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Grunderwerbsteuer 2026 nach Bundesland
Den Satz bestimmt das Land, in dem das Grundstück liegt, nicht dein Wohnort. Wer in Hamburg wohnt und in Schleswig-Holstein kauft, zahlt 6,5 %.
| Bundesland | Satz | bei 300.000 € | bei 500.000 € |
|---|---|---|---|
| Bayern | 3,5 % | 10.500 € | 17.500 € |
| Baden-Württemberg | 5,0 % | 15.000 € | 25.000 € |
| Niedersachsen | 5,0 % | 15.000 € | 25.000 € |
| Rheinland-Pfalz | 5,0 % | 15.000 € | 25.000 € |
| Sachsen-Anhalt | 5,0 % | 15.000 € | 25.000 € |
| Thüringen | 5,0 % | 15.000 € | 25.000 € |
| Bremen | 5,5 % | 16.500 € | 27.500 € |
| Hamburg | 5,5 % | 16.500 € | 27.500 € |
| Sachsen | 5,5 % | 16.500 € | 27.500 € |
| Berlin | 6,0 % | 18.000 € | 30.000 € |
| Hessen | 6,0 % | 18.000 € | 30.000 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 6,0 % | 18.000 € | 30.000 € |
| Brandenburg | 6,5 % | 19.500 € | 32.500 € |
| Nordrhein-Westfalen | 6,5 % | 19.500 € | 32.500 € |
| Saarland | 6,5 % | 19.500 € | 32.500 € |
| Schleswig-Holstein | 6,5 % | 19.500 € | 32.500 € |
Stand 7. Oktober 2026. Zuletzt geändert: Bremen von 5,0 % auf 5,5 % zum 1. Juli 2025, Thüringen von 6,5 % auf 5,0 % zum 1. Januar 2024, Hamburg von 4,5 % auf 5,5 % zum 1. Januar 2023 und Sachsen von 3,5 % auf 5,5 % zum 1. Januar 2023.
Im Grunderwerbsteuergesetz stehen bis heute 3,5 % (§ 11 Abs. 1 GrEStG). Seit dem 1. September 2006 dürfen die Länder den Satz selbst bestimmen (Art. 105 Abs. 2a Satz 2 GG). So beschreibt es auch das Bundesfinanzministerium in seiner Broschüre „Steuern von A bis Z“: Alle Länder außer Bayern haben erhöht, bis auf 6,5 %. Die einzelnen Sätze nennt die Broschüre nicht, sie stehen in den Landesgesetzen, die Tabelle oben fasst sie zusammen.
Grunderwerbsteuer berechnen: Formel und Rechenweg
Grunderwerbsteuer = Bemessungsgrundlage × Steuersatz des Landes
Bemessungsgrundlage ist meist der Kaufpreis ohne mitverkauftes Inventar, das Ergebnis wird auf volle Euro abgerundet (§ 11 Abs. 2 GrEStG)
Reiner Kauf ohne Kredit, kein Inventar im Vertrag.
- Kaufpreis laut Notarvertrag
- 400.000 €
- Bemessungsgrundlage (ohne Inventar)
- 400.000 €
- Grunderwerbsteuer 6,5 %, auf volle Euro abgerundet
- 26.000 €
- Notar für Kaufvertrag, Vollzug und Betreuung, mit Umsatzsteuer
- 2.826,25 €
- Grundbuchamt für Vormerkung und Eigentumsumschreibung
- 1.202,50 €
- Kaufnebenkosten ohne Makler und Finanzierung
- 30.028,75 €
Notar und Grundbuch rechnet der Rechner exakt nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz. Nimmst du einen Kredit auf, kommen Beurkundung und Eintragung der Grundschuld dazu, das zeigt der Notarkosten-Rechner. Makler, Eigenkapital und Rate rechnet der Baufinanzierungsrechner mit.
Liegt die Bemessungsgrundlage bei höchstens 2.500 €, fällt keine Steuer an (§ 3 Nr. 1 GrEStG). Das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag: Für ein Stück Garten zu 3.000 € zahlst du in Nordrhein-Westfalen 195 €, berechnet auf den vollen Betrag.
Grunderwerbsteuer-Tabelle nach Kaufpreis
| Kaufpreis | 3,5 % | 5,0 % | 5,5 % | 6,0 % | 6,5 % |
|---|---|---|---|---|---|
| 100.000 € | 3.500 € | 5.000 € | 5.500 € | 6.000 € | 6.500 € |
| 150.000 € | 5.250 € | 7.500 € | 8.250 € | 9.000 € | 9.750 € |
| 200.000 € | 7.000 € | 10.000 € | 11.000 € | 12.000 € | 13.000 € |
| 250.000 € | 8.750 € | 12.500 € | 13.750 € | 15.000 € | 16.250 € |
| 300.000 € | 10.500 € | 15.000 € | 16.500 € | 18.000 € | 19.500 € |
| 400.000 € | 14.000 € | 20.000 € | 22.000 € | 24.000 € | 26.000 € |
| 500.000 € | 17.500 € | 25.000 € | 27.500 € | 30.000 € | 32.500 € |
| 600.000 € | 21.000 € | 30.000 € | 33.000 € | 36.000 € | 39.000 € |
| 750.000 € | 26.250 € | 37.500 € | 41.250 € | 45.000 € | 48.750 € |
| 1.000.000 € | 35.000 € | 50.000 € | 55.000 € | 60.000 € | 65.000 € |
Steuer ohne Inventar, auf volle Euro abgerundet. Es gelten 3,5 % in Bayern; 5,0 % in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen; 5,5 % in Bremen, Hamburg und Sachsen; 6,0 % in Berlin, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern; 6,5 % in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein.
Fristen und Grenzen auf einen Blick
| Wert | 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
| Steuersatz je nach Bundesland | 3,5 % bis 6,5 % | § 11 GrEStG und Landesgesetze |
| Steuerfrei bis zu einem Wert von | 2.500 € | § 3 Nr. 1 GrEStG |
| Anzeige des Notars an das Finanzamt | binnen 2 Wochen | § 18 Abs. 3 GrEStG |
| Fällig nach Bekanntgabe des Bescheids | 1 Monat | § 15 GrEStG |
| Säumniszuschlag je angefangenem Monat | 1 % | § 240 AO |
| Erstattung bei Rückabwicklung | binnen 2 Jahren | § 16 GrEStG |
| Share Deals: Anteilswechsel ab | 90 % in 10 Jahren | § 1 Abs. 2a bis 3a GrEStG |
| Vervielfältiger für den Erbbauzins bei 99 Jahren | 18,589 | Anlage 9a BewG |
Bemessungsgrundlage (§ 8, § 9 GrEStG): was zum Kaufpreis zählt
Besteuert wird der Wert der Gegenleistung (§ 8 Abs. 1 GrEStG). Beim Kauf ist das der Kaufpreis samt allen Leistungen, die du zusätzlich übernimmst, und den Nutzungen, die sich der Verkäufer vorbehält (§ 9 Abs. 1 Nr. 1). Die Grunderwerbsteuer selbst wird weder hinzugerechnet noch abgezogen (§ 9 Abs. 3).
| Posten | Zählt mit? | Grundlage |
|---|---|---|
| Kaufpreis für Grundstück und Gebäude | ja | § 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG |
| Schulden oder Kosten des Verkäufers, die du übernimmst, etwa seine Maklerprovision | ja | § 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG |
| Wohnrecht oder Nießbrauch, das sich der Verkäufer vorbehält | ja, mit dem Kapitalwert | § 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG |
| Hausbau durch eine Firma, an die dich die Verkäuferseite schon beim Kauf bindet | ja | BFH II B 6/21 |
| Erbbauzins beim Kauf eines Erbbaurechts | ja, hochgerechnet auf die Restlaufzeit | § 9 Abs. 2 Nr. 2 GrEStG |
| Anteil an der Erhaltungsrücklage der Eigentümergemeinschaft | ja, kein Abzug | BFH II R 49/17 |
| Gesondert bezahlte Einbauküche, Möbel, Markisen | nein | § 2 Abs. 1 GrEStG |
| Provision aus deinem eigenen Maklervertrag | nein | eigene Pflicht, keine Gegenleistung |
| Notar- und Grundbuchkosten | nein | § 448 Abs. 2 BGB |
Gibt es keine Gegenleistung oder geht es um Anteile an einer Gesellschaft, rechnet das Finanzamt mit dem Grundbesitzwert nach dem Bewertungsgesetz (§ 8 Abs. 2 GrEStG).
Notar und Grundbuch zahlst du als Käufer ohnehin selbst (§ 448 Abs. 2 BGB), sie erhöhen die Steuer nicht. Übernimmst du dagegen Pflichten des Verkäufers, etwa seinen Makler oder seinen Kredit, zählt der Betrag zum Kaufpreis. Behält der Verkäufer ein lebenslanges Wohnrecht, zählt dessen Kapitalwert, der sich nach seinem Alter und dem Wert der Nutzung richtet (§ 14 BewG). Bei einem Kauf auf Leibrente gilt dasselbe für den Kapitalwert der Rente.
Einbauküche und Inventar abziehen
Steuerpflichtig ist das Grundstück mit allem, was fest dazugehört: das Gebäude und alles, was zu seiner Herstellung eingefügt wurde, also etwa Heizung, Fenster und Böden (§ 94 BGB, § 2 Abs. 1 GrEStG). Bewegliche Dinge gehören nicht dazu, auch wenn sie mitverkauft werden. Für Zubehör hat der Bundesfinanzhof das ausdrücklich bestätigt: Der Preis dafür gehört nicht zur Bemessungsgrundlage. Deckt ein Gesamtpreis beides ab, wird er nach dem Verhältnis der Werte aufgeteilt (Beschluss vom 3. Juni 2020, II B 54/19).
- Kaufpreis
- 400.000 €
- davon Einbauküche und Möbel, im Vertrag gesondert ausgewiesen
- −12.000 €
- Bemessungsgrundlage
- 388.000 €
- Grunderwerbsteuer 6,5 %
- 25.220 €
- Ersparnis gegenüber dem vollen Preis
- 780 €
Leg dem Vertrag eine Liste mit Zeitwerten bei, gern mit Fotos. Setzt ihr zu viel an, rechnet das Finanzamt nach und die Ersparnis schrumpft.
Typisch sind eine gebrauchte Einbauküche, Markisen, Möbel und Gartengeräte. Der Betrag sollte im Kaufvertrag gesondert stehen und zum Zustand der Sachen passen. Das Finanzgericht Köln hat 9.500 € für eine hochwertige Küche und zwei Markisen bei einem Kaufpreis von 392.500 € anerkannt: Vereinbarte Preise gelten, solange nichts gegen ihre Angemessenheit spricht, und das muss das Finanzamt darlegen. Dass die Küche nach steuerlichen Abschreibungsregeln nichts mehr wert wäre, ließ das Gericht nicht gelten, es urteilte nach Fotos (Urteil vom 8. November 2017, 5 K 2938/16). Die Steuer setzte es für jeden der beiden Käufer auf 12.447 € fest, genau so viel ergibt der Rechner für eine Hälfte.
Nicht abziehen kannst du den Anteil an der Erhaltungsrücklage, früher Instandhaltungsrücklage, wenn du eine Eigentumswohnung kaufst. Das Geld gehört der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer und geht nicht auf dich über. Der Kaufpreis bleibt deshalb ungekürzt die Bemessungsgrundlage (BFH, Urteil vom 16. September 2020, II R 49/17).
Grunderwerbsteuer beim Erbbaurecht (Erbpacht)
Erbbaurechte stehen Grundstücken gleich (§ 2 Abs. 2 Nr. 1 GrEStG). Grunderwerbsteuer fällt an, wenn ein Erbbaurecht neu bestellt, verlängert oder verkauft wird. Den Erbbauzins rechnet das Finanzamt dabei auf die Laufzeit hoch: Jahresbetrag mal Vervielfältiger aus Anlage 9a zum Bewertungsgesetz (§ 13 Abs. 1 BewG). Die Faktoren beruhen auf 5,5 % Zins, bei 99 Jahren sind es 18,589. Als dauernde Last, die nicht mitzählt, gilt der Erbbauzins ausdrücklich nicht (§ 9 Abs. 2 Nr. 2 Satz 3 GrEStG).
| Vorgang | Bemessungsgrundlage | Grundlage |
|---|---|---|
| Neues Erbbaurecht bestellen | Erbbauzins × Vervielfältiger für die vereinbarte Laufzeit | § 13 BewG |
| Bestehendes Erbbaurecht mit Haus kaufen | Kaufpreis plus Erbbauzins × Vervielfältiger für die Restlaufzeit | BFH II R 5/22 |
| Erbbaurecht verlängern | Erbbauzins × Vervielfältiger für die Verlängerung, ohne Abzinsung | BFH II R 36/23 |
| Grundstück kaufen, auf dem ein Erbbaurecht lastet | Kaufpreis minus Kapitalwert des Erbbauzinses, den du künftig bekommst | BFH II R 8/14 |
Das Erbbaurecht läuft noch 60 Jahre, der Erbbauzins beträgt 2.400 € im Jahr.
- Kaufpreis für Haus und Erbbaurecht
- 250.000 €
- Erbbauzins im Jahr
- 2.400 €
- × Vervielfältiger für 60 Jahre Restlaufzeit
- 17,930
- Kapitalwert des Erbbauzinses
- +43.032 €
- Bemessungsgrundlage
- 293.032 €
- Grunderwerbsteuer 6,5 %
- 19.047 €
Ohne den Erbbauzins wären es 16.250 €, der hochgerechnete Zins kostet also 2.797 € Steuer zusätzlich.
So hat es der Bundesfinanzhof für den Kauf eines bestehenden Erbbaurechts bestätigt: Zum Kaufpreis kommt der auf die Laufzeit kapitalisierte Erbbauzins (Urteil vom 22. Oktober 2025, II R 5/22). Bestellt dir eine Gemeinde oder Kirche ein neues Erbbaurecht über 99 Jahre für 3.000 € im Jahr, beträgt der Kapitalwert 55.767 €, in Nordrhein-Westfalen sind das 3.624 € Steuer. Kaufst du später das Grundstück dazu, zieht das Finanzamt den Kapitalwert des Erbbauzinses vom Kaufpreis ab, denn der Anspruch auf den Erbbauzins zählt nicht zum Grundstück (§ 2 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 GrEStG, BFH, Urteil vom 6. Mai 2015, II R 8/14).
Mit derselben Rechnung hat der Bundesfinanzhof eine Verlängerung um 60 Jahre bewertet: 69.076 € Erbbauzins mal 17,930 ergab 1.238.533 € und 80.504 € Grunderwerbsteuer. Abgezinst wird nicht, auch wenn die Verlängerung erst Jahrzehnte später beginnt (Urteil vom 10. Juli 2024, II R 36/23). Der Rechner oben kommt mit diesen Zahlen auf denselben Betrag.
Erbpacht-Tabelle: Vervielfältiger und Steuer je 1.000 € Erbbauzins
| Laufzeit | Vervielfältiger | Kapitalwert | Steuer bei 3,5 % | Steuer bei 6,5 % |
|---|---|---|---|---|
| 99 Jahre | 18,589 | 18.589 € | 650 € | 1.208 € |
| 90 Jahre | 18,531 | 18.531 € | 648 € | 1.204 € |
| 80 Jahre | 18,424 | 18.424 € | 644 € | 1.197 € |
| 75 Jahre | 18,345 | 18.345 € | 642 € | 1.192 € |
| 70 Jahre | 18,242 | 18.242 € | 638 € | 1.185 € |
| 60 Jahre | 17,930 | 17.930 € | 627 € | 1.165 € |
| 50 Jahre | 17,397 | 17.397 € | 608 € | 1.130 € |
| 40 Jahre | 16,487 | 16.487 € | 577 € | 1.071 € |
| 30 Jahre | 14,933 | 14.933 € | 522 € | 970 € |
| 20 Jahre | 12,279 | 12.279 € | 429 € | 798 € |
| 10 Jahre | 7,745 | 7.745 € | 271 € | 503 € |
Je 1.000 € Erbbauzins im Jahr, Vervielfältiger nach Anlage 9a BewG. Für andere Beträge rechnest du anteilig: Bei 2.400 € ist alles 2,4-mal so hoch, Steuer ohne den Kaufpreis.
Trag als Kaufpreis den Preis für das Erbbaurecht plus den Kapitalwert des Erbbauzinses ein. Bei einer neuen Bestellung ohne Kaufpreis ist der Kapitalwert allein die Bemessungsgrundlage.
Wann Grunderwerbsteuer anfällt und wann nicht
Steuerpflichtig ist jedes Geschäft, das einen Anspruch auf ein Grundstück in Deutschland begründet, allen voran der Kaufvertrag (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG). Dazu kommen unter anderem das Meistgebot in der Zwangsversteigerung (Nr. 4) und Share Deals (Abs. 2a bis 3a). Tauschen zwei Eigentümer ihre Grundstücke, zahlen beide (§ 1 Abs. 5). Diese Erwerbe sind befreit (§ 3 GrEStG):
| Erwerb | Vorschrift |
|---|---|
| Wert bis 2.500 €, etwa ein kleines Stück Garten | § 3 Nr. 1 |
| Erbschaft und Schenkung (dafür gilt die Erbschaft- und Schenkungsteuer) | § 3 Nr. 2 |
| Miterben teilen den Nachlass untereinander auf, auch mit ihren Ehepartnern | § 3 Nr. 3 |
| Kauf vom Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner | § 3 Nr. 4 |
| Vermögensaufteilung nach der Scheidung oder Aufhebung der Lebenspartnerschaft | § 3 Nr. 5 und 5a |
| Kauf zwischen Eltern, Kindern und Enkeln, auch Stiefkindern und den Ehepartnern all dieser Personen | § 3 Nr. 6 |
Nicht befreit sind Geschwister, Nichten und Neffen, Tanten und Onkel sowie unverheiratete Paare. Dazu kommen zwei seltene Fälle: die Teilung einer fortgesetzten Gütergemeinschaft und der Rückerwerb vom Treuhänder (§ 3 Nr. 7 und 8).
Befreit ist auch ein Verkauf zum vollen Preis, etwa wenn du den Eltern das Haus abkaufst. Beim Kauf von der Schwester zahlst du dagegen wie bei einem Fremden, es sei denn, ihr teilt gerade ein gemeinsames Erbe auf. Bei einer Schenkung ist nur der geschenkte Teil frei. Übernimmst du dafür etwa den Kredit des Schenkers oder musst du eine Auflage erfüllen, die bei der Schenkungsteuer abziehbar ist, kostet dieser Teil Grunderwerbsteuer (§ 3 Nr. 2 GrEStG). Unter Ehepartnern und Verwandten in gerader Linie bleibt auch er frei. Was eine Übertragung in der Familie an Schenkungsteuer kostet, zeigt der Schenkungsteuer-Rechner.
Vom Notartermin ins Grundbuch: Ablauf und Fristen
- BeurkundungDer Notar beurkundet den Kaufvertrag. Mit dem wirksamen Vertrag entsteht die Steuer. Hängt er von einer Bedingung ab, entsteht sie erst mit deren Eintritt, braucht er eine Genehmigung, erst mit dieser (§ 14 GrEStG).
- AnzeigeBinnen zwei Wochen meldet der Notar den Vertrag dem Finanzamt, auch wenn er steuerfrei ist (§ 18 Abs. 3). Ausfertigungen des Vertrags darf er euch erst danach aushändigen (§ 21).
- BescheidDas Finanzamt, in dessen Bezirk das Grundstück liegt, setzt die Steuer fest (§ 17 Abs. 1). Ein Bescheid per Post gilt am vierten Tag nach der Aufgabe zur Post als bekannt gegeben (§ 122 Abs. 2 Nr. 1 AO).
- ZahlungEinen Monat nach der Bekanntgabe ist die Steuer fällig, das Finanzamt darf eine längere Frist setzen (§ 15).
- UnbedenklichkeitsbescheinigungIst die Steuer bezahlt, sichergestellt oder gestundet oder der Erwerb steuerfrei, stellt das Finanzamt die Bescheinigung aus, schriftlich (§ 22 Abs. 2).
- GrundbuchErst mit der Bescheinigung trägt dich das Grundbuchamt als Eigentümer ein (§ 22 Abs. 1).
Zahlst du zu spät, kostet jeder angefangene Monat 1 % Säumniszuschlag auf den auf volle 50 € abgerundeten Betrag (§ 240 AO). Bei 26.000 € und fünf Wochen Verspätung sind das 520 €, und die Eintragung verzögert sich. Kläre mit deiner Bank früh, ob die Grunderwerbsteuer aus Eigenkapital oder aus dem Kredit bezahlt wird. Wie viel Eigenkapital du für die Nebenkosten brauchst, zeigt der Eigenkapital-Rechner.
Ohne Unbedenklichkeitsbescheinigung keine Eintragung. Plane das Geld deshalb für den Monat nach dem Bescheid ein, oft ist das vor der Schlüsselübergabe.
Wenn der Kauf platzt: Erstattung nach § 16 GrEStG
Wird der Kauf rückgängig gemacht, bevor du Eigentümer bist, setzt das Finanzamt die Steuer auf Antrag nicht fest oder hebt den Bescheid auf. Das gilt, wenn ihr den Vertrag innerhalb von zwei Jahren einvernehmlich aufhebt oder ein vereinbartes Rücktrittsrecht nutzt, und ohne Frist, wenn der Kauf platzt, weil eine Seite ihre Pflichten nicht erfüllt, etwa der Kaufpreis nicht gezahlt wird (§ 16 Abs. 1).
Auch nach der Eintragung ist nicht alles verloren. Kauft der Verkäufer das Grundstück innerhalb von zwei Jahren zurück, entfällt die Steuer auf Antrag für beide Vorgänge. Ohne Frist gilt das, wenn der Vertrag nichtig war, wirksam angefochten wurde oder wegen nicht erfüllter Pflichten rückabgewickelt wird (§ 16 Abs. 2).
Sinkt der Kaufpreis nachträglich, etwa weil ein Mangel auftaucht und ihr euch auf eine Minderung einigt, wird die Steuer auf Antrag entsprechend herabgesetzt, innerhalb von zwei Jahren oder bei einer Minderung wegen eines Mangels nach § 437 BGB auch später (§ 16 Abs. 3). Ein Nachlass von 10.000 € auf die Wohnung aus dem Beispiel spart in Nordrhein-Westfalen 650 €. Das Finanzamt kann den Bescheid dafür noch mindestens ein Jahr nach dem Ereignis ändern (§ 16 Abs. 4).
Häufige Fragen
Wer zahlt die Grunderwerbsteuer, Käufer oder Verkäufer?
Zählt beim Neubau auch der Preis für das Haus?
Kann ich die Grunderwerbsteuer von der Steuer absetzen?
Welcher Steuersatz gilt, wenn das Land ihn ändert?
Gibt es einen Freibetrag für Erstkäufer?
Fällt Grunderwerbsteuer an, wenn ich meinem Partner seine Hälfte abkaufe?
Fällt bei einer Zwangsversteigerung Grunderwerbsteuer an?
Was sind Share Deals?
Muss ich die Steuer selbst anmelden?
Quellen
- § 1 GrEStG: Was der Steuer unterliegt, Tausch, Share Deals gesetze-im-internet.de
- § 2 GrEStG: Was zum Grundstück gehört, Erbbaurechte gesetze-im-internet.de
- § 3 GrEStG: Befreiungen, Freigrenze 2.500 € gesetze-im-internet.de
- § 8 GrEStG: Bemessungsgrundlage gesetze-im-internet.de
- § 9 GrEStG: Was als Gegenleistung zählt, Erbbauzins gesetze-im-internet.de
- § 11 GrEStG: Steuersatz, Abrundung gesetze-im-internet.de
- § 16 GrEStG: Erstattung bei Rückabwicklung und Minderung gesetze-im-internet.de
- § 18 GrEStG: Anzeige durch den Notar gesetze-im-internet.de
- § 22 GrEStG: Unbedenklichkeitsbescheinigung gesetze-im-internet.de
- Art. 105 GG: Länder bestimmen den Steuersatz gesetze-im-internet.de
- Anlage 9a BewG: Vervielfältiger für den Erbbauzins gesetze-im-internet.de
- § 240 AO: Säumniszuschlag gesetze-im-internet.de
- BMF, Steuern von A bis Z, Ausgabe 2025: Grunderwerbsteuer, S. 70 f. bundesfinanzministerium.de
- BFH, Beschluss vom 3. Juni 2020, II B 54/19: keine Steuer auf Zubehör bundesfinanzhof.de
- FG Köln, Urteil vom 8. November 2017, 5 K 2938/16: Einbauküche und Markisen nrwe.justiz.nrw.de
- BFH, Urteil vom 16. September 2020, II R 49/17: Instandhaltungsrücklage mindert nicht bundesfinanzhof.de
- BFH, Urteil vom 22. Oktober 2025, II R 5/22: Kauf eines Erbbaurechts bundesfinanzhof.de
- BFH, Urteil vom 10. Juli 2024, II R 36/23: Verlängerung eines Erbbaurechts bundesfinanzhof.de
- BFH, Urteil vom 6. Mai 2015, II R 8/14: Kauf eines Erbbaugrundstücks bundesfinanzhof.de
- BFH, Beschluss vom 7. Februar 2022, II B 6/21: Grundstück und Bauvertrag bundesfinanzhof.de
- Bremisches Gesetzblatt 2025 Nr. 9: Bremen 5,5 % ab 1. Juli 2025 gesetzblatt.bremen.de
- Hessisches Finanzministerium, Fragen und Antworten zum Hessengeld: Stand August 2025 finanzen.hessen.de
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- Kaufnebenkosten Steuer, Notar, Grundbuch und Makler zusammen
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