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Notarkosten-Rechner 2026

Notar und Grundbuch kosten beim Hauskauf zusammen etwa 1,2 % bis 1,6 % des Kaufpreises. So viel ist es bei Kaufpreisen zwischen 200.000 € und 1.000.000 €, wenn eine Grundschuld über 80 % des Preises eingetragen wird. Die Gebühren stehen im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und sind bei jedem Notar gleich, in Berlin wie in München. Der Rechner zeigt dir jeden Posten einzeln, die Tabellen unten alle wichtigen KV-Nummern.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Notarkosten-Rechner

Notar und Grundbuch zusammen

6.532,20 €

1,31 % des Kaufpreises

Davon gehen 4.319,70 € an den Notar (mit 19 % Umsatzsteuer) und 2.212,50 € an das Grundbuchamt. Grundlage ist die 1,0-Gebühr von 935,00 € aus dem Kaufpreis.

Notar mit USt
4.319,70 €
Grundbuchamt
2.212,50 €
Anteil am Kaufpreis
1,31 %

So setzt sich der Betrag zusammen

Notar

  • Kaufvertrag (2,0)1.870,00 €
  • Vollzug (0,5)467,50 €
  • Betreuung (0,5)467,50 €
  • Grundschuld (1,0 aus 400.000 €)785,00 €
  • Post und Telefon (Pauschale)40,00 €
  • Umsatzsteuer 19 %689,70 €
  • Notar zusammen4.319,70 €

Grundbuchamt, ohne Umsatzsteuer

  • Auflassungsvormerkung (0,5)467,50 €
  • Löschung der Vormerkung25,00 €
  • Eigentümer eintragen (1,0)935,00 €
  • Grundschuld eintragen (1,0)785,00 €
  • Grundbuch zusammen2.212,50 €

Weitere Kaufnebenkosten: Dazu kommt die Grunderwerbsteuer, je nach Land 3,5 % bis 6,5 % des Kaufpreises, und bei Kauf über einen Makler dessen Provision. Die Notargebühren stehen im Gesetz und sind bei jedem Notar gleich, ein Preisvergleich zwischen Notaren bringt deshalb nichts.

Auf dieser Seite
  1. KV-Nummern und Gebührensätze
  2. Gebührentabelle B
  3. Geschäftswert berechnen
  4. Beispiel und Kosten nach Kaufpreis
  5. Kosten der Grundschuld
  6. Schenkung und Grundbucheintrag
  7. Notaranderkonto
  8. Beurkundung oder Beglaubigung
  9. Wer zahlt und wann
  10. Warum die Rechnung abweichen kann
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

Gebührentabelle: die wichtigen KV-Nummern beim Hauskauf

Für jeden Schritt beim Notar und beim Grundbuchamt legt das Kostenverzeichnis des GNotKG eine Nummer (KV) und einen Satz fest. Der Satz wird mit der 1,0-Gebühr aus Tabelle B malgenommen. Die rechte Spalte zeigt die Beträge für 500.000 € Kaufpreis und 400.000 € Grundschuld, ohne Umsatzsteuer.

Notar

KVGebühr fürSatzBeispiel
21100Kaufvertrag mit Auflassung beurkunden2,0, mindestens 120 €1.870,00 €
22110Vollzug: Löschungsunterlagen, Genehmigungen und Vorkaufsrechtsverzicht einholen0,5467,50 €
22200Betreuung: Fälligkeit mitteilen, Umschreibung überwachen0,5467,50 €
21200Grundschuld beurkunden1,0, mindestens 60 €785,00 €
22200 Nr. 7Ausfertigung der Grundschuld für die Bank entgegennehmen, wenn die Bank das verlangt0,5 aus der Grundschuld392,50 €
22201Treuhandauftrag der Bank, deren Grundschuld abgelöst wird0,5 aus dem Ablösebetrag–
25300Geld auf dem Notaranderkonto auszahlen, je Auszahlung1,0 aus dem ausgezahlten Betrag935,00 €
25100Unterschrift beglaubigen0,2, 20 € bis 70 €–
32001Kopien und Ausfertigungen0,15 € je Seite–
32005Pauschale für Post und Telefon20 % der Gebühren, höchstens 20 € je Geschäft40,00 €
32011Abruf aus dem Grundbuch8 € je Grundbuchblatt–
32014Umsatzsteuer auf Gebühren und Auslagen19 %689,70 €

Grundbuchamt

KVGebühr fürSatzBeispiel
14150Auflassungsvormerkung eintragen0,5467,50 €
14152Vormerkung löschen25 € fest25,00 €
14110Neuen Eigentümer eintragen (Umschreibung)1,0935,00 €
14121Grundschuld ohne Brief eintragen (Buchgrundschuld)1,0785,00 €
14120Briefgrundschuld eintragen1,31.020,50 €
14130Grundschuld verändern, etwa an eine neue Bank abtreten0,5–
14140Grundschuld löschen0,5 aus dem eingetragenen Betrag–

Auf die Gebühren des Grundbuchamts fällt keine Umsatzsteuer an. „–“: hängt von einem anderen Betrag ab, etwa der abzulösenden Schuld.

KV 14121 meint die Eintragung eines „sonstigen Rechts“ und deckt damit die übliche Grundschuld ohne Brief ab. Lässt sich die Bank einen Grundschuldbrief ausstellen, gilt KV 14120 mit dem Satz 1,3. KV 14150 ist die Eintragung einer Vormerkung, beim Kauf der Auflassungsvormerkung. Sie sichert deinen Anspruch auf das Eigentum: Verfügungen, die danach über das Grundstück getroffen werden, sind unwirksam, soweit sie deinen Anspruch beeinträchtigen würden (§ 883 Abs. 2 BGB). Nach der Umschreibung wird sie für 25 € gelöscht.

Gebührentabelle B: so werden Notarkosten berechnet

  1. Geschäftswert bestimmenBeim Kauf ist das der Kaufpreis (§ 47 GNotKG), bei der Grundschuld ihr Nennbetrag (§ 53 Abs. 1 GNotKG).
  2. 1,0-Gebühr ablesenTabelle B in § 34 GNotKG ordnet jedem Geschäftswert eine volle Gebühr zu. Für 500.000 € sind es 935 €.
  3. Mit dem Satz malnehmen2,0 für den Kaufvertrag, 0,5 für die Vormerkung, 1,0 für die Grundschuld. Die Sätze stehen in der Tabelle oben.
  4. Auslagen und Steuer addierenAuf die Notargebühren kommen die Pauschale für Post und Telefon und 19 % Umsatzsteuer. Die Rechnung des Grundbuchamts ist umsatzsteuerfrei.

Gebühr = Gebührensatz × 1,0-Gebühr aus Tabelle B

Geschäftswert1,0-Gebühr
KV 14110, 14121, 21200
2,0-Gebühr
KV 21100
0,5-Gebühr
KV 14150, 22110, 22200
50.000 €165 €330 €82,50 €
100.000 €273 €546 €136,50 €
150.000 €354 €708 €177,00 €
200.000 €435 €870 €217,50 €
250.000 €535 €1.070 €267,50 €
300.000 €635 €1.270 €317,50 €
350.000 €685 €1.370 €342,50 €
400.000 €785 €1.570 €392,50 €
450.000 €885 €1.770 €442,50 €
500.000 €935 €1.870 €467,50 €
600.000 €1.095 €2.190 €547,50 €
750.000 €1.335 €2.670 €667,50 €
1.000.000 €1.735 €3.470 €867,50 €
1.500.000 €2.535 €5.070 €1.267,50 €
2.000.000 €3.335 €6.670 €1.667,50 €

Auszug aus Tabelle B (§ 34 Abs. 2 GNotKG), ohne Umsatzsteuer. Die volle Tabelle bis 3 Mio. € steht in Anlage 2 zum GNotKG. Über 60.000.000 € Geschäftswert steigt die Gebühr nicht weiter (§ 35 Abs. 2 GNotKG).

Die Tabelle steigt in Stufen und flacht nach oben ab. Bei 100.000 € Geschäftswert macht die 1,0-Gebühr 0,27 % des Werts aus, bei 1.000.000 € nur noch 0,17 %. Deshalb sinkt der Anteil der Notarkosten am Kaufpreis, je teurer die Immobilie ist. Jede Gebühr beträgt mindestens 15 € (§ 34 Abs. 5 GNotKG).

Tabelle B selbst nachrechnen

Bis 500 € Geschäftswert beträgt die 1,0-Gebühr 15 €. Danach kommt für jeden angefangenen Schritt ein fester Betrag dazu, so steht es in § 34 Abs. 2 GNotKG:

Geschäftswertje angefangeneGebühr steigt um
über 500 bis 2.000 €500 €4 €
über 2.000 bis 10.000 €1.000 €6 €
über 10.000 bis 25.000 €3.000 €8 €
über 25.000 bis 50.000 €5.000 €10 €
über 50.000 bis 200.000 €15.000 €27 €
über 200.000 bis 500.000 €30.000 €50 €
über 500.000 bis 5.000.000 €50.000 €80 €
über 5.000.000 bis 10.000.000 €200.000 €130 €
über 10.000.000 bis 20.000.000 €250.000 €150 €
über 20.000.000 bis 30.000.000 €500.000 €280 €
über 30.000.000 €1.000.000 €120 €
Rechenweg 1,0-Gebühr für 500.000 € Geschäftswert
bis 500 €
15 €
über 500 bis 2.000 €: 3 × 4 €
12 €
über 2.000 bis 10.000 €: 8 × 6 €
48 €
über 10.000 bis 25.000 €: 5 × 8 €
40 €
über 25.000 bis 50.000 €: 5 × 10 €
50 €
über 50.000 bis 200.000 €: 10 × 27 €
270 €
über 200.000 bis 500.000 €: 10 × 50 €
500 €
1,0-Gebühr für 500.000 €
935 €

Geschäftswert berechnen: welcher Wert zählt

Der Geschäftswert ist der Betrag, aus dem die Gebühr abgelesen wird. Welcher Wert gilt, regelt das GNotKG für jedes Geschäft gesondert:

GeschäftGeschäftswertGrundlage
KaufKaufpreis, dazu Leistungen, die der Käufer übernimmt, und Nutzungen, die sich der Verkäufer vorbehält. Liegt das unter dem Verkehrswert, zählt der Verkehrswert.§ 47 GNotKG
Schenkung, ÜbergabeVerkehrswert der Immobilie. Grundschulden und andere Belastungen werden nicht abgezogen.§§ 46, 38 GNotKG
TauschDer höhere Wert der beiden Leistungen§ 97 Abs. 3 GNotKG
GrundschuldNennbetrag, egal wie viel vom Kredit gerade offen ist§ 53 Abs. 1 GNotKG
Vollmacht, GenehmigungHälfte des Werts des Geschäfts, höchstens 1.000.000 €§ 98 Abs. 1, 4 GNotKG
Vollzug, BetreuungDerselbe Wert wie bei der Beurkundung§§ 112, 113 Abs. 1 GNotKG
TreuhandauftragDer Betrag, den die Bank für die Löschung verlangt§ 113 Abs. 2 GNotKG
AnderkontoJeder ausgezahlte Betrag für sich§ 124 GNotKG

Manches im Kaufvertrag kostet nichts extra, weil es nur der Durchführung des Kaufs dient: die Vollmacht, mit der du die Grundschuld schon vor der Umschreibung bestellen kannst, und die Erklärungen zur Löschung von Grundschulden des Verkäufers. Für sie zählt allein der Wert des Kaufs (§ 109 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 und Satz 5 GNotKG). Den Verkehrswert bei einer Schenkung bestimmt der Notar nach den Angaben der Beteiligten oder anhand amtlicher Vergleichswerte, eine Beweisaufnahme mit Gutachten findet dafür nicht statt (§ 46 Abs. 2 und 4 GNotKG).

Beispiel und Kosten nach Kaufpreis

Rechenbeispiel 500.000 € Kaufpreis, 400.000 € Grundschuld

Alles rund um den Kauf rechnet mit 935 €, der 1,0-Gebühr aus dem Kaufpreis. Beide Grundschuld-Posten rechnen mit 785 €, der 1,0-Gebühr aus 400.000 €.

Kaufvertrag, 2,0 × 935 €
1.870,00 €
Vollzug, 0,5 × 935 €
467,50 €
Betreuung, 0,5 × 935 €
467,50 €
Grundschuld, 1,0 × 785 €
785,00 €
Post und Telefon, je Geschäft 20 €
40,00 €
Umsatzsteuer 19 %
689,70 €
= Notar
4.319,70 €
Vormerkung 0,5 und ihre Löschung
492,50 €
Eigentümer eintragen, 1,0
935,00 €
Grundschuld eintragen, 1,0
785,00 €
= Grundbuchamt
2.212,50 €
Notar und Grundbuch zusammen
6.532,20 €

Das sind 1,31 % des Kaufpreises. Ohne Kredit fallen beide Grundschuld-Posten weg, dann sind es 4.789,25 € oder 0,96 %.

Kaufpreisohne Kreditmit Grundschuld
80 %
Anteil mit
Grundschuld
150.000 €1.844 €2.524 €1,7 %
200.000 €2.254 €3.112 €1,6 %
250.000 €2.761 €3.738 €1,5 %
300.000 €3.268 €4.464 €1,5 %
400.000 €4.029 €5.443 €1,4 %
500.000 €4.789 €6.532 €1,3 %
750.000 €6.817 €9.239 €1,2 %
1.000.000 €8.845 €11.968 €1,2 %

Notar mit Umsatzsteuer und Grundbuch zusammen, gerechnet mit dem Rechner oben. Die Grunderwerbsteuer kommt dazu.

Zum Gegenprüfen: Die Bundesnotarkammer rechnet für eine Wohnung zu 160.000 € mit 762 € für die Beurkundung und je 190,50 € für Vollzug und Betreuung, für eine Grundschuld über 130.000 € mit 327 €. Der Rechner kommt auf dieselben Beträge.

Kosten der Grundschuldbestellung

Die Bank gibt das Darlehen nur gegen eine Grundschuld. In der Urkunde unterwirfst du dich der sofortigen Zwangsvollstreckung, und das geht nur in einer notariellen Urkunde (§ 794 Abs. 1 Nr. 5, § 800 ZPO). Deshalb fällt die volle Beurkundungsgebühr an: 1,0 aus dem Nennbetrag (KV 21200). Das Grundbuchamt berechnet für die Eintragung noch einmal 1,0 (KV 14121).

GrundschuldNotar mit
Umsatzsteuer
Grundbuch
KV 14121
Zusammen
100.000 €348,67 €273,00 €622 €
150.000 €445,06 €354,00 €799 €
200.000 €541,45 €435,00 €976 €
250.000 €660,45 €535,00 €1.195 €
300.000 €779,45 €635,00 €1.414 €
400.000 €957,95 €785,00 €1.743 €
500.000 €1.136,45 €935,00 €2.071 €

Notar: 1,0-Gebühr, Pauschale für Post und Telefon, 19 % Umsatzsteuer.

Für eine Briefgrundschuld nimmt das Grundbuchamt 1,3 statt 1,0 (KV 14120). Wechselst du später die Bank, kann die alte Grundschuld an die neue abgetreten werden, statt eine neue zu bestellen. Dann zahlst du die Beglaubigung beim Notar und für die Eintragung der Abtretung 0,5 (KV 14130). Wie sich das bei einer Umschuldung rechnet, zeigt der Anschlussfinanzierungs-Rechner.

Schenkung: Kosten für Notar und Grundbucheintrag

Auch wer ein Grundstück verschenkt, braucht einen notariellen Vertrag (§ 311b Abs. 1 BGB). Statt eines Kaufpreises zählt der Verkehrswert (§ 46 GNotKG). Der Vertrag kostet wie beim Kauf eine 2,0-Gebühr (KV 21100), der Grundbucheintrag des Beschenkten eine 1,0-Gebühr (KV 14110). Weil kein Kaufpreis fließt, entfällt die Fälligkeitsmitteilung, für die beim Kauf die Betreuungsgebühr anfällt.

VerkehrswertNotar mit
Umsatzsteuer
Grundbuch
KV 14110
Zusammen
100.000 €673,54 €273,00 €947 €
200.000 €1.059,10 €435,00 €1.494 €
300.000 €1.535,10 €635,00 €2.170 €
500.000 €2.249,10 €935,00 €3.184 €
750.000 €3.201,10 €1.335,00 €4.536 €

Notar: 2,0-Gebühr, Pauschale für Post und Telefon, 19 % Umsatzsteuer. Grundbuch: 1,0-Gebühr, ohne Umsatzsteuer.

Muss der Notar Unterlagen einholen, etwa die Löschungsbewilligung einer Bank oder eine Genehmigung, kommt die Vollzugsgebühr von 0,5 dazu (KV 22110). Wird eine Vormerkung eingetragen, kostet sie im Grundbuch 0,5 (KV 14150). Wer die Kosten trägt, legt ihr im Vertrag fest. Gegenüber dem Notar haften Schenker und Beschenkter als Gesamtschuldner (§ 30 Abs. 1, § 32 GNotKG). Ob für die Schenkung Steuer anfällt, zeigt der Schenkungsteuer-Rechner.

Notaranderkonto: Kosten nach KV 25300

In der Regel zahlst du den Kaufpreis direkt an den Verkäufer und seine Bank, sobald der Notar die Fälligkeit mitteilt. Über ein Anderkonto des Notars darf das Geld nur laufen, wenn es dafür ein berechtigtes Sicherungsinteresse gibt und eine schriftliche Verwahrungsanweisung vorliegt (§ 57 Abs. 2 und 4 BeurkG). Bargeld nimmt der Notar nicht an (§ 57 Abs. 1 BeurkG).

Für jede Auszahlung vom Anderkonto berechnet er eine 1,0-Gebühr aus dem ausgezahlten Betrag (KV 25300, § 124 GNotKG). Sie kommt zu den übrigen Gebühren dazu und wird sofort fällig (§ 10 GNotKG):

AuszahlungGebührmit Umsatzsteuer
50.000 €165,00 €196,35 €
100.000 €273,00 €324,87 €
200.000 €435,00 €517,65 €
300.000 €635,00 €755,65 €
500.000 €935,00 €1.112,65 €
1.000.000 €1.735,00 €2.064,65 €

Bei Beträgen über 13.000.000 € kostet der übersteigende Teil 0,1 %.

Weil jede Auszahlung einzeln zählt, wird es teurer, wenn der Kaufpreis aufgeteilt wird. Gehen von 500.000 € erst 200.000 € an die Bank des Verkäufers und dann 300.000 € an ihn selbst, sind es 1.070 € statt 935 € vor Umsatzsteuer. Wer die Verwahrung bezahlt, regelt der Kaufvertrag. Gegenüber dem Notar schuldet sie, wer den Auftrag erteilt hat (§ 29 Nr. 1 GNotKG).

Notarielle Beurkundung oder Beglaubigung: was kostet was

Bei einer Beurkundung liest der Notar die ganze Erklärung vor, belehrt die Beteiligten und nimmt eine Niederschrift auf (§ 17 BeurkG). Bei einer Beglaubigung bestätigt er nur, dass die Unterschrift von dir stammt. Grundstücksverträge müssen beurkundet werden (§ 311b Abs. 1 BGB), für Erklärungen gegenüber dem Grundbuchamt reicht eine Beglaubigung (§ 29 GBO). Entsprechend unterschiedlich sind die Gebühren:

WasKVSatzbei 50.000 €bei 300.000 €
Vertrag, etwa Kauf oder Schenkung211002,0, mindestens 120 €330 €1.270 €
Einseitige Erklärung, etwa Grundschuld oder Vollmacht212001,0, mindestens 60 €165 €635 €
Grundbuchantrag, Bewilligung, Zustimmung zur Löschung21201 Nr. 40,5, mindestens 30 €82,50 €317,50 €
Unterschrift beglaubigen251000,2, 20 € bis 70 €33 €70 €
Zustimmung zur Löschung einer Grundschuld nur beglaubigen25101 Nr. 220 € fest20 €20 €

Ohne Umsatzsteuer und Auslagen. Der Wert ist der Geschäftswert der jeweiligen Erklärung.

Entwirft der Notar eine Erklärung, die du nur unterschreibst, berechnet er eine Entwurfsgebühr bis zur Höhe der Beurkundungsgebühr, für einen vollständigen Entwurf den Höchstsatz (KV 24100 bis 24102, § 92 Abs. 2 GNotKG). Beglaubigt er danach deine Unterschrift unter seinem eigenen Entwurf, ist diese erste Beglaubigung frei (Vorbemerkung 2.4.1 Abs. 2 zum Kostenverzeichnis).

Wer zahlt, und wann die Rechnungen kommen

Ohne andere Abrede zahlt der Käufer: die Beurkundung von Kaufvertrag und Auflassung, die Eintragung ins Grundbuch und die Erklärungen, die dafür nötig sind (§ 448 Abs. 2 BGB). Die Grundschuld sichert deinen Kredit und ist ohnehin deine Sache. Die Löschung alter Grundschulden des Verkäufers bezahlt in der Regel der Verkäufer, weil er ein Grundstück ohne Rechtsmängel schuldet (§ 433 Abs. 1 Satz 2 BGB).

Gegenüber dem Notar haften trotzdem beide. Beurkundung, Vollzug und Betreuung schuldet jeder, dessen Erklärung beurkundet wurde (§ 30 Abs. 1 GNotKG), und zwar als Gesamtschuldner (§ 32 GNotKG). Zahlt der Käufer nicht, kann sich der Notar an den Verkäufer halten.

Verhandeln lässt sich nichts. Absprachen über die Höhe der Kosten sind unwirksam (§ 125 GNotKG), und der Notar muss die gesetzlichen Gebühren verlangen (§ 17 Abs. 1 BNotO). Ein Preisvergleich zwischen Notaren bringt deshalb nichts.

  1. BeurkundungDanach kommt die Kostenberechnung des Notars. Seine Gebühren werden fällig, sobald das jeweilige Geschäft beendet ist (§ 10 GNotKG).
  2. Vormerkung und GrundschuldDer Notar beantragt beide Eintragungen. Das Grundbuchamt schickt seine Rechnung selbst, getrennt vom Notar.
  3. FälligkeitLiegen Vormerkung, Löschungsunterlagen und nötige Genehmigungen vor, teilt dir der Notar mit, dass der Kaufpreis fällig ist. Das ist die Betreuung aus seiner Rechnung.
  4. UmschreibungIst die Grunderwerbsteuer bezahlt, bescheinigt das Finanzamt, dass der Eintragung nichts entgegensteht (§ 22 GrEStG). Hat der Verkäufer sein Geld, beantragt der Notar die Umschreibung, und das Grundbuchamt trägt dich als Eigentümer ein.

Warum die Rechnung abweichen kann

Der Rechner nimmt einen üblichen Kauf mit Finanzierung an. Deine Kostenberechnung kann davon in beide Richtungen abweichen.

  • Etwas mehr wird es durch Kopien und Ausfertigungen (0,15 € je Seite, KV 32001), Abrufe aus dem Grundbuch (8 € je Abruf, KV 32011) und, wenn der Notar strukturierte Daten an das Grundbuchamt schickt, eine Gebühr von höchstens 125 € (KV 22114, 22115).
  • Nimmt der Notar im Auftrag der Bank ihre Ausfertigung der Grundschuld entgegen oder braucht er vor der Herausgabe eine Bestätigung der Bank, kommt eine 0,5-Gebühr aus dem Grundschuldbetrag dazu (KV 22200).
  • Weniger wird es, wenn nichts abzulösen ist und der Notar nur behördliche Erklärungen einholt, etwa zum Vorkaufsrecht der Gemeinde. Dann beträgt die Vollzugsgebühr höchstens 50 € je Erklärung (KV 22112).

Die Kostenberechnung muss das Geschäft, die Nummern des Kostenverzeichnisses, die Geschäftswerte und jeden Betrag nennen (§ 19 Abs. 2 GNotKG). Damit kannst du sie Posten für Posten mit dem Rechner vergleichen. Hältst du etwas für falsch, frag zuerst beim Notar nach. Klärt sich das nicht, entscheidet auf deinen Antrag das Landgericht, in dessen Bezirk der Notar seinen Amtssitz hat (§ 127 GNotKG). Zahlst du gar nicht, kann der Notar aus seiner Kostenberechnung vollstrecken, ohne vorher zu klagen (§ 89 GNotKG).

Häufige Fragen

Was kostet der Notar, wenn der Kauf platzt?
Das hängt davon ab, wie weit er schon war. Endet das Verfahren, bevor er einen Entwurf verschickt oder mit euch darüber verhandelt hat, kostet es 20 € (KV 21300). Danach sind es 0,5 bis 2,0 Gebühren, mindestens 120 € (KV 21302). War der Entwurf fertig, muss der Notar den Höchstsatz nehmen (§ 92 Abs. 2 GNotKG), bei 500.000 € Kaufpreis also 1.870 € plus Umsatzsteuer. Zahlen muss, wer den Entwurf beauftragt hat (§ 29 GNotKG). Kommt es bald danach beim selben Notar doch zur Beurkundung, wird die Gebühr angerechnet.
Was kostet die Umschreibung im Grundbuch nach einem Erbfall?
Nichts, wenn der Antrag binnen zwei Jahren nach dem Erbfall beim Grundbuchamt eingeht (KV 14110, Anmerkung 1). Das gilt auch, wenn ein Erbe erst nach der Erbauseinandersetzung eingetragen wird. Als Nachweis brauchst du einen Erbschein oder ein notarielles Testament mit der Niederschrift über die Eröffnung (§ 35 Abs. 1 GBO). Die Erbschaftsteuer ist eine eigene Rechnung, dafür gibt es den Erbschaftsteuer-Rechner.
Was kostet die Löschung einer alten Grundschuld?
Das Grundbuchamt berechnet eine 0,5-Gebühr aus dem eingetragenen Betrag (KV 14140), bei 100.000 € also 136,50 €. Dazu kommt der Notar, denn du musst als Eigentümer zustimmen, und diese Erklärung muss beglaubigt sein (§§ 27, 29 GBO). Beglaubigt er nur deine Unterschrift unter der fertigen Erklärung, sind das 20 € (KV 25101 Nr. 2) plus Auslagen und Umsatzsteuer. Übernimmst du beim Kauf eine solche Löschung selbst, trag den Betrag im Rechner bei den weiteren Grundbuchkosten ein.
Was ist beim Kauf vom Bauträger anders?
Beurkundet wird ein Bauträgervertrag über Grundstück und Bau (§ 650u BGB). Die Gebühren richten sich nach dem Gesamtpreis, die Sätze sind dieselben wie beim Kauf. Weil du als Verbraucher von einem Unternehmer kaufst, soll dir der Notar den Vertragstext in der Regel zwei Wochen vor dem Termin geben (§ 17 Abs. 2a BeurkG). Zahlen musst du nur in Raten nach Baufortschritt (§ 3 Abs. 2 MaBV) oder gegen eine Sicherheit wie eine Bürgschaft (§ 7 MaBV).
Sind Notarkosten in Berlin höher als anderswo?
Nein. Das GNotKG gilt in ganz Deutschland, ein Kauf über 500.000 € kostet beim Notar in Berlin dasselbe wie in München oder Hamburg. Unterschiedlich ist die Grunderwerbsteuer: In Berlin beträgt sie 6 %, bei 500.000 € also 30.000 €. Alle Länder vergleicht der Grunderwerbsteuer-Rechner.
Kann ich den Kaufvertrag online beurkunden lassen?
Nein. Per Video darf der Notar nur beurkunden, soweit ein Gesetz das zulässt (§ 16a BeurkG), und für Grundstückskaufverträge ist das nicht vorgesehen. Die Auflassung müssen Verkäufer und Käufer bei gleichzeitiger Anwesenheit vor dem Notar erklären (§ 925 Abs. 1 BGB). Wer nicht kommen kann, lässt sich vertreten, siehe die nächste Frage.
Ich kann nicht zum Termin. Was kostet eine Vollmacht?
Eine beurkundete Vollmacht kostet eine 1,0-Gebühr (KV 21200) aus der Hälfte des Geschäftswerts (§ 98 Abs. 1 GNotKG), bei 500.000 € Kaufpreis also 535 € plus Umsatzsteuer. Billiger ist es, wenn dich jemand ohne Vollmacht vertritt und du den Vertrag danach genehmigst. Für die Grundbuchumschreibung muss deine Unterschrift unter der Genehmigung beglaubigt sein (§ 29 GBO), das kostet 0,2 Gebühren aus demselben halben Wert, höchstens 70 € (KV 25100), hier 70 €. Kaufst du als Verbraucher, soll der Notar allerdings darauf hinwirken, dass du selbst oder eine Vertrauensperson die Erklärung abgibt (§ 17 Abs. 2a Satz 2 Nr. 1 BeurkG). Kläre deshalb vorher mit ihm, welche Lösung er akzeptiert.
Muss ich beim Notar vorab zahlen?
Er darf einen Vorschuss verlangen, bevor er tätig wird (§ 15 GNotKG). Ansonsten werden seine Gebühren fällig, wenn das jeweilige Geschäft beendet ist (§ 10 GNotKG), und er schickt eine Kostenberechnung. Bis die Kosten bezahlt sind, darf er Ausfertigungen und Kopien zurückhalten (§ 11 GNotKG). Das Grundbuchamt schickt seine Rechnung getrennt.
Was kostet ein Grundbuchauszug?
Beim Grundbuchamt kostet ein einfacher Ausdruck 10 €, ein amtlicher Ausdruck 20 € (KV 17000, 17001 GNotKG). Einsicht und Abschrift bekommt, wer ein berechtigtes Interesse darlegt (§ 12 Abs. 1 und 2 GBO), als Eigentümer ohne Weiteres. Als Kaufinteressent bittest du am einfachsten den Verkäufer um einen Auszug. Für den Kaufvertrag ruft der Notar das Grundbuch selbst ab und gibt die Gebühr von 8 € je Abruf als Auslage weiter (KV 32011).
Welche Notarkosten zahlt der Verkäufer?
Die Löschung seiner eigenen Grundschulden: Zustimmung und Grundbuch wie in der Frage oben. Gibt seine Bank die Löschungsunterlagen nur unter einer Treuhandauflage heraus, berechnet der Notar dafür eine 0,5-Gebühr aus dem Ablösebetrag (KV 22201, § 113 Abs. 2 GNotKG), bei 150.000 € also 177 € plus Umsatzsteuer. Achte darauf, dass der Kaufvertrag diese Kosten dem Verkäufer zuweist. Alles andere trägt ohne andere Abrede der Käufer (§ 448 Abs. 2 BGB).

Quellen

  1. § 34 GNotKG, Tabelle B: Stufen der 1,0-Gebühr, Mindestgebühr gesetze-im-internet.de
  2. GNotKG, Kostenverzeichnis (Anlage 1): alle KV-Nummern von 14110 bis 32014 gesetze-im-internet.de
  3. GNotKG, Gebührentabelle (Anlage 2): Tabelle A und B bis 3 Mio. € Geschäftswert gesetze-im-internet.de
  4. § 47 GNotKG: Geschäftswert beim Kauf gesetze-im-internet.de
  5. § 46 GNotKG: Verkehrswert, etwa bei der Schenkung gesetze-im-internet.de
  6. § 98 GNotKG: Geschäftswert von Vollmacht und Zustimmung gesetze-im-internet.de
  7. § 109 GNotKG: derselbe Beurkundungsgegenstand gesetze-im-internet.de
  8. § 124 GNotKG: Geschäftswert bei der Verwahrung gesetze-im-internet.de
  9. § 127 GNotKG: Prüfung der Kostenberechnung durch das Landgericht gesetze-im-internet.de
  10. § 57 BeurkG: Verwahrung nur bei berechtigtem Sicherungsinteresse gesetze-im-internet.de
  11. § 17 BeurkG: Belehrung, Vertragstext zwei Wochen vorab bei Verbraucherverträgen gesetze-im-internet.de
  12. § 17 BNotO: Pflicht zu den gesetzlichen Gebühren gesetze-im-internet.de
  13. § 448 BGB: Käufer trägt Beurkundung und Eintragung gesetze-im-internet.de
  14. § 794 ZPO: Unterwerfung unter die sofortige Zwangsvollstreckung (Abs. 1 Nr. 5) gesetze-im-internet.de
  15. Bundesnotarkammer: Notarkosten, Beispiele: Kaufvertrag und Grundschuld durchgerechnet notar.de

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