Zum Inhalt springen

Mieten oder kaufen: Rechner 2026

Ob Kaufen oder Mieten mehr bringt, zeigt erst das Vermögen am Ende. Bei 1.200 € Miete gegen eine Wohnung für 400.000 € mit 80.000 € Eigenkapital steht es nach 20 Jahren fast unentschieden: Mieten +718 €. Den Ausschlag geben zwei Annahmen, die niemand sicher kennt: wie stark die Immobilie im Wert steigt und was angelegtes Geld bringt.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Mieten-oder-kaufen-Rechner

Mieten liegt nach 20 Jahren vorn um

718 €

Vermögen Kauf 392.565 € · Vermögen Miete 393.282 €

Als Käufer besitzt du nach 20 Jahren eine Immobilie im Wert von 538.742 € bei 146.177 € Restschuld. Als Mieter hättest du dein Eigenkapital und jede Monatsdifferenz angelegt und nach Steuern 393.282 €.

Monat 1: Miete
1.200,00 €
Monat 1: Rate plus Instandhaltung
2.095,70 €
Zinsen in der Zeit
205.146 €

So ist der Vergleich fair: Wer im Monat weniger zahlt, legt die Differenz an. Am Ende zählt das Vermögen, nicht die Summe der Zahlungen. Kleine Änderungen bei Wertsteigerung und Rendite drehen das Ergebnis oft, probier deshalb mehrere Werte.

Auf dieser Seite
  1. So wird verglichen
  2. Rechenweg Schritt für Schritt
  3. Kaufnebenkosten je Bundesland
  4. Was das Ergebnis dreht
  5. Kaufpreisfaktor
  6. Mietsteigerung
  7. Kurz oder lang
  8. Mietkauf
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen

So wird verglichen

Der Käufer steckt sein Eigenkapital in Nebenkosten und Kaufpreis und zahlt dann Kreditrate und Instandhaltung, im ersten Monat 2.095,70 €. Der Mieter zahlt 1.200,00 € Miete, legt sein Eigenkapital an und dazu jeden Monat die Differenz zum Käufer. Wird die Miete irgendwann teurer als die Kosten des Käufers, spart der Käufer die Differenz.

Nach 20 Jahren hat der Käufer eine Wohnung im Wert von 538.742 € bei 146.177 € Restschuld, zusammen 392.565 €. Der Mieter hat ein Depot mit 393.282 €, nachdem 45.747 € Steuern auf die Gewinne abgezogen sind. Gerechnet mit 3,81 % Zins, dem Durchschnitt der Effektivzinsen für Wohnungsbaukredite mit über fünf bis zehn Jahren Zinsbindung laut Bundesbank (August 2026). Der Rechner setzt ihn als Sollzins an und hält ihn über die ganze Zeit fest, eine Anschlussfinanzierung kann teurer oder billiger werden. Die Anlagerendite von 4,03 % ist die Rendite zehnjähriger Pfandbriefe laut Zinsstruktur der Bundesbank am 25. September 2026.

Die Steuer auf das Depot zieht der Rechner am Ende ab, auf den ganzen Gewinn und mit dem Sparer-Pauschbetrag für jedes Jahr. Das entspricht ungefähr einem thesaurierenden Fonds und setzt voraus, dass du den Pauschbetrag nicht anderweitig brauchst. Werden die Zinsen jedes Jahr ausgezahlt, wie bei Pfandbriefen, fällt die Steuer laufend an, das Depot wächst dann langsamer, und der Kauf schneidet etwas besser ab als hier.

Der Vergleich Schritt für Schritt

  1. Kaufnebenkosten11 % von 400.000 € sind 44.000 €. Sie gehen sofort weg und tauchen im Vermögen nicht mehr auf.
  2. DarlehenKaufpreis plus Nebenkosten minus 80.000 € Eigenkapital: 364.000 €.
  3. Monatliche Kosten des KäufersRate mit 3,81 % Zins und 2 % Tilgung: 1.762,37 €, dazu 333,33 € Instandhaltung (1 % des Kaufpreises im Jahr).
  4. Monatliche Kosten des Mieters1.200,00 € Kaltmiete, jedes Jahr um 2 % höher. Die Differenz zum Käufer legt er an, ebenso von Anfang an die 80.000 €.
  5. Vermögen nach 20 JahrenKäufer: Wert der Wohnung bei 1,5 % Steigerung im Jahr minus Restschuld, 392.565 €. Mieter: Depot nach Steuern, 393.282 €.

Nebenkosten der Miete wie Heizung oder Hausmeister zählen nicht mit, weil sie Mieter und Eigentümer gleichermaßen tragen. Das Hausgeld einer Eigentumswohnung enthält aber Anteile, die ein Mieter nicht zahlt, etwa die Verwaltung und die Erhaltungsrücklage. Die Rücklage steckt hier in der Instandhaltung, die Verwaltung rechnet der Rechner nicht mit.

Kaufnebenkosten je Bundesland

Den größten Posten bestimmt das Land: die Grunderwerbsteuer. Notar und Grundbuch kosten überall gleich viel, weil die Gebühren im Gerichts- und Notarkostengesetz stehen. Für die Wohnung zu 400.000 € mit einer Grundschuld über 364.000 € sind das 5.662 €.

LandSteuersatzGrunderwerbsteuermit Notar und Grundbuchvom Kaufpreis
Bayern3,5 %14.000 €19.662 €4,9 %
Baden-Württemberg5,0 %20.000 €25.662 €6,4 %
Niedersachsen5,0 %20.000 €25.662 €6,4 %
Rheinland-Pfalz5,0 %20.000 €25.662 €6,4 %
Sachsen-Anhalt5,0 %20.000 €25.662 €6,4 %
Thüringen5,0 %20.000 €25.662 €6,4 %
Bremen5,5 %22.000 €27.662 €6,9 %
Hamburg5,5 %22.000 €27.662 €6,9 %
Sachsen5,5 %22.000 €27.662 €6,9 %
Berlin6,0 %24.000 €29.662 €7,4 %
Hessen6,0 %24.000 €29.662 €7,4 %
Mecklenburg-Vorpommern6,0 %24.000 €29.662 €7,4 %
Brandenburg6,5 %26.000 €31.662 €7,9 %
Nordrhein-Westfalen6,5 %26.000 €31.662 €7,9 %
Saarland6,5 %26.000 €31.662 €7,9 %
Schleswig-Holstein6,5 %26.000 €31.662 €7,9 %

Kaufpreis 400.000 €, ohne Makler. Notar und Grundbuch nach GNotKG mit Umsatzsteuer: Kaufvertrag, Vollzug, Betreuung, Grundschuld, Vormerkung und Eintragungen.

Hat der Verkäufer einen Makler beauftragt, kann er dir die Provision nur zur Hälfte weitergeben, und fällig wird dein Teil erst, wenn er seinen bezahlt hat (§ 656d BGB). Beauftragt ihr den Makler beide, zahlt ihr gleich viel (§ 656c BGB). Wie viel Grunderwerbsteuer genau anfällt, rechnet der Grunderwerbsteuer-Rechner, die Notarkosten im Detail der Notarkosten-Rechner.

Was das Ergebnis dreht

WertsteigerungAnlage 2 %Anlage 4 %Anlage 6 %
0,0 %Mieten +42.716 €Mieten +122.762 €Mieten +232.853 €
1,0 %Kaufen +36.459 €Mieten +44.571 €Mieten +155.841 €
1,5 %Kaufen +82.267 €Kaufen +713 €Mieten +111.183 €
2,0 %Kaufen +132.749 €Kaufen +50.649 €Mieten +61.897 €
3,0 %Kaufen +249.541 €Kaufen +166.278 €Kaufen +52.348 €

Vorsprung nach 20 Jahren, übrige Werte wie im Rechner. Markiert: Kaufen liegt vorn.

Steigt die Wohnung nicht im Wert, liegt Mieten klar vorn. Bei 4 % Anlagerendite braucht der Kauf etwa 1,5 % Wertsteigerung im Jahr, um vorn zu liegen, bei 6 % schon etwa 2,6 %. Eine Anlage mit 6 % Rendite trägt aber auch deutlich mehr Risiko als ein Pfandbrief.

Kaufpreisfaktor: wie viele Jahresmieten die Wohnung kostet

Eine schnelle Kennzahl für den Vergleich ist der Kaufpreisfaktor: Kaufpreis geteilt durch die Jahreskaltmiete einer vergleichbaren Wohnung. Im Beispiel sind das 400.000 € ÷ (1.200 € × 12) = 27,8. Du zahlst also so viel wie für 27,8 Jahre Miete, noch ohne Nebenkosten, Zinsen und Instandhaltung.

Je höher der Faktor, desto teurer ist Kaufen im Verhältnis zum Mieten, und desto mehr Wertsteigerung braucht der Kauf, um sich zu lohnen. Der Faktor ersetzt aber keine Rechnung, weil er Zinsen, Steuern und die Anlage des Eigenkapitals nicht berücksichtigt.

Anschaulicher wird er umgedreht: 1 ÷ 27,8 = 3,6 %. So viel vom Kaufpreis sparst du im Jahr an Kaltmiete. Der Bauzins liegt mit 3,81 % darüber. Jeder geliehene Euro kostet also mehr Zins, als er an Miete spart, und das noch vor Nebenkosten und Instandhaltung.

Wie stark die Mietsteigerung zählt

Je schneller die Miete steigt, desto teurer wird das Mieten über die Jahre. Wie sich das mit der Wertsteigerung verbindet:

MietsteigerungWert +1 %Wert +1,5 %Wert +2 %
1,0 %Mieten +85.954 €Mieten +40.679 €Kaufen +9.249 €
2,0 %Mieten +45.993 €Mieten +718 €Kaufen +49.210 €
3,0 %Mieten +1.150 €Kaufen +44.125 €Kaufen +94.052 €

Vorsprung nach 20 Jahren bei 4,03 % Anlagerendite, übrige Werte wie im Rechner. Markiert: Kaufen liegt vorn.

Wie stark eine Miete steigen darf, begrenzt das Gesetz: bei der ortsüblichen Vergleichsmiete mit der Kappungsgrenze, bei der Indexmiete mit der Inflation. Was bei dir möglich ist, zeigen der Mieterhöhungs-Rechner und der Indexmiete-Rechner.

Kurz oder lang

NachVermögen KaufVermögen MieteVorsprung
5 Jahre106.942 €149.600 €Mieten +42.658 €
10 Jahre188.659 €224.480 €Mieten +35.821 €
20 Jahre392.565 €393.282 €Mieten +718 €
30 Jahre664.338 €590.241 €Kaufen +74.097 €

In den ersten Jahren liegt der Mieter vorn, weil die Kaufnebenkosten weg sind und der Kredit anfangs vor allem Zinsen kostet. Je länger du bleibst, desto eher holt der Kauf auf.

Was der Rechner nicht misst

Eigentum schützt vor Kündigung wegen Eigenbedarf und steigenden Mieten, bindet dich aber an einen Ort. Wer in einigen Jahren umziehen will, fährt mit Mieten meist besser, weil ein früher Verkauf Nebenkosten kostet.

Mietkauf: Miete, die zum Kaufpreis wird

Beim Mietkauf wohnst du zur Miete und zahlst zusätzlich einen Anteil an, der später auf den Kaufpreis angerechnet wird. Am Ende kaufst du die Wohnung oder das Haus zum vorher vereinbarten Preis. Für Leute ohne Eigenkapital klingt das gut, die Rechnung ist aber dieselbe wie beim Kauf mit Kredit: Was du über die Miete hinaus zahlst, ist Tilgung, und der Aufschlag des Verkäufers ist dein Zins.

Verpflichtet der Vertrag eine Seite zum Kauf oder Verkauf, muss ihn ein Notar beurkunden, sonst ist er unwirksam (§ 311b Abs. 1 BGB). Lass dir vorher schriftlich geben, was mit den angezahlten Beträgen passiert, wenn du nicht kaufst oder nicht kaufen kannst. Zum Vergleich trägst du den vereinbarten Kaufpreis oben in den Rechner ein, als Eigenkapital das, was du bis zum Kauf angespart hättest.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten?
Grunderwerbsteuer je nach Land zwischen 3,5 und 6,5 % des Kaufpreises, dazu Notar und Grundbuch. Für eine Wohnung zu 400.000 € mit Grundschuld über das Darlehen sind das 5.662 € oder 1,4 % (GNotKG, mit Umsatzsteuer). Kommt ein Makler dazu, zahlst du als Käufer einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses höchstens so viel wie der Verkäufer (§§ 656c, 656d BGB). Die Tabelle oben zeigt alle Länder.
Ab welchem Kaufpreisfaktor lohnt sich der Kauf?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Hilfreich ist der Kehrwert: Bei einem Faktor von 27,8 entspricht die ersparte Kaltmiete 3,6 % des Kaufpreises im Jahr. Liegt das unter dem Bauzins, hier 3,81 %, kostet dich das Wohnen im Eigentum anfangs mehr als die Miete, noch ohne Nebenkosten und Instandhaltung. Aufholen kann der Kauf dann nur über Wertsteigerung und steigende Mieten.
Was ist ein Mietkauf?
Du mietest eine Immobilie und zahlst neben der Miete einen Anteil, der später auf den Kaufpreis angerechnet wird. Verpflichtet der Vertrag eine Seite zum Kauf oder Verkauf, muss er notariell beurkundet werden, sonst ist er unwirksam (§ 311b Abs. 1 BGB). Prüf vor allem, was mit den angesparten Anteilen passiert, wenn du nicht kaufst, und wie hoch Kaufpreis und Aufschläge im Vergleich zu einem normalen Kauf mit Kredit sind.
Ist Kaufen nicht immer besser, weil man am Ende schuldenfrei wohnt?
Nicht automatisch. Der Mieter kann das Eigenkapital und jeden Euro, den er gegenüber dem Käufer spart, anlegen. Ob am Ende die Immobilie oder das Depot mehr wert ist, hängt vor allem an der Wertsteigerung und an der Rendite der Anlage. Der Rechner vergleicht genau das.
Warum zählt der Rechner die Instandhaltung mit?
Weil Dach, Heizung und Fenster irgendwann Geld kosten, das ein Mieter nicht zahlt. Wie viel, hängt vom Zustand ab. Ein Prozent des Kaufpreises im Jahr ist nur eine Annahme, die du anpassen kannst.
Muss ich die Wertsteigerung der eigenen Wohnung versteuern?
Nein, wenn du selbst darin wohnst: Ein Verkaufsgewinn ist steuerfrei, wenn du die Wohnung die ganze Zeit oder im Verkaufsjahr und den beiden Jahren davor selbst genutzt hast (§ 23 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG). Eine vermietete Wohnung ist erst nach zehn Jahren steuerfrei verkäuflich. Gewinne im Depot sind dagegen steuerpflichtig, soweit sie über dem Sparer-Pauschbetrag liegen. Der Rechner zieht beim Mieter deshalb die Abgeltungsteuer ab.
Welche Rolle spielt die Tilgung?
Eine höhere Tilgung macht die Rate des Käufers größer. Der Mieter legt die Differenz an, der Käufer baut schneller Schulden ab und spart Zinsen. Welche Seite davon mehr hat, hängt vom Kreditzins und der Anlagerendite ab, und zwar nach Steuern: Gesparte Kreditzinsen sind steuerfrei, Anlagegewinne nicht. 4,03 % Rendite sind nach Abgeltungsteuer und Soli nur noch rund 2,97 %, bei 3,81 % Kreditzins. Erst wenn die Rendite nach Steuern über dem Kreditzins liegt, bringt das Anlegen mehr als das schnelle Tilgen. Im Rechner kannst du beides einstellen.
Was ist mit Kosten beim späteren Verkauf?
Die rechnet der Rechner nicht ein. Verkaufst du am Ende, fallen je nach Lage Makler- und Nebenkosten an, die das Ergebnis des Käufers verringern. Behältst du die Wohnung, spielen sie keine Rolle.

Quellen

  1. § 23 EStG: Private Veräußerungsgeschäfte, Ausnahme für Selbstnutzung gesetze-im-internet.de
  2. §§ 656c, 656d BGB: Maklerprovision beim Kauf von Wohnung oder Einfamilienhaus gesetze-im-internet.de
  3. § 311b BGB: Notarielle Beurkundung bei Grundstücksverträgen gesetze-im-internet.de
  4. Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG): Notar und Grundbuch, Tabelle B gesetze-im-internet.de
  5. § 32d EStG: Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge gesetze-im-internet.de
  6. Bundesbank: Zinsstruktur für Pfandbriefe: Voreingestellte Anlagerendite, Stand 25. September 2026 bundesbank.de
  7. Bundesbank: MFI-Zinsstatistik: Voreingestellter Bauzins, Stand August 2026 bundesbank.de

Passende Rechner