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Beträge 2026 auf einen Blick
Die wichtigsten Beträge für 2026: Einkommensgrenze und Schonbetrag beim Sozialamt, Sterbegeld und Steuerpauschale. Die Regelbedarfsstufe 1, an der die Einkommensgrenze hängt, liegt seit 2024 unverändert bei 563 €. Grundbetrag und Familienzuschlag waren deshalb schon 2025 genauso hoch.
| Wert | 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
| Grundbetrag der Einkommensgrenze (2 × Regelbedarfsstufe 1) | 1.126 € im Monat | § 85 Abs. 1 Nr. 1 SGB XII |
| Familienzuschlag je Ehepartner und unterhaltenem Kind | 395 € im Monat | § 85 Abs. 1 Nr. 3 SGB XII |
| Ersparnisse, die du behalten darfst, je Erwachsenem | 10.000 € | § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII |
| dazu je Person, die du überwiegend unterhältst | 500 € | § 1 DV zu § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII |
| Sterbegeld der Unfallversicherung bei Tod durch Arbeitsunfall | 6.780 € | § 64 SGB VII |
| Pauschale für Bestattung und Nachlass bei der Erbschaftsteuer | 15.000 € | § 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG |
Was eine Bestattung kostet
Den Preis bestimmen drei Blöcke: die Leistungen des Bestatters mit Überführung, Versorgung, Sarg oder Urne und Formalitäten, die Gebühren des Friedhofs für Grabstelle und Beisetzung und alles, was die Familie zusätzlich wünscht, vom Grabstein bis zur Trauerfeier. Friedhofsgebühren legt jede Gemeinde in ihrer Gebührensatzung fest, Bestatter kalkulieren frei. Durchschnittspreise stehen hier bewusst nicht: Die Zahlen, die im Netz kursieren, haben meist keine nachprüfbare Quelle und können am Ort weit danebenliegen.
Die Beispielwerte aus dem Rechner zeigen, wo die großen Posten liegen:
| Posten | Erd | Urne | Baum | See |
|---|---|---|---|---|
| Bestatter | 1.800 € | 1.600 € | 1.500 € | 1.500 € |
| Sarg | 900 € | 500 € | 500 € | 500 € |
| Urne und Einäscherung | 0 € | 550 € | 550 € | 600 € |
| Grab, Baumplatz oder Seebestattung | 1.500 € | 900 € | 1.500 € | 1.500 € |
| Grabmal | 2.000 € | 1.000 € | 0 € | 0 € |
| Trauerfeier, Anzeigen, Blumen | 1.200 € | 1.100 € | 600 € | 600 € |
| Grabpflege für die Ruhezeit | 2.000 € | 1.000 € | 0 € | 0 € |
| Summe | 9.400 € | 6.650 € | 4.650 € | 4.700 € |
Beispielwerte, keine Durchschnittspreise. Friedhofsgebühren und Ruhezeiten stehen in der Satzung der Gemeinde und unterscheiden sich stark.
Im Beispiel ist die Erdbestattung am teuersten, weil Sarggrab, Grabmal und Grabpflege für die ganze Ruhezeit zusammenkommen. Baum- und Seebestattung brauchen weder Grabmal noch Grabpflege. Wie lange ein Grab gepflegt werden muss, hängt an der Ruhezeit in der Friedhofssatzung. Einen belastbaren Betrag bekommst du mit einem schriftlichen Angebot des Bestatters und der Gebührenordnung deines Friedhofs. Beides trägst du oben in den Rechner ein.
Wer die Bestattung bezahlen muss
Zwei Pflichten laufen nebeneinander. Wer die Bestattung veranlassen muss, regelt das Bestattungsgesetz deines Bundeslands. Wer sie am Ende bezahlt, regelt das BGB. Das sind nicht immer dieselben Menschen.
- Der ErbeEr trägt die Kosten der Beerdigung (§ 1968 BGB), zuerst aus dem Nachlass. Für ihn sind sie eine Nachlassverbindlichkeit wie die Schulden des Verstorbenen (§ 1967 Abs. 2 BGB).
- UnterhaltspflichtigeIst beim Erben nichts zu holen, zahlt, wer dem Verstorbenen bis zuletzt Unterhalt schuldete: Verwandte in gerader Linie wie Kinder und Eltern (§ 1615 Abs. 2 BGB) und der Ehepartner (§ 1360a Abs. 3, § 1361 Abs. 4 BGB). Stirbt eine Mutter an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt, trifft das den Vater des Kindes (§ 1615m BGB).
- Die BestattungspflichtigenDie Bestattungsgesetze der Länder verpflichten die nächsten Angehörigen, die Bestattung zu veranlassen, auch wenn sie nicht erben oder das Erbe ausgeschlagen haben. In Nordrhein-Westfalen gilt diese Reihenfolge: Ehegatte, eingetragener Lebenspartner, volljährige Kinder, Eltern, volljährige Geschwister, Großeltern, volljährige Enkel (§ 8 BestG NRW). Andere Länder ordnen vor allem Geschwister, Großeltern und Enkel anders ein. Wer so zahlt, ohne Erbe zu sein, kann das Geld vom Erben zurückverlangen.
- Das SozialamtEs übernimmt die erforderlichen Kosten, soweit den Verpflichteten nicht zuzumuten ist, sie zu tragen (§ 74 SGB XII).
Teilen sich mehrere Geschwister denselben Rang, sind sie gemeinsam verpflichtet. Braucht einer von ihnen Hilfe, stellt er den Antrag beim Sozialamt für seinen Anteil. Hat jemand den Tod verschuldet, muss er die Kosten ersetzen, mehr dazu unter Bestattungskosten nach einem Unfall.
Wann das Sozialamt die Bestattung bezahlt
Die Sozialbestattung, oft auch Bestattungskostenbeihilfe genannt, steht in einem einzigen Satz: Die erforderlichen Kosten einer Bestattung werden übernommen, soweit den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen (§ 74 SGB XII). Was das im Einzelnen heißt, hat das Bundessozialgericht in einer Reihe von Urteilen geklärt. Ob das Amt bei dir voraussichtlich zahlt, prüfst du oben im Rechner unter „Zahlt das Sozialamt?“: Er rechnet deine Einkommensgrenze 2026, zieht Vermögen über dem Schonbetrag ab und zeigt, welchen Teil du nach der Rechtsprechung selbst tragen müsstest.
Wer den Antrag stellen kann
Nur wer die Kosten rechtlich tragen muss: der Erbe, ein Unterhaltspflichtiger oder ein Angehöriger, den das Bestattungsgesetz verpflichtet. Wer nach dem Bestattungsgesetz verpflichtet ist, verliert den Anspruch nicht deshalb, weil es einen Erben gibt (BSG, Urteil vom 12. Dezember 2023, B 8 SO 20/22 R). Wer freiwillig zahlt, etwa ein Freund der Familie, hat keinen Anspruch.
Wann dir die Kosten nicht zuzumuten sind
Die Zumutbarkeit ist eine eigene Voraussetzung und nicht dasselbe wie Bedürftigkeit. Das Amt schaut auf alle Umstände des Einzelfalls, vor allem aufs Geld:
- Bekommst du selbst Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld) oder Sozialhilfe zum Lebensunterhalt, sind dir die Kosten in der Regel nicht zuzumuten (BSG, B 8 SO 20/22 R).
- Alles, was dir durch den Tod zufließt, setzt du zuerst ein, vor allem den Nachlass (BSG, Urteil vom 11. September 2020, B 8 SO 8/19 R). Dazu zählt auch die höhere Witwen- oder Witwerrente im Sterbevierteljahr, die nach dem Bundessozialgericht gerade auch solche Ausgaben decken soll (BSG, B 8 SO 20/22 R).
- Danach zählen dein Einkommen und Vermögen und die deines Ehepartners, wenn ihr nicht getrennt lebt. Maßstab ist die Einkommensgrenze des § 85 SGB XII, siehe nächster Abschnitt.
- Auch die Beziehung zählt: Je enger die Verwandtschaft, desto eher ist dir der Einsatz eigenen Geldes zuzumuten. War das Verhältnis zerrüttet, steigen die Anforderungen (BSG, Urteil vom 4. April 2019, B 8 SO 10/18 R).
- Einen Anspruch gegen den Erben, der sich ohne Weiteres durchsetzen lässt, musst du nutzen, notfalls vor Gericht. Ist er zweifelhaft oder der Erbe zahlungsunfähig, darf dich das Amt nicht darauf verweisen. Es zahlt dann selbst und holt sich das Geld beim Erben (§ 93 SGB XII; BSG, B 8 SO 20/22 R).
Geprüft wird für den Monat, in dem die Rechnungen fällig werden, nicht für den Todestag (BSG, Urteil vom 29. September 2009, B 8 SO 23/08 R). Und weil § 74 von „soweit“ spricht, zahlt das Amt den Rest, wenn du nur einen Teil selbst tragen kannst (BSG, B 8 SO 10/18 R).
Einkommensgrenze 2026 für die Sozialbestattung
Liegt euer Einkommen unter dieser Grenze, musst du in der Regel nichts davon für die Bestattung einsetzen. Sie setzt sich aus drei Teilen zusammen (§ 85 Abs. 1 SGB XII):
- GrundbetragDas Doppelte der Regelbedarfsstufe 1, 2026 also 2 × 563 € = 1.126 €.
- MieteDeine Aufwendungen für die Unterkunft, soweit sie angemessen sind. Heizkosten sollen seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2016 nicht mehr mitzählen (Gesetzesbegründung, wiedergegeben in BSG, B 8 SO 10/18 R).
- Familienzuschlag70 % der Regelbedarfsstufe 1, aufgerundet auf volle Euro, also 395 € für deinen Ehe- oder Lebenspartner und für jede Person, die du überwiegend unterhältst, meist die Kinder.
| Haushalt | Grenze ohne Miete | davon Familienzuschläge |
|---|---|---|
| Allein lebend | 1.126 € | – |
| Ehepaar oder eingetragene Lebenspartner | 1.521 € | 395 € |
| Alleinerziehend mit einem Kind | 1.521 € | 395 € |
| Alleinerziehend mit zwei Kindern | 1.916 € | 790 € |
| Ehepaar mit einem Kind | 1.916 € | 790 € |
| Ehepaar mit zwei Kindern | 2.311 € | 1.185 € |
| Ehepaar mit drei Kindern | 2.706 € | 1.580 € |
Einkommensgrenze im Monat 2026: Grundbetrag von 1.126 € plus Familienzuschläge. Deine angemessene Miete ohne Heizkosten kommt jeweils dazu. Kinder zählen, wenn du sie überwiegend unterhältst.
Dagegen hält das Amt euer gemeinsames Einkommen nach Abzügen: Lohn, Rente und andere Einkünfte, abzüglich Steuern, Pflichtbeiträgen zur Sozialversicherung, angemessener Versicherungen und der Ausgaben, die mit dem Verdienst verbunden sind, etwa für den Arbeitsweg (§ 82 Abs. 2 SGB XII). Raten für Kredite ziehen nichts ab. Verglichen wird der Monat, in dem die Rechnungen fällig werden (BSG, B 8 SO 10/18 R).
Das Kind lebt im Haushalt, beide Partner verdienen. Miete und Einkommen sind angenommene Werte.
- Grundbetrag (2 × 563 €)
- 1.126 €
- Familienzuschlag für den Ehepartner
- +395 €
- Familienzuschlag für das Kind
- +395 €
- Miete ohne Heizkosten
- +750 €
- Einkommensgrenze im Monat
- 2.666 €
- Einkommen beider Partner nach Abzügen
- 2.900 €
- Über der Grenze im Monat
- 234 €
Für die 234 € über der Grenze kann das Amt verlangen, dass ihr einen angemessenen Teil einsetzt (§ 87 Abs. 1 SGB XII). Wie viel, entscheidet es im Einzelfall, von nichts bis zum ganzen Betrag.
Über der Grenze: was das Amt verlangen darf
Für das Bundessozialgericht ist die Grenze nur ein Orientierungspunkt (B 8 SO 10/18 R). Eine Bestattung kostet mehr, als die meisten in einem Monat übrig haben. Zumutbar ist deshalb, was ein Durchschnittsbürger in der gleichen Lage auch täte: eine Ratenzahlung mit dem Bestatter vereinbaren oder einen Ratenkredit aufnehmen, den du in etwa einem Jahr aus dem Einkommen über der Grenze abzahlen kannst. Umgekehrt kann das Amt auch unter der Grenze einen kleinen Beitrag verlangen, wenn der Nachlass fast alles deckt und nur noch wenig fehlt (§ 88 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB XII).
Vermögen: was du behalten darfst
Ersparnisse musst du einsetzen, soweit sie über 10.000 € je Erwachsenem und 500 € je Person liegen, die du überwiegend unterhältst (§ 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII mit der Durchführungsverordnung). Ein Ehepaar mit einem Kind behält also 20.500 €. Geschützt sind außerdem ein angemessenes Haus oder eine Wohnung, in der du mit deiner Familie wohnst, ein angemessenes Auto und der Hausrat (§ 90 Abs. 2 Nr. 4, 8 und 10 SGB XII).
Auch unter der Grenze gehen zuerst Nachlass, Sterbegeld und durchsetzbare Ansprüche gegen Erben ab. Und wer darüber liegt, muss nicht automatisch alles selbst zahlen. Stell den Antrag im Zweifel.
Was das Sozialamt übernimmt und was nicht
Übernommen werden die Kosten einer einfachen, aber würdigen und ortsüblichen Bestattung (BSG, Urteil vom 12. März 2026, B 8 SO 8/24 R). Dazu gehört alles, was unmittelbar der Bestattung dient oder untrennbar mit ihr verbunden ist, bis zur ersten Herrichtung des Grabes. Eine feste Obergrenze steht nicht im Gesetz. Den billigsten Bestatter der ganzen Region musst du nicht erst suchen, es zählen die ortsüblichen Preise (BSG, B 8 SO 10/18 R).
| Posten | Sozialamt |
|---|---|
| Bestatter: Versorgung, Einsargen, Überführung, Urkunden | ja, zu ortsüblichen Preisen |
| Einfacher Sarg, Urne, Einäscherung, zweite Leichenschau vor der Feuerbestattung | ja |
| Grabstelle, Öffnen und Schließen, Trauerhalle | ja, nach Friedhofssatzung, in der Regel ein Reihengrab |
| Trauerfeier mit Trauerredner oder Geistlichem | ja, auch ein freier Redner (BSG, B 8 SO 20/22 R) |
| Erste Herrichtung des Grabes, Holzkreuz mit Namen | ja |
| Einfaches Grabmal, etwa ein Grabkissenstein | möglich, sicher dann, wenn die Friedhofssatzung eins vorschreibt |
| Wahlgrab oder gemeinsames Grab für Eheleute | nur wenn die Mehrkosten angemessen sind (BSG, B 8 SO 8/24 R) |
| Traueranzeigen in der Zeitung | nein |
| Bewirtung der Trauergäste, Trauerkleidung, Reisekosten | nein |
| Laufende Grabpflege | nein |
| Mahngebühren und Verzugszinsen | nur wenn du sie nicht vermeiden konntest (BSG, B 8 SO 20/22 R) |
Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts und dem Ratgeber Sozialbestattung von Aeternitas. Im Einzelfall entscheidet das Amt nach den Verhältnissen am Ort.
Wünsche zählen. Bei der Wahl zwischen Erd- und Feuerbestattung gelten der Wille des Verstorbenen und deiner, solange sie keine unverhältnismäßigen Mehrkosten auslösen (§ 9 SGB XII). Religiöse Vorschriften muss das Amt beachten. 2026 hat das Bundessozialgericht entschieden, dass auch der Wunsch von Eheleuten, nebeneinander zu liegen, ein teureres Grab rechtfertigen kann, wenn der überlebende Partner seine eigene Grabstelle schon selbst bezahlt hat und die Mehrkosten im Rahmen bleiben (B 8 SO 8/24 R). Auf eine billigere Amtsbestattung durch das Ordnungsamt darf dich das Sozialamt nicht verweisen (B 8 SO 20/22 R).
Antrag beim Sozialamt: wann, wo, welche Unterlagen
- Früh fragenAm sichersten klärst du vor dem Auftrag an den Bestatter, welche Kosten das Amt anerkennt. Es kann die Übernahme dann vorab zusagen, und der Bestatter rechnet oft direkt mit dem Amt ab.
- Nachträglich geht es auchDer Anspruch setzt nicht voraus, dass das Amt vor der Beerdigung Bescheid wusste, und er gilt auch, wenn du die Rechnung schon bezahlt hast (BSG, B 8 SO 23/08 R und B 8 SO 10/18 R). Eine Frist steht nicht im Gesetz. Stell den Antrag trotzdem zügig, sonst kann das Amt einwenden, die Kosten seien dir offenbar zuzumuten gewesen.
- Das richtige AmtZuständig ist das Sozialamt, das dem Verstorbenen bis zum Tod Sozialhilfe gezahlt hat, sonst das Sozialamt am Sterbeort (§ 98 Abs. 3 SGB XII). Bekam der Verstorbene Grundsicherungsgeld vom Jobcenter, zählt ebenfalls der Sterbeort (BSG, B 8 SO 20/22 R).
- UnterlagenMeist verlangt werden Sterbeurkunde, Angebot oder Rechnung des Bestatters und Bescheid des Friedhofs, Nachweise über den Nachlass wie Kontoauszüge und Versicherungen, Testament, Erbschein oder Ausschlagungserklärung sowie Nachweise über Einkommen, Vermögen und Miete deines Haushalts.
- Rechnung stunden lassenBis das Amt entscheidet, vereinbarst du mit dem Bestatter einen Aufschub. Mahngebühren und Verzugszinsen übernimmt das Amt nur, wenn du sie nicht vermeiden konntest (BSG, B 8 SO 20/22 R).
- WiderspruchLehnt das Amt ab oder zahlt es zu wenig, legst du binnen eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids Widerspruch ein (§ 84 SGG).
Sag dem Bestatter gleich, dass du die Übernahme beim Sozialamt beantragst, und bleib im Rahmen dessen, was das Amt anerkennt. Was du zusätzlich bestellst, zahlst du selbst.
Sterbegeld, Rente und Versicherungen
Die Krankenkasse zahlt seit dem 1. Januar 2004 kein Sterbegeld mehr, das GKV-Modernisierungsgesetz hat es gestrichen (BSG, Urteil vom 13. Juni 2006, B 8 KN 1/05 KR R). Andere Quellen gibt es weiterhin:
- Unfallversicherung: Stirbt jemand an den Folgen eines Arbeitsunfalls, eines Unfalls auf dem Arbeitsweg oder einer Berufskrankheit, zahlt die gesetzliche Unfallversicherung ein Siebtel der Bezugsgröße als Sterbegeld, 2026 also 6.780 €. Das Geld bekommt, wer die Bestattung bezahlt (§ 64 SGB VII). Starb der Versicherte beruflich unterwegs, fern der Familienwohnung, erstattet sie auch die Überführung.
- Beamte: Der Ehepartner und die Abkömmlinge bekommen das Doppelte der Dienstbezüge oder des Ruhegehalts als Sterbegeld, für Bundesbeamte nach § 18 BeamtVG. Die Länder haben eigene Gesetze.
- Rente: Bis zum Ende des dritten Monats nach dem Sterbemonat zahlt die Rentenversicherung die Witwen- oder Witwerrente in Höhe der vollen Rente des Verstorbenen (§ 67 Nr. 5 und 6 SGB VI). Hat der Verstorbene schon Rente bezogen, beantragst du binnen 30 Tagen beim Renten Service der Deutschen Post einen Vorschuss. Mehr beim Witwenrente-Rechner.
- Private Vorsorge: Sterbegeld- und Lebensversicherungen zahlen nach ihrem Vertrag, an den eingetragenen Bezugsberechtigten oder, wenn keiner eingetragen ist, in den Nachlass.
Erdbestattung mit den Beispielwerten aus dem Rechner, 4.000 € Nachlass und 3.000 € aus einer Sterbegeldversicherung.
- Erdbestattung mit den Beispielwerten
- 9.400 €
- aus dem Nachlass
- −4.000 €
- aus einer Sterbegeldversicherung
- −3.000 €
- zahlen Erben oder Angehörige selbst
- 2.400 €
Bestattungskosten nach einem Unfall
Wer den Tod eines Menschen verschuldet, muss die Kosten der Beerdigung dem ersetzen, der sie tragen muss, in der Regel also dem Erben (§ 844 Abs. 1 BGB). Hat der Verstorbene den Unfall mitverschuldet, wird der Ersatz anteilig gekürzt (§ 846 BGB mit § 254 BGB).
Bei Verkehrsunfällen haftet der Halter des Fahrzeugs auch ohne Verschulden, schon weil beim Betrieb seines Fahrzeugs ein Mensch getötet wurde (§ 7 Abs. 1 StVG). Ausgeschlossen ist das nur bei höherer Gewalt (§ 7 Abs. 2 StVG). Zu ersetzen sind auch hier die Kosten der Beerdigung (§ 10 Abs. 1 Satz 2 StVG), gekürzt um ein Mitverschulden (§ 9 StVG). Den Anspruch meldest du direkt bei der Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallgegners an (§ 115 Abs. 1 Nr. 1 VVG).
Nahe Angehörige bekommen außerdem ein Hinterbliebenengeld für das seelische Leid (§ 844 Abs. 3 BGB, § 10 Abs. 3 StVG). Bei Ehepartnern, Lebenspartnern, Eltern und Kindern vermutet das Gesetz die dafür nötige Nähe. Starb jemand bei der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg, kommt das Sterbegeld der Unfallversicherung aus dem Abschnitt oben dazu.
Bestattungskosten von der Steuer absetzen
Erbschaftsteuer: 15.000 € ohne Belege
Wer erbt, zieht die Kosten der Bestattung, ein angemessenes Grabmal, die übliche Grabpflege und die Kosten der Nachlassabwicklung vom Erbe ab. Ohne Belege gibt es dafür insgesamt 15.000 € (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG), für Erbfälle bis Ende 2024 waren es 10.300 €. Die Pauschale gibt es einmal je Erbfall, auch Vermächtnisnehmer können sie nutzen (BFH, Urteil vom 17. Juni 2026, II R 25/23). Waren die Kosten höher, weist du sie einzeln nach. Kosten für die Verwaltung des Nachlasses zählen nicht. Ob überhaupt Steuer anfällt, zeigt der Erbschaftsteuer-Rechner.
Einkommensteuer: nur was der Nachlass nicht deckt
Bestattungskosten für einen nahen Angehörigen setzt du als außergewöhnliche Belastung ab (§ 33 EStG), aber nur, soweit sie nicht aus dem Nachlass bezahlt werden können und nicht durch Geld gedeckt sind, das du wegen des Todes bekommst, etwa aus einer Sterbegeld- oder Lebensversicherung. Das gilt auch, wenn die Versicherung außerhalb des Nachlasses an dich auszahlt (BFH, Urteil vom 22. Februar 1996, III R 7/94). Erbst du genug, um die Beerdigung zu bezahlen, bleibt nichts zum Absetzen.
Absetzbar ist nur, was unmittelbar mit der Bestattung zusammenhängt. Bewirtung der Trauergäste, Trauerkleidung und die Reise zur Beerdigung gehören nicht dazu (BFH, Urteil vom 17. Juni 1994, III R 42/93). Vom Rest zieht das Finanzamt die zumutbare Belastung ab. Sie richtet sich nach deinen Einkünften, dem Tarif und der Zahl deiner Kinder:
| Gesamtbetrag der Einkünfte | bis 15.340 € | bis 51.130 € | über 51.130 € |
|---|---|---|---|
| ohne Kinder, Grundtarif | 5 % | 6 % | 7 % |
| ohne Kinder, Splittingtarif | 4 % | 5 % | 6 % |
| ein oder zwei Kinder | 2 % | 3 % | 4 % |
| drei oder mehr Kinder | 1 % | 1 % | 2 % |
Zumutbare Belastung nach § 33 Abs. 3 EStG in Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte. Jeder Satz gilt nur für den Teil der Einkünfte in seiner Stufe (BFH, Urteil vom 19. Januar 2017, VI R 75/14).
Was über der zumutbaren Belastung liegt, mindert dein zu versteuerndes Einkommen. Wie viel Steuer das spart, hängt von deinem Steuersatz ab, den zeigt der Einkommensteuer-Rechner.
Vorsorge: Wie viel solltest du zurücklegen?
Den besten Richtwert bekommst du, wenn du deine eigene Wunschbestattung im Rechner durchrechnest, mit dem Angebot eines Bestatters und den Gebühren des Friedhofs, auf dem du liegen möchtest. Diese Summe sollte im Todesfall greifbar sein. Soll die Grabpflege für die ganze Ruhezeit gleich mit geregelt sein, kommt sie dazu.
Wo das Geld liegen kann
- Sparkonto oder Tagesgeld: bleibt flexibel, fällt aber in den Nachlass und steht damit dem Erben zu, der die Bestattung bezahlen muss.
- Bestattungsvorsorgevertrag: Du legst mit einem Bestatter Ablauf und Preis fest. Das Geld sollte auf einem Treuhandkonto liegen, damit es bei einer Pleite des Bestatters nicht verloren ist, rät die Verbraucherzentrale NRW.
- Sterbegeldversicherung: eine kleine Lebensversicherung mit festem Betrag. Wer sie erst kurz vor oder im Rentenalter abschließt, zahlt nach Beobachtung der Verbraucherzentrale NRW oft mehr ein, als später ausgezahlt wird.
Vorsorge und Sozialamt
Wer später Sozialhilfe braucht, etwa für das Pflegeheim, kann eine angemessene Bestattungsvorsorge oft behalten: Sie zu verwerten, kann eine Härte nach § 90 Abs. 3 SGB XII sein, solange das Geld einer würdigen Bestattung und Grabpflege dient (BSG, Urteil vom 18. März 2008, B 8/9b SO 9/06 R). Was angemessen ist, prüft das Amt im Einzelfall.
Wünsche aufschreiben
Leg schriftlich fest, wie du bestattet werden willst, und sag deinen Angehörigen, wo das Papier liegt. Das Testament allein reicht dafür nicht, es wird oft erst nach der Beerdigung eröffnet (Aeternitas). Deine Wünsche zählen auch dann, wenn später das Sozialamt zahlt (BSG, B 8 SO 8/24 R).
Häufige Fragen
Muss ich zahlen, wenn ich das Erbe ausschlage?
Ich habe die Beerdigung bezahlt, bin aber nicht Erbe. Bekomme ich das Geld zurück?
Muss ich für die Beerdigung meiner Eltern zahlen, wenn wir keinen Kontakt hatten?
Was passiert, wenn sich niemand um die Bestattung kümmert?
Was kostet eine Sozialbestattung?
Kann das Sozialamt verlangen, dass ich für die Bestattung einen Kredit aufnehme?
Gehört die Grabpflege zu den Bestattungskosten?
Wer bezahlt die Bestattung, wenn der Nachlass überschuldet ist?
Zahlt das Sozialamt auch eine Seebestattung oder Baumbestattung?
Was tun, wenn das Sozialamt nicht entscheidet und der Bestatter auf sein Geld wartet?
Quellen
- § 74 SGB XII: Übernahme der Bestattungskosten durch das Sozialamt gesetze-im-internet.de
- § 85 SGB XII: Einkommensgrenze: Grundbetrag, Unterkunft, Familienzuschlag gesetze-im-internet.de
- § 87 SGB XII: Einkommen über der Einkommensgrenze gesetze-im-internet.de
- § 90 SGB XII: Vermögen, das nicht eingesetzt werden muss gesetze-im-internet.de
- Verordnung zu § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII: Schonbeträge von 10.000 € und 500 € gesetze-im-internet.de
- § 98 SGB XII: Absatz 3: welches Sozialamt zuständig ist gesetze-im-internet.de
- BSG, Urteil vom 12. März 2026, B 8 SO 8/24 R: erforderliche Kosten, Wunsch nach einem gemeinsamen Grab bsg.bund.de
- BSG, Urteil vom 12. Dezember 2023, B 8 SO 20/22 R: Bestattungspflichtige, Trauerrede, Ansprüche gegen Erben bsg.bund.de
- BSG, Urteil vom 4. April 2019, B 8 SO 10/18 R: Einkommensgrenze, Einkommen des Ehepartners, Ratenkredit bsg.bund.de
- BSG, Urteil vom 11. September 2020, B 8 SO 8/19 R: Nachlass zuerst einsetzen bsg.bund.de
- BSG, Urteil vom 29. September 2009, B 8 SO 23/08 R: Fälligkeit der Rechnung entscheidet, Antrag auch nach der Bestattung lexetius.com
- BSG, Urteil vom 18. März 2008, B 8/9b SO 9/06 R: Bestattungsvorsorge als geschütztes Vermögen lexetius.com
- § 1968 BGB: Der Erbe trägt die Beerdigungskosten gesetze-im-internet.de
- § 1615 BGB: Absatz 2: Unterhaltspflichtige, wenn beim Erben nichts zu holen ist gesetze-im-internet.de
- Stadt Dortmund: Ordnungsbehördliche Bestattungen: Reihenfolge nach § 8 BestG NRW, Fristen dortmund.de
- Aeternitas: Ratgeber Sozialbestattung: anerkannte Leistungen, Antrag, mehrere Verpflichtete aeternitas.de
- Service-BW: Übernahme der Bestattungskosten beantragen: Unterlagen, Stand 18.05.2026 heidelberg.de
- § 64 SGB VII: Sterbegeld bei Tod durch Arbeitsunfall gesetze-im-internet.de
- BSG, Urteil vom 13. Juni 2006, B 8 KN 1/05 KR R: Sterbegeld der Krankenkasse seit 2004 entfallen lexetius.com
- DRV: Vorschuss im Sterbevierteljahr: Antrag binnen 30 Tagen deutsche-rentenversicherung.de
- § 844 BGB: Beerdigungskosten und Hinterbliebenengeld bei Tötung gesetze-im-internet.de
- § 10 StVG: Beerdigungskosten nach einem Verkehrsunfall gesetze-im-internet.de
- § 10 ErbStG: Absatz 5 Nr. 3: Erbfallkostenpauschale gesetze-im-internet.de
- BFH, Urteil vom 17. Juni 2026, II R 25/23: Pauschale einmal je Erbfall, auch für Vermächtnisnehmer bundesfinanzhof.de
- BGH, Urteil vom 26. Mai 2021, IV ZR 174/20: Grabpflege gehört nicht zu den Beerdigungskosten (Bericht Otto Schmidt) otto-schmidt.de
- § 33 EStG: außergewöhnliche Belastungen, zumutbare Belastung gesetze-im-internet.de
- BFH, Urteil vom 22. Februar 1996, III R 7/94: nur was Nachlass und Versicherungen nicht decken lexetius.com
- BFH, Urteil vom 17. Juni 1994, III R 42/93: Reise, Bewirtung und Trauerkleidung nicht absetzbar haufe.de
- BFH, Urteil vom 19. Januar 2017, VI R 75/14: zumutbare Belastung stufenweise bundesfinanzhof.de
- Verbraucherzentrale NRW: Sterbegeldversicherungen: Vorsorge, Treuhandkonto, Stand 12.08.2026 verbraucherzentrale.nrw
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- Erbschein Gebühren beim Nachlassgericht
- Pflichtteil Was enterbten Angehörigen zusteht
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- Grundsicherungsgeld Leistungen zum Lebensunterhalt, früher Bürgergeld
- Lebensversicherung Auszahlung und Steuer im Todesfall