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Grunderwerbsteuer-Rechner 2026

Die Grunderwerbsteuer liegt 2026 zwischen 3,5 % in Bayern und 6,5 % in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein. Für eine Wohnung für 400.000 € in Nordrhein-Westfalen sind das 26.000 €, mit Notar und Grundbuch kommen 30.029 € zum Kaufpreis dazu, ohne Makler und Finanzierung. Mitverkaufte Küche und Möbel zählen nicht mit, beim Erbbaurecht kommt der hochgerechnete Erbbauzins dazu.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Grunderwerbsteuer-Rechner

Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen

26.000 €

6,5 % auf 400.000 € · fällig einen Monat nach dem Bescheid

In Nordrhein-Westfalen zahlst du 6,5 % auf 400.000 €, also 26.000 €. Zusammen mit Notar und Grundbuch kommen 30.029 € zum Kaufpreis dazu, ohne Makler und Finanzierung.

Notar
2.826,25 €
Grundbuchamt
1.202,50 €
Zusammen
30.029 €

Steuerfrei in der Familie: Kaufen Ehepartner oder Verwandte in gerader Linie wie Kinder oder Enkel voneinander, fällt keine Grunderwerbsteuer an. Auch Erbschaft und Schenkung sind befreit (§ 3 GrEStG).

Auf dieser Seite
  1. Sätze nach Bundesland
  2. So wird gerechnet
  3. Was zum Kaufpreis zählt
  4. Inventar abziehen
  5. Erbbaurecht und Erbpacht
  6. Wann Steuer anfällt
  7. Ablauf und Fristen
  8. Wenn der Kauf platzt
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen

Grunderwerbsteuer 2026 nach Bundesland

Den Satz bestimmt das Land, in dem das Grundstück liegt, nicht dein Wohnort. Wer in Hamburg wohnt und in Schleswig-Holstein kauft, zahlt 6,5 %.

BundeslandSatzbei 300.000 €bei 500.000 €
Bayern3,5 %10.500 €17.500 €
Baden-Württemberg5,0 %15.000 €25.000 €
Niedersachsen5,0 %15.000 €25.000 €
Rheinland-Pfalz5,0 %15.000 €25.000 €
Sachsen-Anhalt5,0 %15.000 €25.000 €
Thüringen5,0 %15.000 €25.000 €
Bremen5,5 %16.500 €27.500 €
Hamburg5,5 %16.500 €27.500 €
Sachsen5,5 %16.500 €27.500 €
Berlin6,0 %18.000 €30.000 €
Hessen6,0 %18.000 €30.000 €
Mecklenburg-Vorpommern6,0 %18.000 €30.000 €
Brandenburg6,5 %19.500 €32.500 €
Nordrhein-Westfalen6,5 %19.500 €32.500 €
Saarland6,5 %19.500 €32.500 €
Schleswig-Holstein6,5 %19.500 €32.500 €

Stand 7. Oktober 2026. Zuletzt geändert: Bremen von 5,0 % auf 5,5 % zum 1. Juli 2025, Thüringen von 6,5 % auf 5,0 % zum 1. Januar 2024, Hamburg von 4,5 % auf 5,5 % zum 1. Januar 2023 und Sachsen von 3,5 % auf 5,5 % zum 1. Januar 2023.

Im Grunderwerbsteuergesetz stehen bis heute 3,5 % (§ 11 Abs. 1 GrEStG). Seit dem 1. September 2006 dürfen die Länder den Satz selbst bestimmen (Art. 105 Abs. 2a Satz 2 GG). So beschreibt es auch das Bundesfinanzministerium in seiner Broschüre „Steuern von A bis Z“: Alle Länder außer Bayern haben erhöht, bis auf 6,5 %. Die einzelnen Sätze nennt die Broschüre nicht, sie stehen in den Landesgesetzen, die Tabelle oben fasst sie zusammen.

Grunderwerbsteuer berechnen: Formel und Rechenweg

Grunderwerbsteuer = Bemessungsgrundlage × Steuersatz des Landes
Bemessungsgrundlage ist meist der Kaufpreis ohne mitverkauftes Inventar, das Ergebnis wird auf volle Euro abgerundet (§ 11 Abs. 2 GrEStG)

Rechenweg Wohnung für 400.000 € in Nordrhein-Westfalen

Reiner Kauf ohne Kredit, kein Inventar im Vertrag.

Kaufpreis laut Notarvertrag
400.000 €
Bemessungsgrundlage (ohne Inventar)
400.000 €
Grunderwerbsteuer 6,5 %, auf volle Euro abgerundet
26.000 €
Notar für Kaufvertrag, Vollzug und Betreuung, mit Umsatzsteuer
2.826,25 €
Grundbuchamt für Vormerkung und Eigentumsumschreibung
1.202,50 €
Kaufnebenkosten ohne Makler und Finanzierung
30.028,75 €

Notar und Grundbuch rechnet der Rechner exakt nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz. Nimmst du einen Kredit auf, kommen Beurkundung und Eintragung der Grundschuld dazu, das zeigt der Notarkosten-Rechner. Makler, Eigenkapital und Rate rechnet der Baufinanzierungsrechner mit.

Liegt die Bemessungsgrundlage bei höchstens 2.500 €, fällt keine Steuer an (§ 3 Nr. 1 GrEStG). Das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag: Für ein Stück Garten zu 3.000 € zahlst du in Nordrhein-Westfalen 195 €, berechnet auf den vollen Betrag.

Grunderwerbsteuer-Tabelle nach Kaufpreis

Kaufpreis3,5 %5,0 %5,5 %6,0 %6,5 %
100.000 €3.500 €5.000 €5.500 €6.000 €6.500 €
150.000 €5.250 €7.500 €8.250 €9.000 €9.750 €
200.000 €7.000 €10.000 €11.000 €12.000 €13.000 €
250.000 €8.750 €12.500 €13.750 €15.000 €16.250 €
300.000 €10.500 €15.000 €16.500 €18.000 €19.500 €
400.000 €14.000 €20.000 €22.000 €24.000 €26.000 €
500.000 €17.500 €25.000 €27.500 €30.000 €32.500 €
600.000 €21.000 €30.000 €33.000 €36.000 €39.000 €
750.000 €26.250 €37.500 €41.250 €45.000 €48.750 €
1.000.000 €35.000 €50.000 €55.000 €60.000 €65.000 €

Steuer ohne Inventar, auf volle Euro abgerundet. Es gelten 3,5 % in Bayern; 5,0 % in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen; 5,5 % in Bremen, Hamburg und Sachsen; 6,0 % in Berlin, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern; 6,5 % in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein.

Fristen und Grenzen auf einen Blick

Wert2026Grundlage
Steuersatz je nach Bundesland3,5 % bis 6,5 %§ 11 GrEStG und Landesgesetze
Steuerfrei bis zu einem Wert von2.500 €§ 3 Nr. 1 GrEStG
Anzeige des Notars an das Finanzamtbinnen 2 Wochen§ 18 Abs. 3 GrEStG
Fällig nach Bekanntgabe des Bescheids1 Monat§ 15 GrEStG
Säumniszuschlag je angefangenem Monat1 %§ 240 AO
Erstattung bei Rückabwicklungbinnen 2 Jahren§ 16 GrEStG
Share Deals: Anteilswechsel ab90 % in 10 Jahren§ 1 Abs. 2a bis 3a GrEStG
Vervielfältiger für den Erbbauzins bei 99 Jahren18,589Anlage 9a BewG

Bemessungsgrundlage (§ 8, § 9 GrEStG): was zum Kaufpreis zählt

Besteuert wird der Wert der Gegenleistung (§ 8 Abs. 1 GrEStG). Beim Kauf ist das der Kaufpreis samt allen Leistungen, die du zusätzlich übernimmst, und den Nutzungen, die sich der Verkäufer vorbehält (§ 9 Abs. 1 Nr. 1). Die Grunderwerbsteuer selbst wird weder hinzugerechnet noch abgezogen (§ 9 Abs. 3).

PostenZählt mit?Grundlage
Kaufpreis für Grundstück und Gebäudeja§ 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG
Schulden oder Kosten des Verkäufers, die du übernimmst, etwa seine Maklerprovisionja§ 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG
Wohnrecht oder Nießbrauch, das sich der Verkäufer vorbehältja, mit dem Kapitalwert§ 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG
Hausbau durch eine Firma, an die dich die Verkäuferseite schon beim Kauf bindetjaBFH II B 6/21
Erbbauzins beim Kauf eines Erbbaurechtsja, hochgerechnet auf die Restlaufzeit§ 9 Abs. 2 Nr. 2 GrEStG
Anteil an der Erhaltungsrücklage der Eigentümergemeinschaftja, kein AbzugBFH II R 49/17
Gesondert bezahlte Einbauküche, Möbel, Markisennein§ 2 Abs. 1 GrEStG
Provision aus deinem eigenen Maklervertragneineigene Pflicht, keine Gegenleistung
Notar- und Grundbuchkostennein§ 448 Abs. 2 BGB

Gibt es keine Gegenleistung oder geht es um Anteile an einer Gesellschaft, rechnet das Finanzamt mit dem Grundbesitzwert nach dem Bewertungsgesetz (§ 8 Abs. 2 GrEStG).

Notar und Grundbuch zahlst du als Käufer ohnehin selbst (§ 448 Abs. 2 BGB), sie erhöhen die Steuer nicht. Übernimmst du dagegen Pflichten des Verkäufers, etwa seinen Makler oder seinen Kredit, zählt der Betrag zum Kaufpreis. Behält der Verkäufer ein lebenslanges Wohnrecht, zählt dessen Kapitalwert, der sich nach seinem Alter und dem Wert der Nutzung richtet (§ 14 BewG). Bei einem Kauf auf Leibrente gilt dasselbe für den Kapitalwert der Rente.

Einbauküche und Inventar abziehen

Steuerpflichtig ist das Grundstück mit allem, was fest dazugehört: das Gebäude und alles, was zu seiner Herstellung eingefügt wurde, also etwa Heizung, Fenster und Böden (§ 94 BGB, § 2 Abs. 1 GrEStG). Bewegliche Dinge gehören nicht dazu, auch wenn sie mitverkauft werden. Für Zubehör hat der Bundesfinanzhof das ausdrücklich bestätigt: Der Preis dafür gehört nicht zur Bemessungsgrundlage. Deckt ein Gesamtpreis beides ab, wird er nach dem Verhältnis der Werte aufgeteilt (Beschluss vom 3. Juni 2020, II B 54/19).

Rechenbeispiel 400.000 € in Nordrhein-Westfalen mit 12.000 € für Küche und Möbel
Kaufpreis
400.000 €
davon Einbauküche und Möbel, im Vertrag gesondert ausgewiesen
−12.000 €
Bemessungsgrundlage
388.000 €
Grunderwerbsteuer 6,5 %
25.220 €
Ersparnis gegenüber dem vollen Preis
780 €

Leg dem Vertrag eine Liste mit Zeitwerten bei, gern mit Fotos. Setzt ihr zu viel an, rechnet das Finanzamt nach und die Ersparnis schrumpft.

Typisch sind eine gebrauchte Einbauküche, Markisen, Möbel und Gartengeräte. Der Betrag sollte im Kaufvertrag gesondert stehen und zum Zustand der Sachen passen. Das Finanzgericht Köln hat 9.500 € für eine hochwertige Küche und zwei Markisen bei einem Kaufpreis von 392.500 € anerkannt: Vereinbarte Preise gelten, solange nichts gegen ihre Angemessenheit spricht, und das muss das Finanzamt darlegen. Dass die Küche nach steuerlichen Abschreibungsregeln nichts mehr wert wäre, ließ das Gericht nicht gelten, es urteilte nach Fotos (Urteil vom 8. November 2017, 5 K 2938/16). Die Steuer setzte es für jeden der beiden Käufer auf 12.447 € fest, genau so viel ergibt der Rechner für eine Hälfte.

Nicht abziehen kannst du den Anteil an der Erhaltungsrücklage, früher Instandhaltungsrücklage, wenn du eine Eigentumswohnung kaufst. Das Geld gehört der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer und geht nicht auf dich über. Der Kaufpreis bleibt deshalb ungekürzt die Bemessungsgrundlage (BFH, Urteil vom 16. September 2020, II R 49/17).

Grunderwerbsteuer beim Erbbaurecht (Erbpacht)

Erbbaurechte stehen Grundstücken gleich (§ 2 Abs. 2 Nr. 1 GrEStG). Grunderwerbsteuer fällt an, wenn ein Erbbaurecht neu bestellt, verlängert oder verkauft wird. Den Erbbauzins rechnet das Finanzamt dabei auf die Laufzeit hoch: Jahresbetrag mal Vervielfältiger aus Anlage 9a zum Bewertungsgesetz (§ 13 Abs. 1 BewG). Die Faktoren beruhen auf 5,5 % Zins, bei 99 Jahren sind es 18,589. Als dauernde Last, die nicht mitzählt, gilt der Erbbauzins ausdrücklich nicht (§ 9 Abs. 2 Nr. 2 Satz 3 GrEStG).

VorgangBemessungsgrundlageGrundlage
Neues Erbbaurecht bestellenErbbauzins × Vervielfältiger für die vereinbarte Laufzeit§ 13 BewG
Bestehendes Erbbaurecht mit Haus kaufenKaufpreis plus Erbbauzins × Vervielfältiger für die RestlaufzeitBFH II R 5/22
Erbbaurecht verlängernErbbauzins × Vervielfältiger für die Verlängerung, ohne AbzinsungBFH II R 36/23
Grundstück kaufen, auf dem ein Erbbaurecht lastetKaufpreis minus Kapitalwert des Erbbauzinses, den du künftig bekommstBFH II R 8/14
Rechenbeispiel Haus auf Erbbaurecht für 250.000 € in Nordrhein-Westfalen

Das Erbbaurecht läuft noch 60 Jahre, der Erbbauzins beträgt 2.400 € im Jahr.

Kaufpreis für Haus und Erbbaurecht
250.000 €
Erbbauzins im Jahr
2.400 €
× Vervielfältiger für 60 Jahre Restlaufzeit
17,930
Kapitalwert des Erbbauzinses
+43.032 €
Bemessungsgrundlage
293.032 €
Grunderwerbsteuer 6,5 %
19.047 €

Ohne den Erbbauzins wären es 16.250 €, der hochgerechnete Zins kostet also 2.797 € Steuer zusätzlich.

So hat es der Bundesfinanzhof für den Kauf eines bestehenden Erbbaurechts bestätigt: Zum Kaufpreis kommt der auf die Laufzeit kapitalisierte Erbbauzins (Urteil vom 22. Oktober 2025, II R 5/22). Bestellt dir eine Gemeinde oder Kirche ein neues Erbbaurecht über 99 Jahre für 3.000 € im Jahr, beträgt der Kapitalwert 55.767 €, in Nordrhein-Westfalen sind das 3.624 € Steuer. Kaufst du später das Grundstück dazu, zieht das Finanzamt den Kapitalwert des Erbbauzinses vom Kaufpreis ab, denn der Anspruch auf den Erbbauzins zählt nicht zum Grundstück (§ 2 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 GrEStG, BFH, Urteil vom 6. Mai 2015, II R 8/14).

Mit derselben Rechnung hat der Bundesfinanzhof eine Verlängerung um 60 Jahre bewertet: 69.076 € Erbbauzins mal 17,930 ergab 1.238.533 € und 80.504 € Grunderwerbsteuer. Abgezinst wird nicht, auch wenn die Verlängerung erst Jahrzehnte später beginnt (Urteil vom 10. Juli 2024, II R 36/23). Der Rechner oben kommt mit diesen Zahlen auf denselben Betrag.

Erbpacht-Tabelle: Vervielfältiger und Steuer je 1.000 € Erbbauzins

LaufzeitVervielfältigerKapitalwertSteuer bei 3,5 %Steuer bei 6,5 %
99 Jahre18,58918.589 €650 €1.208 €
90 Jahre18,53118.531 €648 €1.204 €
80 Jahre18,42418.424 €644 €1.197 €
75 Jahre18,34518.345 €642 €1.192 €
70 Jahre18,24218.242 €638 €1.185 €
60 Jahre17,93017.930 €627 €1.165 €
50 Jahre17,39717.397 €608 €1.130 €
40 Jahre16,48716.487 €577 €1.071 €
30 Jahre14,93314.933 €522 €970 €
20 Jahre12,27912.279 €429 €798 €
10 Jahre7,7457.745 €271 €503 €

Je 1.000 € Erbbauzins im Jahr, Vervielfältiger nach Anlage 9a BewG. Für andere Beträge rechnest du anteilig: Bei 2.400 € ist alles 2,4-mal so hoch, Steuer ohne den Kaufpreis.

So nutzt du den Rechner oben

Trag als Kaufpreis den Preis für das Erbbaurecht plus den Kapitalwert des Erbbauzinses ein. Bei einer neuen Bestellung ohne Kaufpreis ist der Kapitalwert allein die Bemessungsgrundlage.

Wann Grunderwerbsteuer anfällt und wann nicht

Steuerpflichtig ist jedes Geschäft, das einen Anspruch auf ein Grundstück in Deutschland begründet, allen voran der Kaufvertrag (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG). Dazu kommen unter anderem das Meistgebot in der Zwangsversteigerung (Nr. 4) und Share Deals (Abs. 2a bis 3a). Tauschen zwei Eigentümer ihre Grundstücke, zahlen beide (§ 1 Abs. 5). Diese Erwerbe sind befreit (§ 3 GrEStG):

ErwerbVorschrift
Wert bis 2.500 €, etwa ein kleines Stück Garten§ 3 Nr. 1
Erbschaft und Schenkung (dafür gilt die Erbschaft- und Schenkungsteuer)§ 3 Nr. 2
Miterben teilen den Nachlass untereinander auf, auch mit ihren Ehepartnern§ 3 Nr. 3
Kauf vom Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner§ 3 Nr. 4
Vermögensaufteilung nach der Scheidung oder Aufhebung der Lebenspartnerschaft§ 3 Nr. 5 und 5a
Kauf zwischen Eltern, Kindern und Enkeln, auch Stiefkindern und den Ehepartnern all dieser Personen§ 3 Nr. 6

Nicht befreit sind Geschwister, Nichten und Neffen, Tanten und Onkel sowie unverheiratete Paare. Dazu kommen zwei seltene Fälle: die Teilung einer fortgesetzten Gütergemeinschaft und der Rückerwerb vom Treuhänder (§ 3 Nr. 7 und 8).

Befreit ist auch ein Verkauf zum vollen Preis, etwa wenn du den Eltern das Haus abkaufst. Beim Kauf von der Schwester zahlst du dagegen wie bei einem Fremden, es sei denn, ihr teilt gerade ein gemeinsames Erbe auf. Bei einer Schenkung ist nur der geschenkte Teil frei. Übernimmst du dafür etwa den Kredit des Schenkers oder musst du eine Auflage erfüllen, die bei der Schenkungsteuer abziehbar ist, kostet dieser Teil Grunderwerbsteuer (§ 3 Nr. 2 GrEStG). Unter Ehepartnern und Verwandten in gerader Linie bleibt auch er frei. Was eine Übertragung in der Familie an Schenkungsteuer kostet, zeigt der Schenkungsteuer-Rechner.

Vom Notartermin ins Grundbuch: Ablauf und Fristen

  1. BeurkundungDer Notar beurkundet den Kaufvertrag. Mit dem wirksamen Vertrag entsteht die Steuer. Hängt er von einer Bedingung ab, entsteht sie erst mit deren Eintritt, braucht er eine Genehmigung, erst mit dieser (§ 14 GrEStG).
  2. AnzeigeBinnen zwei Wochen meldet der Notar den Vertrag dem Finanzamt, auch wenn er steuerfrei ist (§ 18 Abs. 3). Ausfertigungen des Vertrags darf er euch erst danach aushändigen (§ 21).
  3. BescheidDas Finanzamt, in dessen Bezirk das Grundstück liegt, setzt die Steuer fest (§ 17 Abs. 1). Ein Bescheid per Post gilt am vierten Tag nach der Aufgabe zur Post als bekannt gegeben (§ 122 Abs. 2 Nr. 1 AO).
  4. ZahlungEinen Monat nach der Bekanntgabe ist die Steuer fällig, das Finanzamt darf eine längere Frist setzen (§ 15).
  5. UnbedenklichkeitsbescheinigungIst die Steuer bezahlt, sichergestellt oder gestundet oder der Erwerb steuerfrei, stellt das Finanzamt die Bescheinigung aus, schriftlich (§ 22 Abs. 2).
  6. GrundbuchErst mit der Bescheinigung trägt dich das Grundbuchamt als Eigentümer ein (§ 22 Abs. 1).

Zahlst du zu spät, kostet jeder angefangene Monat 1 % Säumniszuschlag auf den auf volle 50 € abgerundeten Betrag (§ 240 AO). Bei 26.000 € und fünf Wochen Verspätung sind das 520 €, und die Eintragung verzögert sich. Kläre mit deiner Bank früh, ob die Grunderwerbsteuer aus Eigenkapital oder aus dem Kredit bezahlt wird. Wie viel Eigenkapital du für die Nebenkosten brauchst, zeigt der Eigenkapital-Rechner.

Erst zahlen, dann Grundbuch

Ohne Unbedenklichkeitsbescheinigung keine Eintragung. Plane das Geld deshalb für den Monat nach dem Bescheid ein, oft ist das vor der Schlüsselübergabe.

Wenn der Kauf platzt: Erstattung nach § 16 GrEStG

Wird der Kauf rückgängig gemacht, bevor du Eigentümer bist, setzt das Finanzamt die Steuer auf Antrag nicht fest oder hebt den Bescheid auf. Das gilt, wenn ihr den Vertrag innerhalb von zwei Jahren einvernehmlich aufhebt oder ein vereinbartes Rücktrittsrecht nutzt, und ohne Frist, wenn der Kauf platzt, weil eine Seite ihre Pflichten nicht erfüllt, etwa der Kaufpreis nicht gezahlt wird (§ 16 Abs. 1).

Auch nach der Eintragung ist nicht alles verloren. Kauft der Verkäufer das Grundstück innerhalb von zwei Jahren zurück, entfällt die Steuer auf Antrag für beide Vorgänge. Ohne Frist gilt das, wenn der Vertrag nichtig war, wirksam angefochten wurde oder wegen nicht erfüllter Pflichten rückabgewickelt wird (§ 16 Abs. 2).

Sinkt der Kaufpreis nachträglich, etwa weil ein Mangel auftaucht und ihr euch auf eine Minderung einigt, wird die Steuer auf Antrag entsprechend herabgesetzt, innerhalb von zwei Jahren oder bei einer Minderung wegen eines Mangels nach § 437 BGB auch später (§ 16 Abs. 3). Ein Nachlass von 10.000 € auf die Wohnung aus dem Beispiel spart in Nordrhein-Westfalen 650 €. Das Finanzamt kann den Bescheid dafür noch mindestens ein Jahr nach dem Ereignis ändern (§ 16 Abs. 4).

Häufige Fragen

Wer zahlt die Grunderwerbsteuer, Käufer oder Verkäufer?
Nach dem Gesetz schulden sie beide als Vertragsparteien (§ 13 Nr. 1 GrEStG). Im Kaufvertrag übernimmt aber fast immer der Käufer die Steuer. Zahlt er nicht, kann sich das Finanzamt auch an den Verkäufer halten, der sich das Geld dann vom Käufer zurückholen kann.
Zählt beim Neubau auch der Preis für das Haus?
Nur wenn du beim Grundstückskauf schon an den Bau gebunden bist. Kaufst du Grundstück und Haus aus einer Hand vom Bauträger, zahlst du die Steuer auf den Gesamtpreis. Dasselbe gilt, wenn die Verkäuferseite dir Haustyp und Baufirma vorgibt und sich zum Bau verpflichtet. Ein unterschriebenes Angebot braucht es dafür nicht (BFH, Beschluss vom 7. Februar 2022, II B 6/21). Suchst du die Baufirma erst nach dem Kauf frei aus, fällt die Steuer nur auf das Grundstück an.
Kann ich die Grunderwerbsteuer von der Steuer absetzen?
Wohnst du selbst im Haus, nein. Vermietest du, gehört sie zu den Anschaffungskosten. Den Teil, der aufs Gebäude entfällt, schreibst du mit dem Gebäude ab: 2 % im Jahr bei Fertigstellung ab 1925, 3 % ab 2023 (§ 7 Abs. 4 EStG). Der Anteil für den Boden wirkt sich nicht aus. Entfallen von 26.000 € Steuer 75 % aufs Gebäude, sind das bei 2 % 390 € Abschreibung im Jahr. Was die Vermietung insgesamt bringt, rechnet der Vermietungsrechner.
Welcher Steuersatz gilt, wenn das Land ihn ändert?
Der Satz an dem Tag, an dem der Erwerbsvorgang verwirklicht wird, beim Kauf in aller Regel der Tag der Beurkundung beim Notar. Wann der Bescheid kommt oder das Grundbuch umgeschrieben wird, ist egal. In Bremen galten für Verträge bis zum 30. Juni 2025 noch 5,0 %, ab dem 1. Juli 2025 5,5 %.
Gibt es einen Freibetrag für Erstkäufer?
Nein. Einen Freibetrag könnte nur der Bund im Grunderwerbsteuergesetz schaffen, das Grundgesetz lässt die Länder allein den Satz bestimmen. Hessen gleicht die Steuer stattdessen mit dem Hessengeld aus: 10.000 € je Käufer, höchstens 20.000 €, und 5.000 € je Kind unter 18, zusammen höchstens die gezahlte Grunderwerbsteuer, ausgezahlt in zehn Jahresraten. Es gilt für den ersten Kauf einer selbst genutzten Wohnimmobilie in Hessen mit Kaufvertrag ab dem 1. März 2024, das Programm ist zunächst bis Ende 2029 befristet. Ein Paar mit einem Kind, das in Hessen für 400.000 € kauft, zahlt 24.000 € Steuer und bekommt 24.000 € zurück, 2.400 € im Jahr. Den Antrag stellst du nach der Zahlung bei der WIBank.
Fällt Grunderwerbsteuer an, wenn ich meinem Partner seine Hälfte abkaufe?
Unter Ehepartnern und eingetragenen Lebenspartnern nicht (§ 3 Nr. 4 GrEStG), nach einer Scheidung auch nicht, solange es um die Aufteilung des Vermögens geht (§ 3 Nr. 5). Unverheiratete Paare zahlen auf den Preis der Hälfte, übernommene Kreditanteile eingerechnet. Kaufst du bei einem Haus für 400.000 € in Nordrhein-Westfalen die Hälfte für 200.000 €, sind das 13.000 € Grunderwerbsteuer. Steht die Hochzeit ohnehin an, überträgst du besser danach.
Fällt bei einer Zwangsversteigerung Grunderwerbsteuer an?
Ja. Besteuert wird das Meistgebot (§ 1 Abs. 1 Nr. 4 GrEStG), und zwar einschließlich der Rechte, die nach den Versteigerungsbedingungen bestehen bleiben (§ 9 Abs. 1 Nr. 4). Die Steuer schuldet der Meistbietende (§ 13 Nr. 4), den Zuschlag meldet das Gericht dem Finanzamt. Ersteigerst du eine Eigentumswohnung, wird das Meistgebot nicht um die anteilige Instandhaltungsrücklage gekürzt (BFH, Urteil vom 2. März 2016, II R 27/14).
Was sind Share Deals?
Statt des Grundstücks werden Anteile an der Gesellschaft verkauft, der es gehört. Grunderwerbsteuer fällt an, wenn innerhalb von zehn Jahren mindestens 90 % der Anteile auf neue Gesellschafter übergehen oder sich in einer Hand vereinigen (§ 1 Abs. 2a bis 3a GrEStG). Bemessen wird dann nach dem Grundbesitzwert, nicht nach einem Kaufpreis (§ 8 Abs. 2 Nr. 3). Private Hauskäufer betrifft das nicht.
Muss ich die Steuer selbst anmelden?
Beim Kauf über einen Notar nicht. Er meldet den Vertrag binnen zwei Wochen dem Finanzamt (§ 18 GrEStG), das schickt dir den Bescheid. Selbst anzeigen musst du Vorgänge ohne Notar oder Gericht, etwa bestimmte Anteilsübertragungen, und jede spätere Zusatzzahlung an den Verkäufer, jeweils binnen einem Monat, nachdem du davon erfahren hast (§ 19 Abs. 2 und 3).

Quellen

  1. § 1 GrEStG: Was der Steuer unterliegt, Tausch, Share Deals gesetze-im-internet.de
  2. § 2 GrEStG: Was zum Grundstück gehört, Erbbaurechte gesetze-im-internet.de
  3. § 3 GrEStG: Befreiungen, Freigrenze 2.500 € gesetze-im-internet.de
  4. § 8 GrEStG: Bemessungsgrundlage gesetze-im-internet.de
  5. § 9 GrEStG: Was als Gegenleistung zählt, Erbbauzins gesetze-im-internet.de
  6. § 11 GrEStG: Steuersatz, Abrundung gesetze-im-internet.de
  7. § 16 GrEStG: Erstattung bei Rückabwicklung und Minderung gesetze-im-internet.de
  8. § 18 GrEStG: Anzeige durch den Notar gesetze-im-internet.de
  9. § 22 GrEStG: Unbedenklichkeitsbescheinigung gesetze-im-internet.de
  10. Art. 105 GG: Länder bestimmen den Steuersatz gesetze-im-internet.de
  11. Anlage 9a BewG: Vervielfältiger für den Erbbauzins gesetze-im-internet.de
  12. § 240 AO: Säumniszuschlag gesetze-im-internet.de
  13. BMF, Steuern von A bis Z, Ausgabe 2025: Grunderwerbsteuer, S. 70 f. bundesfinanzministerium.de
  14. BFH, Beschluss vom 3. Juni 2020, II B 54/19: keine Steuer auf Zubehör bundesfinanzhof.de
  15. FG Köln, Urteil vom 8. November 2017, 5 K 2938/16: Einbauküche und Markisen nrwe.justiz.nrw.de
  16. BFH, Urteil vom 16. September 2020, II R 49/17: Instandhaltungsrücklage mindert nicht bundesfinanzhof.de
  17. BFH, Urteil vom 22. Oktober 2025, II R 5/22: Kauf eines Erbbaurechts bundesfinanzhof.de
  18. BFH, Urteil vom 10. Juli 2024, II R 36/23: Verlängerung eines Erbbaurechts bundesfinanzhof.de
  19. BFH, Urteil vom 6. Mai 2015, II R 8/14: Kauf eines Erbbaugrundstücks bundesfinanzhof.de
  20. BFH, Beschluss vom 7. Februar 2022, II B 6/21: Grundstück und Bauvertrag bundesfinanzhof.de
  21. Bremisches Gesetzblatt 2025 Nr. 9: Bremen 5,5 % ab 1. Juli 2025 gesetzblatt.bremen.de
  22. Hessisches Finanzministerium, Fragen und Antworten zum Hessengeld: Stand August 2025 finanzen.hessen.de

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