchen muss der Arbeitgeber Beginn, Ende und Dauer jeder täglichen Arbeitszeit aufschreiben, spätestens am siebten Tag danach, und die Aufzeichnungen zwei Jahre aufbewahren (§ 17 MiLoG). Die Branchen sind Bau, Gastronomie und Hotels, Personenbeförderung, Spedition und Logistik samt Lieferdiensten, Schausteller, Gebäudereinigung, Messebau, Fleischwirtschaft, Prostitution, Wach- und Sicherheitsdienste sowie Friseure und Kosmetik (§ 2a SchwarzArbG).
Kontrolliert wird das von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls (§ 14 MiLoG). Die Bußgelder: bis 500.000 €, wenn der Mindestlohn nicht oder zu spät gezahlt wird, bis 50.000 € für fehlende Aufzeichnungen und bis 30.000 € für andere Verstöße (§ 21 MiLoG).
Branchenmindestlöhne: Beispiel Pflege
In einigen Branchen gelten höhere Mindestlöhne, die per Tarifvertrag oder Verordnung für alle Betriebe verbindlich sind. Der bekannteste ist der Pflegemindestlohn in der Altenpflege:
| Qualifikation | ab 1. Juli 2026 | ab 1. Juli 2027 |
|---|---|---|
| Pflegehilfskräfte | 16,52 € | 16,95 € |
| Qualifizierte Pflegehilfskräfte | 17,80 € | 18,26 € |
| Pflegefachkräfte | 21,03 € | 21,58 € |
Je Stunde, laut Beschluss der Pflegekommission vom 19. November 2025. Dazu kommen 9 Tage Zusatzurlaub bei einer Fünftagewoche.
Ein Branchenmindestlohn darf den gesetzlichen Mindestlohn nicht unterschreiten. Welcher für deinen Betrieb gilt, zeigt der Zoll in seiner Übersicht der Mindestlöhne nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz.
Wie sich der Mindestlohn entwickelt hat
Seit seiner Einführung 2015 ist der Mindestlohn bis 2026 um 63,5 % gestiegen. Den größten Sprung gab es im Oktober 2022, als der Bundestag ihn per Gesetz auf 12 € anhob.
| gilt ab | je Stunde | Erhöhung |
|---|---|---|
| 1. Januar 2015 | 8,50 € | |
| 1. Januar 2017 | 8,84 € | +4 % |
| 1. Januar 2019 | 9,19 € | +4 % |
| 1. Januar 2020 | 9,35 € | +1,7 % |
| 1. Januar 2021 | 9,50 € | +1,6 % |
| 1. Juli 2021 | 9,60 € | +1,1 % |
| 1. Januar 2022 | 9,82 € | +2,3 % |
| 1. Juli 2022 | 10,45 € | +6,4 % |
| 1. Oktober 2022 | 12,00 € | +14,8 % |
| 1. Januar 2024 | 12,41 € | +3,4 % |
| 1. Januar 2025 | 12,82 € | +3,3 % |
| 1. Januar 2026 | 13,90 € | +8,4 % |
| 1. Januar 2027 | 14,60 € | +5 % |
Wer den Mindestlohn festlegt
Über die Höhe entscheidet alle zwei Jahre die Mindestlohnkommission, in der Arbeitgeber und Gewerkschaften sitzen (§ 9 MiLoG). Sie wägt ab, was Beschäftigte zum Schutz brauchen, was fairen Wettbewerb ermöglicht und was keine Arbeitsplätze kostet, und orientiert sich dabei nachlaufend an den Tariflöhnen. Die Bundesregierung kann den Vorschlag per Verordnung für alle verbindlich machen (§ 11 MiLoG). Für 2026 und 2027 hat sie das getan, die Erhöhungen stehen damit schon fest.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Mindestlohn 2027?
Steigt mein Lohn im Januar 2027 automatisch?
Wie berechne ich meinen Stundenlohn?
Wer bekommt den Mindestlohn nicht?
Zählen Zuschläge und Trinkgeld zum Mindestlohn?
Wie viele Stunden darf ich im Minijob arbeiten?
Wie lange kann ich fehlenden Mindestlohn nachfordern?
Was kann ich tun, wenn ich weniger bekomme?
Wie viel bleibt netto?
Wie geht es nach 2027 weiter?
Quellen
- § 1 MiLoG: Anspruch auf den Mindestlohn gesetze-im-internet.de
- § 1 MiLoV5: 13,90 € ab 2026, 14,60 € ab 2027 gesetze-im-internet.de
- § 2 MiLoG: Fälligkeit des Mindestlohns gesetze-im-internet.de
- § 3 MiLoG: Kein Verzicht, keine Ausschlussfristen gesetze-im-internet.de
- § 22 MiLoG: Wer ausgenommen ist gesetze-im-internet.de
- § 9 MiLoG: Beschluss der Mindestlohnkommission gesetze-im-internet.de
- § 21 MiLoG: Bußgelder gesetze-im-internet.de
- § 17 MiLoG: Aufzeichnungspflicht gesetze-im-internet.de
- § 2a SchwarzArbG: Branchen mit besonderen Pflichten gesetze-im-internet.de
- Zoll: Zulagen und Zuschläge beim Mindestlohn: Was angerechnet wird und was nicht zoll.de
- BMG: Pflegemindestlöhne ab Juli 2026: Pressemitteilung vom 25.11.2025 bundesgesundheitsministerium.de
- § 8 SGB IV: Minijob-Grenze aus dem Mindestlohn (Abs. 1a) gesetze-im-internet.de
- Minijob-Zentrale: Minijob 2027: Verdienstgrenze 633 € ab Januar 2027 magazin.minijob-zentrale.de
- Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027: BT-Drucksache 21/8235, Tarif 2027, noch nicht beschlossen dserver.bundestag.de