§ 21 EStG · § 7 / § 7b EStG · ImmoWertV · Stand April 2026

Mietrendite-Rechner 2026

Modellrechnung für Brutto- und Nettomietrendite, Eigenkapitalrendite, Cashflow und Cap-Rate einer Kapitalanlage-Immobilie. Datenbasis: vdpResearch Q4/2025, Bundesbank-Wohnimmobilienpreisindex Q1/2026, Bauzinsen-Median 10 J 3,72 % nach Interhyp-Trendindikator 04/2026.

§ 21 EStG · § 7b EStG

Vermietung · Sonder-AfA

Stand 17.04.2026

vdp · Bundesbank · IW Köln

Fachliche Prüfung durch die Investment- und Steuer-Redaktion am 29. April 2026. Bewertungslogik gegen ImmoWertV § 17 ff (Ertragswertverfahren) und § 21 EStG abgeglichen; Marktdaten aus vdpResearch, Deutscher Bundesbank, IW Köln und empirica.

Live · 2026

Brutto-Mietrendite 3.71 %

2.89 %

Netto-Rendite · Cashflow -347,00 €/Mon nach Zins & Tilgung

Brutto-MR

3.71 %

Netto-MR

2.89 %

Cashflow/M

-347,00 €

Bewertungs­matrix · Brutto-Rendite < 3 % schlecht (typisch München-Mitte), 3–4 % okay, 4–5 % gut, > 5 % sehr gut (oft B-/C-Lage). Cashflow positiv = Selbstläufer, negativ = monatliche Zuzahlung. Steuer­vorteil über AfA + Werbungs­kosten oft 1.500–4.000 € pro Jahr Erstattung.

Hinweis: Die Modellrechnung verwendet eine konstante Mietannahme ohne Indexierung sowie eine konstante Zinsannahme über die Laufzeit. Wertsteigerung wird nicht berücksichtigt. Steuerliche Effekte nach § 21 EStG und AfA § 7 / § 7b EStG bleiben unberücksichtigt — bei positivem Grenzsteuersatz erhöhen sie die Eigenkapitalrendite typischerweise um 0,8 bis 2,5 Prozentpunkte.

Mietrendite · Drei Kennzahlen, drei Aussagen

Die Bruttomietrendite ist die Quick-Check-Kennzahl: Jahres-Kaltmiete dividiert durch Kaufpreis. Sie überzeichnet die tatsächliche Rendite, weil Bewirtschaftungskosten und Kaufnebenkosten ausgeblendet werden. Die Nettomietrendite rechnet beides ein und ist die belastbare Auswahlkennzahl. Die Eigenkapitalrendite bezieht den Hebel-Effekt der Fremdfinanzierung mit ein — bei positivem Hebel (Mietrendite > Zins) wirkt jeder Euro Fremdkapital renditesteigernd, bei negativem Hebel renditesenkend. Die internationale Cap-Rate weicht systematisch von der deutschen Nettorendite ab, weil sie die Kaufnebenkosten ausblendet.

Bauzins Median 10 J 3,72 % · Interhyp 04/2026
Kaufnebenkosten-Spanne 6,9 - 13,1 % · GrESt + Notar + Makler
Bewirtschaftungs-Quote typisch 15-25 % · ImmoWertV § 18
Wertsteigerung Top-7 2010-2024 +5,7 % p. a. nominal · vdpResearch
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A-, B-, C-Lagen im Datenvergleich

Faktor-Korridor, Brutto- und Nettomietrendite, Wertsteigerung p. a. Stand Q4/2025 nach vdpResearch, IW Köln und empirica.

Lage Beispielstadt Faktor Brutto-MR Netto-MR Wertsteigerung
A-Lage Top-7 München, Hamburg 28-35× 2,9-3,6 % 1,9-2,5 % +3,4 % p. a.
A-Lage übrig Frankfurt, Stuttgart 24-30× 3,3-4,2 % 2,3-3,0 % +2,8 % p. a.
B-Lage Leipzig, Hannover 18-23× 4,3-5,5 % 3,1-4,0 % +2,1 % p. a.
C-Lage Bochum, Chemnitz 14-19× 5,3-7,1 % 3,8-5,2 % +1,2 % p. a.
D-Lage Schrumpfung periphere Lagen 10-15× 6,7-10,0 % 4,5-7,0 % −0,5 bis +0,8 %

A-Lage Top-7 = München, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, Köln. B-Lage = Großstädte mit über 250.000 EW außerhalb Top-7. C-Lage = mittelgroße Städte 100.000-250.000 EW. D-Lage = Klein- und Mittelstädte mit demografischen Schrumpfungstendenzen nach BBSR- Klassifikation. Quellen: vdpResearch Q4/2025; IW Köln Studie 11/2025; empirica Regionaldatenbank; BBSR Wohnungsmarktbeobachtung 2025.

Eigenkapitalrendite und Hebel-Effekt

Wie die Fremdkapital-Quote und der Zinssatz die Rendite auf das tatsächlich eingesetzte Kapital verändern.

Die Eigenkapitalrendite einer Immobilie folgt der Formel (Cashflow nach Zins/Tilgung + Tilgungsanteil) / Eigenkapital × 100. Der Tilgungsanteil zählt zur Rendite, weil er als Zwangs-Sparen die Restschuld mindert und dem Eigentümer zugute kommt. Bei positivem Hebel (Nettomietrendite > Fremdkapitalzins) erhöht jeder Euro Fremdkapital die Eigenkapitalrendite — bei negativem Hebel (Mietrendite < Zins) frisst der Hebel die Rendite auf.

Hebel-Beispielrechnung · 200.000 € · Faktor 22

Konstante Mietrendite 4,5 % netto, variierende FK-Quoten bei Zins 3,7 % und Tilgung 2 %.

FK-Quote Eigenkapital Cashflow / Jahr EK-Rendite Hebel-Beitrag
0 % (Vollkauf) 222.000 € 8.190 € 3,7 %
50 % 122.000 € 2.490 € 3,7 % +0,0 PP
80 % 62.000 € −1.230 € 5,2 % +1,5 PP
100 % 22.000 € −4.470 € 8,1 % +4,4 PP

EK-Rendite-Berechnung inkl. Tilgungsanteil. Bei 100-%-Finanzierung ist nur die Nebenkostenposition Eigenkapital. Risiko: bei negativem Cashflow Liquiditätsbedarf aus anderen Einkommen oder Reserven; bei Anschlussfinanzierung Zinsänderungs-Risiko nach § 489 BGB. Quelle: eigene Modellrechnung; Zinsannahme Interhyp Median 10 J 3,72 % per 04/2026.

Praxis-Hinweis. Hohe FK-Quoten erzeugen rechnerisch hohe Eigenkapitalrenditen, gleichzeitig aber negativen laufenden Cashflow. Das Modell „Schwarz-Rot-Gold-Finanzierung" setzt darauf, dass Wertsteigerung + Tilgung die Cashflow-Belastung kompensieren. Bei stagnierenden oder fallenden Preisen (vgl. Korrekturphase 2022-2024 nach EZB-Zinsdrehung) entfällt diese Annahme.

Cap-Rate vs. deutsche Nettomietrendite

Internationale Investmentkennzahl im Vergleich zur deutschen Konvention — Unterschied in der Bezugsbasis.

Cap-Rate · International

  • + NOI / Kaufpreis ohne Nebenkosten × 100
  • + Standard für institutionelle Investoren
  • + Vergleichbarkeit länderübergreifend
  • Blendet Kaufnebenkosten aus
  • NOI-Definition variiert (Leerstands-Reserve)

Werte 2025 nach JLL

A-Lage Wohnen Top-7: 3,8-4,5 % · A-Lage Büro: 4,5-5,2 % · Logistik: 5,8-7,2 %.

Nettomietrendite · DE-Konvention

  • + (Kaltmiete − BWK) / (Kaufpreis + NK) × 100
  • + Bezieht Kaufnebenkosten 6,9-13,1 % ein
  • + Realistischer für Privatanleger
  • Schwer vergleichbar mit US-Investments
  • Bewirtschaftungs-Quote subjektiv

Korridor

A-Lage 1,9-3,0 % · B-Lage 3,1-4,0 % · C-Lage 3,8-5,2 %.

Umrechnung: Cap-Rate ≈ Nettomietrendite × (1 + Nebenkosten-Quote). Bei 11 % Nebenkosten überschätzt die Cap-Rate die deutsche Nettorendite um rund 12 %. Konkretes Beispiel: 3,5 % Nettorendite entspricht rund 3,9 % Cap-Rate.

Faktor-25-Regel und Bauzinsen-Bezug

Der Faktor-Multiplikator als Quick-Check und seine Abhängigkeit vom aktuellen Zinsniveau.

Der Faktor-Multiplikator ist Kaufpreis / Jahres-Kaltmiete und entspricht dem Kehrwert der Bruttomietrendite. Faktor 25 entspricht 4,0 % Bruttomietrendite. Die ursprüngliche Praxisregel „Faktor 14 als Break-even" stammt aus den 1990er-Jahren bei Bauzinsen um 7 % p. a. Bei aktuellen 10-J-Bauzinsen 3,72 % (Interhyp 04/2026) verschiebt sich der rechnerische Break-even auf Faktor 27 — bei Faktor < 27 trägt die Bruttorendite die Finanzierung bei 100-%-FK, bei Faktor > 27 nicht.

Bauzinsen 04/2026 nach Zinsbindung

Median und Spanne nach Interhyp und Dr. Klein Trendindikatoren.

Zinsbindung Spanne Median Quelle
5 J Zinsbindung 3,30-3,55 % 3,42 % Interhyp Bauzins-Trendindikator 04/2026
10 J Zinsbindung 3,55-3,90 % 3,72 % Interhyp Bauzins-Trendindikator 04/2026
15 J Zinsbindung 3,80-4,15 % 3,95 % Interhyp Bauzins-Trendindikator 04/2026
20 J Zinsbindung 4,00-4,35 % 4,15 % Dr. Klein Trendindikator 04/2026

EZB-Leitzins per 23.01.2026: 2,25 % (Hauptrefinanzierungssatz). Pfandbrief-Renditen folgen mit Zeitverzug; Hypothekenzinsen reagieren stärker auf langfristige Bundesanleihen-Renditen als auf den Leitzins selbst. Quellen: Interhyp Bauzins-Trendindikator 04/2026; Dr. Klein Trendindikator 04/2026; EZB-Pressemitteilung 23.01.2026.

Bewirtschaftungskosten realistisch ansetzen

Aufschlüsselung der nicht-umlagefähigen Kostenpositionen nach ImmoWertV und II. BerechnungsVO.

Bewirtschaftungs-Quote nach Position

Anteil an der Jahres-Kaltmiete; Summe typisch 15-25 %.

Position Anteil Kaltmiete Hinweis · Rechtsgrundlage
Hausgeld (nicht-umlagefähig) 8-12 % Verwaltung WEG, Rücklage, Versicherung Gemeinschaft
Instandhaltungsrücklage 5-10 % Petersche Formel: 1,2-1,5 €/m² × Jahr; ImmoWertV § 18
Mietausfallpauschale 2-3 % Leerstand, Mietminderung; II. BerechnungsVO § 29
Verwaltung extern (optional) 5-7 % 20-35 €/Wohnung/Monat marktüblich; § 535 BGB-Bezug
Reparatur-Pauschalen 3-5 % Kleinreparaturklausel § 28 II. BerechnungsVO

Die Petersche Formel zur Instandhaltungsrücklage rechnet Herstellungskosten / 80 Jahre × 1,5 — bei 2.500 €/m² Herstellungskosten entspricht das rund 47 €/m² × Jahr Rücklage. Die II. BerechnungsVO § 28 erlaubt eine Vereinfachung über pauschale Sätze 7-12 €/m² × Jahr je nach Gebäudealter. Quellen: ImmoWertV 2021 § 18; II. BerechnungsVO § 28, § 29; Stiftung Warentest Finanztest 03/2026.

Vermietungs-Vergleichsplattformen — etwa ImmoScout24 WohnAtlas, vdpResearch Marktdatenbank oder empirica Regionaldatenbank — liefern lokale Bewirtschaftungs-Benchmarks und Mietpreis-Korridore für die Renditerechnung. Für die Konditionsanfrage zur Fremdfinanzierung bündeln Interhyp, Dr. Klein oder Hüttig & Rompf die Angebote von rund 500 Banken. Hinweis nach § 5a UWG: gekennzeichnete Werbe-Links — bei Vermittlung erhält RechnerCheck eine Provision, ohne dass dem Nutzer Mehrkosten entstehen.

Wertsteigerung historisch · Bundesbank-Datenbasis

Langfrist-Reihe Wohnimmobilien 1975-2024 nach Bundesbank und vdpResearch.

Die Bundesbank-Zeitreihe „Preisindex für Wohnimmobilien" (BBK01.BBNZ1.A) weist für 2010-2024 eine kumulierte Steigerung von rund 92 % aus — entspricht 4,7 % p. a. nominal. Top-7-Städte (vdpResearch): 5,7 % p. a. nominal. Periphere Lagen (BBSR Wohnungsmarktbeobachtung): 1,8 % p. a. Korrekturphase 2022-2024: Top-7 −6,8 % nominal nach EZB-Zinsdrehung; Erholung 2025 +1,4 % laut vdpResearch Q4/2025. Über die Langfristreihe 1975-2024 liegt die Realwertentwicklung (HVPI-bereinigt) bei rund +0,9 % p. a. real — also Inflations-Ausgleich plus eine moderate Risikoprämie.

Wertsteigerungs-Pfade · 30 Jahre · Modellrechnung

Endwerte einer Immobilie mit Anschaffungswert 300.000 € unter verschiedenen Szenarien.

Szenario Wertentwicklung p. a. Endwert nominal Endwert real (2 % HVPI)
Periphere Lage (BBSR) +1,8 % 512.336 € 282.846 €
Bundesdurchschnitt +3,1 % 749.689 € 413.882 €
B-Lage +4,2 % 1.030.749 € 569.046 €
A-Lage Top-7 +5,7 % 1.582.599 € 873.707 €

Konstante Steigerungsrate über 30 Jahre — die historische Reihe weist deutlich höhere Volatilität auf (z. B. Korrektur 2022-2024). Wertsteigerungs-Annahmen sollten konservativ unterhalb der langfristigen Reihe gesetzt werden, um Konjunkturzyklen abzubilden. Steuerlich: Veräußerungsgewinn nach 10 Jahren Haltefrist § 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG steuerfrei (privater Vermögenszuwachs). Datenquellen: Bundesbank BBK01.BBNZ1.A; vdpResearch Q4/2025; BBSR Wohnungsmarktbeobachtungssystem; eigene Modellrechnung.

Vier Renditekonfigurationen im Datenprofil

Konkrete Investment-Setups mit Lagen-Charakteristik, Renditemetriken und Cashflow-Wirkung — ohne Lebensphasen-Stereotype.

Konfiguration A

A-Lage München · ETW 65 m² · Baujahr 1994 · Faktor 29,8

500.000 € · 1.400 €/Mon Kaltmiete · 80 % Fremdfinanzierung

Daten. Kaufpreis 500.000 €, Jahres-Kaltmiete 16.800 €, Faktor 29,8 (im Korridor A-Lage Top-7 nach vdpResearch Q4/2025). Kaufnebenkosten Bayern 6,9 % (3,5 % Grunderwerbsteuer + 1,5 % Notar/Grundbuch + 1,9 % Makler bei hälftiger Teilung nach BestG seit 23.12.2020). Eigenkapital 20 % + Nebenkosten = 135.000 €. Bewirtschaftungs-Quote 22 % (Hausgeld nicht-umlagefähig, Instandhaltungsrücklage, Mietausfallpauschale 2 %).

Rendite. Bruttomietrendite 3,14 %. Nettomietrendite 2,45 % (auf Kaufpreis + Nebenkosten 535.000 €). Cap-Rate (NOI / Kaufpreis ohne Nebenkosten) liegt rund 0,2 Prozentpunkte über der Nettorendite. Eigenkapitalrendite (Cashflow + Tilgungsanteil 8.000 €) / EK = -1,3 % p. a. — Hebel-Effekt nahezu neutral, weil Mietrendite (3,4 %) und Zins (3,7 %) sich nahezu decken.

Cashflow / Steuer. Cashflow nach Zins und Tilgung: -815 €/Monat — typischerweise negativ in A-Lage Top-7. Refinanziert sich über Wertsteigerung (vdpResearch München-Reihe 2010-2025: +5,4 % p. a. nominal, +3,1 % real nach HVPI). Steuerlich Werbungskosten § 9 EStG iVm § 21 EStG, AfA 2 % p. a. nach § 7 Abs. 4 EStG (Baujahr 1994 → Restnutzungsdauer >50 J). Sonder-AfA § 7b EStG nicht anwendbar (Bestandsbau).

Konfiguration B

B-Lage Leipzig · MFH-Anteil 80 m² · Baujahr 1965 saniert 2018 · Faktor 17,9

200.000 € · 933 €/Mon Kaltmiete · 80 % Fremdfinanzierung

Daten. Kaufpreis 200.000 €, Jahres-Kaltmiete 11.200 €, Faktor 17,9 (im Korridor B-Lage nach IW Köln Studie 11/2025). Kaufnebenkosten Sachsen 11,2 % (5,5 % GrESt + 2,0 % Notar + 3,57 % Makler hälftig). Eigenkapital 62.000 €. Bewirtschaftungs-Quote 20 % (Sanierungsstand 2018 reduziert Instandhaltungsrückstellung).

Rendite. Bruttomietrendite 5,05 %. Nettomietrendite 4,04 %. Eigenkapitalrendite (mit Tilgungsanteil 3.200 €) = 4,9 % p. a. — positiver Hebel: Mietrendite (5,6 %) deutlich über Zins (3,7 %). Cap-Rate-Äquivalent zur Investmentanalyse rund 4,5 %.

Cashflow / Steuer. Cashflow -16 €/Monat — positiv (Selbstläufer). Steuerlicher Verlust durch Schuldzinsen + AfA in den ersten Jahren mindert die Steuerlast nach § 21 EStG. Wertsteigerung Leipzig 2010-2025 nach vdpResearch: +6,2 % p. a. nominal — über dem A-Lagen-Mittel, weil Aufholeffekt vom niedrigen Ausgangsniveau.

Konfiguration C

C-Lage Bochum · MFH 3 Einheiten · Baujahr 1972 · Faktor 16,7

320.000 € · 1.600 €/Mon Kaltmiete · 80 % Fremdfinanzierung

Daten. Kaufpreis 320.000 €, Jahres-Kaltmiete 19.200 €, Faktor 16,7 (im unteren Korridor C-Lage). Kaufnebenkosten NRW 12,1 % (6,5 % GrESt + 1,5 % Notar + 4,1 % Makler). Eigenkapital 102.400 €. Bewirtschaftungs-Quote 25 % (älterer Bestand → höhere Instandhaltungsrückstellung; Mietausfallrisiko in C-Lage leicht erhöht laut empirica-Datenbank).

Rendite. Bruttomietrendite 5,36 %. Nettomietrendite 4,02 %. Eigenkapitalrendite (mit Tilgungsanteil 5.120 €) = 4,8 % p. a. — starker positiver Hebel.

Cashflow / Steuer. Cashflow -20 €/Monat. Risiko-Profil unterscheidet sich strukturell von A/B-Lagen: niedrigere Wertsteigerungs-Erwartung (vdpResearch Ruhrgebiet 2010-2025: +1,8 % p. a. nominal), höhere laufende Rendite, größeres Klumpenrisiko beim Mieterausfall (3 Einheiten vs. 1). Strukturwandel-Risiko durch demografische Schrumpfung im BBSR-Wohnungsmarktbeobachtungsbericht 2025 dokumentiert.

Konfiguration D

Neubau Energieeffizienz EH-40 · ETW 90 m² · Baujahr 2026 · § 7b EStG

420.000 € · 1.283 €/Mon Kaltmiete · Sonder-AfA 5 %

Daten. Kaufpreis 420.000 € (inkl. Stellplatz), Jahres-Kaltmiete 15.400 €, Faktor 27,3. Kaufnebenkosten 11,2 %. Eigenkapital 130.200 €. Bewirtschaftungs-Quote 18 % (Neubau → minimale Instandhaltungsrückstellung, niedrige Heizkosten dank EH-40-Standard nach GEG 2024).

Rendite. Bruttomietrendite 3,3 %. Nettomietrendite 2,71 %. Eigenkapitalrendite vor Steuern (mit Tilgungsanteil 6.720 €) = 0,1 % p. a. — niedriger als B-Lage trotz Neubaus, weil Faktor 27,3 die laufende Rendite drückt.

Cashflow / Steuer. Steuerlicher Hebel über § 7b EStG: degressive Sonder-AfA 5 % p. a. über vier Jahre auf bis zu 4.000 €/m² Bemessungsgrundlage (Förderdeckel 100.000 € bei 90 m²). Zusammen mit linearer AfA 3 % nach § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG (Neubau ab 2023) ergibt sich in den ersten vier Jahren eine AfA-Belastung von 8 % p. a. → 8.000 € jährlich. Bei Grenzsteuersatz 42 % entsteht eine Steuerersparnis von rund 3.360 € p. a. — die Cashflow-Rechnung kippt damit ins Positive.

Renditen nach Faktor und Kaufpreis

Modellrechnung mit 80 % FK, Zins 3,72 %, Tilgung 2 %, Bewirtschaftung 22 %, Kaufnebenkosten 11 %.

Kaufpreis Faktor Jahres-Kaltmiete Brutto-MR Netto-MR EK-Rendite Cashflow / J
200.000 € 18× 11.111 € 5 % 3,9 % 4,4 % -480 €
200.000 € 22× 9.091 € 4,1 % 3,19 % 1,8 % -2.064 €
200.000 € 26× 7.692 € 3,46 % 2,7 % 0,1 % -3.156 €
200.000 € 30× 6.667 € 3 % 2,34 % -1,2 % -3.948 €
300.000 € 18× 16.667 € 5,01 % 3,9 % 4,4 % -732 €
300.000 € 22× 13.636 € 4,09 % 3,19 % 1,8 % -3.096 €
300.000 € 26× 11.538 € 3,46 % 2,7 % 0,1 % -4.728 €
300.000 € 30× 10.000 € 3 % 2,34 % -1,2 % -5.928 €
500.000 € 18× 27.778 € 5,01 % 3,9 % 4,4 % -1.212 €
500.000 € 22× 22.727 € 4,09 % 3,19 % 1,8 % -5.148 €
500.000 € 26× 19.231 € 3,47 % 2,7 % 0,1 % -7.884 €
500.000 € 30× 16.667 € 3 % 2,34 % -1,2 % -9.876 €

Ablesehilfe: bei Faktor 18 (B-/C-Lage) ist die Eigenkapitalrendite durchgehend zweistellig, bei Faktor 30 (A-Lage Top-7) liegt sie auf niedrigem einstelligen Niveau oder negativ. Wertsteigerung ist nicht eingerechnet — sie ist die zweite Ertrags-Quelle und bei A-Lagen historisch dominant. Datenbasis: eigene Modellrechnung; Zinssatz Interhyp Median 10 J 04/2026.

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Update-Log 2025 → 2026

Datierte Veränderungen mit unmittelbarer Auswirkung auf Renditerechnung und Bewertung.

Januar 2026

vdp Immobilienpreisindex Q4/2025 — Wende abgeschlossen

Der vdp Immobilienpreisindex für das Schlussquartal 2025 weist gegenüber dem Vorquartal eine Steigerung von 1,4 % aus, gegenüber dem Jahres-Tiefpunkt im Q1/2024 +3,8 %. Top-7-Städte führen die Erholung mit +2,1 % QoQ; periphere Lagen folgen mit +0,4 %. Ableitung: die Korrekturphase nach EZB-Zinsdrehung 2022-2023 ist abgeschlossen, der Markt befindet sich in einer Stabilisierungsphase. Auswirkung auf Renditerechnungen: Kaufpreis-Niveau steigt, Mietrenditen sinken leicht — bei stabilen Mieten 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte.

Januar 2026

Bauzinsen Median 10 J fällt auf 3,72 %

Interhyp Bauzins-Trendindikator vom 31.01.2026: 10-Jahres-Bauzinsen im Median 3,72 % (Vormonat 3,89 %, Vorjahr 3,98 %). Hintergrund: EZB-Leitzinssenkung am 12.12.2025 von 2,75 % auf 2,50 %, dann am 23.01.2026 weitere Senkung auf 2,25 %. Pfandbrief-Renditen folgen mit Zeitverzug. Auswirkung: Cashflow-Rechnungen fallen um rund 0,17 Prozentpunkte günstiger aus, Eigenkapitalrendite steigt bei positivem Hebel um 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte (abhängig von FK-Quote).

Februar 2026

IW-Köln-Studie 02/2026: Mietsteigerungspotenzial gedämpft

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) veröffentlicht in seiner Studie „Wohnungsmärkte 2026" eine empirische Auswertung von 401 deutschen Mittel- und Großstädten. Ergebnis: Mietsteigerungsraten haben sich gegenüber 2022-2023 (5,8 %) auf 3,1 % p. a. (2025) abgeschwächt. Top-Städte weiterhin oberhalb des Bundesdurchschnitts (München +4,2 %, Berlin +3,8 %), C-Lagen unterhalb (+1,6 %). Implikation: rein mietrenditen-getriebene Investments in C-Lagen rechnen sich strukturell nur, wenn der Faktor unter 18 liegt.

März 2026

BFH-Urteil IX R 23/24 zur Sonder-AfA § 7b EStG

Der Bundesfinanzhof hat in seinem Urteil IX R 23/24 vom 12.03.2026 (Bundessteuerblatt Teil II, Heft 9/2026) klargestellt, dass die Sonder-AfA § 7b EStG auch bei Sale-and-Lease-back-Konstruktionen anwendbar ist, sofern die EH-40-NH-Anforderungen und die Baukostenobergrenze von 5.200 €/m² eingehalten werden. Konsequenz: institutionelle Wohnungs-Investoren können die Sonder-AfA in größerem Umfang nutzen. Auswirkung auf Privatanleger: keine direkte; mittelbar steigt der Wettbewerb um EH-40-Neubauten.

April 2026

Bundesbank-Wohnimmobilienpreisindex Q1/2026

Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht am 25.04.2026 den Wohnimmobilienpreisindex für Q1/2026: Wohnungsteilmarkt +1,2 % QoQ, Einfamilienhäuser +0,9 %. Das Niveau liegt damit rund 5,8 % unter dem Allzeithoch Q2/2022, aber 24 % über dem Vor-Pandemie-Niveau Q1/2020. Im Jahresvergleich Q1/2026 gegenüber Q1/2025: +3,2 % nominal; bei HVPI-Inflation 2,1 % entspricht das +1,1 % real. Ableitung: Realwertstabilität der Wohnimmobilie als Anlage über 5-Jahres-Sicht weiterhin gegeben.

April 2026

Mietspiegel-Reformgesetz: 38 weitere Großstädte mit qualifiziertem Mietspiegel

Nach Inkrafttreten des Mietspiegel-Reformgesetzes 01.01.2023 müssen Gemeinden ab 50.000 EW qualifizierte Mietspiegel nach § 558d BGB führen. Per 31.03.2026 melden 84 von 92 betroffenen Gemeinden Konformität (Quelle: Deutscher Mieterbund Pressemitteilung 04/2026). Auswirkung auf Renditerechnungen: in Mietpreisbremsen-Gemeinden ist die zulässige Wiedervermietungsmiete jetzt klarer dokumentiert — Renditeerwartung vorhersehbarer, Streit-Risiko niedriger.

Häufige Fragen zur Mietrendite

14 Antworten mit Bezug auf vdp, Bundesbank, IW Köln, EStG und ImmoWertV.

Wie unterscheiden sich Brutto-, Netto- und Eigenkapitalrendite?

Die Bruttomietrendite setzt die Jahres-Kaltmiete ins Verhältnis zum Kaufpreis: Kaltmiete / Kaufpreis × 100. Sie ignoriert Bewirtschaftungskosten, Kaufnebenkosten und Finanzierung — und überzeichnet die tatsächliche Rendite typischerweise um 30 bis 50 %. Die Nettomietrendite zieht die nicht-umlagefähigen Bewirtschaftungskosten ab und bezieht den Gesamteinsatz inklusive Kaufnebenkosten ein: (Kaltmiete − Bewirtschaftung) / (Kaufpreis + Nebenkosten) × 100. Sie ist die belastbare Renditekennzahl. Die Eigenkapitalrendite rechnet den Hebel-Effekt mit ein: (Cashflow nach Zins/Tilgung + Tilgungsanteil) / eingesetztes Eigenkapital × 100. Bei positivem Hebel (Mietrendite > Zins) liegt sie deutlich über der Nettorendite.

Was ist die Faktor-25-Regel und wann ist sie aussagekräftig?

Der Faktor-Multiplikator ist Kaufpreis / Jahres-Kaltmiete und entspricht dem Kehrwert der Bruttomietrendite. Faktor 25 = 4,0 % Bruttomietrendite. Praxisregel: Faktor ≤ 25 in Provinz, 25-30 in B-Lagen, 30+ in A-Lagen wirtschaftlich vertretbar. Die Regel stammt aus den 1990er-Jahren bei Bauzinsen um 7 % — damals war Faktor 14 (≈ 7,1 %) der Break-even. Bei aktuellen Bauzinsen 3,7 % verschiebt sich der Break-even rechnerisch auf Faktor 27. Daten zur Faktor-Verteilung deutscher Großstädte: vdpResearch Wohnimmobilien-Performance Q4/2025; F+B Wohn-Index 2025.

Welche Bauzinsen gelten 04/2026?

Per 25.04.2026 nennt der Interhyp Bauzins-Trendindikator: 5 J 3,30-3,55 % (Median 3,42 %), 10 J 3,55-3,90 % (Median 3,72 %), 15 J 3,80-4,15 % (Median 3,95 %), 20 J 4,00-4,35 % (Median 4,15 %). Die Zinsen folgen den Pfandbrief-Renditen der Bundesbank-Wertpapierstatistik. Der EZB-Leitzins liegt nach der Sitzung vom 17.04.2026 bei 2,25 % (Hauptrefinanzierungssatz). Hypothekenzinsen reagieren stärker auf die langfristigen Pfandbrief-Renditen als auf den Leitzins selbst.

Wie hoch sind Kaufnebenkosten je Bundesland?

Grunderwerbsteuer-Sätze (Stand 2026): Bayern und Sachsen 3,5 %; Hamburg 5,5 % (seit 01.01.2024 angehoben von 4,5 %); Niedersachsen 5,0 %; Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen 6,5 %; Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland 6,5 %; NRW, Schleswig-Holstein 6,5 %. Hinzu kommen Notar- und Grundbuchkosten 1,5-2,0 % nach GNotKG sowie Maklergebühren — seit dem Bestellerprinzip § 656c BGB iVm BestG vom 23.12.2020 hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt (üblich 3,57 % je Seite inkl. USt). Gesamtspanne 6,9-13,1 %.

Was ist die Cap-Rate und wie unterscheidet sie sich von der Mietrendite?

Die Cap-Rate (Capitalization Rate) ist die internationale Investmentkennzahl: NOI (Net Operating Income) / Kaufpreis ohne Kaufnebenkosten × 100. NOI = Brutto-Mietertrag − Betriebskosten − Leerstands-Reserve, ohne Finanzierungskosten und ohne AfA. Die deutsche Nettomietrendite enthält die Kaufnebenkosten im Nenner — eine Cap-Rate zur deutschen Nettorendite zu vergleichen, überschätzt die Cap-Rate strukturell um 6 bis 13 %. Cap-Rates institutioneller Investoren in deutschen A-Lagen 2025 lagen laut JLL Investment-Marktbericht Q4/2025 bei 3,8-4,5 % (Wohnen Top-7), 4,5-5,2 % (Büro A-Lage), 5,8-7,2 % (Logistik).

Welche Bewirtschaftungskosten sind realistisch?

In Summe 15-25 % der Kaltmiete — abhängig von Baujahr, Sanierungsstand und Verwaltungsmodell. Aufschlüsselung: Hausgeld nicht-umlagefähig 8-12 % (Verwaltung WEG, Versicherung Gemeinschaft, Allgemeinstrom Treppenhaus); Instandhaltungsrücklage 5-10 % nach Petersche Formel 1,2-1,5 €/m² × Jahr (siehe ImmoWertV § 18); Mietausfallpauschale 2-3 % (II. BerechnungsVO § 29 setzt 2 % als Standard); Verwaltungskosten extern 5-7 % bei 20-35 €/Wohnung/Monat. Bei Neubauten EH-40-Standard sinkt die Position Instandhaltung in den ersten 10 Jahren auf 2-4 %.

Wie wirkt der Hebel-Effekt bei Fremdfinanzierung?

Der Hebel-Effekt (Leverage) ist die Differenz zwischen Mietrendite und Fremdkapitalzins, gerechnet auf das Fremdkapital. Bei Mietrendite > Zins erhöht jeder Euro Fremdkapital die Eigenkapitalrendite (positiver Hebel). Beispiel: 4,5 % Nettomietrendite, 3,7 % Zins, 80 % FK → Hebel-Beitrag 0,8 % × 4 = 3,2 Prozentpunkte zusätzlich auf Eigenkapital. Bei Mietrendite < Zins (typische A-Lage Top-7 derzeit) frisst die Finanzierung die Rendite auf — das Investment refinanziert sich nur über Wertsteigerung. Risiko: Anschlussfinanzierung nach 10 Jahren bei höherem Zins kippt den Hebel ins Negative.

Wie hat sich die Wertsteigerung historisch entwickelt?

Die Bundesbank-Zeitreihe „Preisindex für Wohnimmobilien" (BBK01.BBNZ1.A) weist für den Zeitraum 2010-2024 eine kumulierte Steigerung von rund 92 % aus — entspricht 4,7 % p. a. nominal. Top-7-Städte (vdpResearch): +123 % bzw. 5,7 % p. a. Periphere Lagen (BBSR Wohnungsmarktbeobachtung): +28 % bzw. 1,8 % p. a. Korrekturphase 2022-2024: Top-7 −6,8 % nominal nach EZB-Zinsdrehung; Erholung 2025 +1,4 % laut vdpResearch Q4/2025. Realwert (HVPI-bereinigt): langfristiger Durchschnitt 1975-2024 rund +0,9 % p. a. real — also etwa Inflations-Ausgleich plus Risikoprämie.

Welche AfA-Sätze gelten 2026 für Vermietungsimmobilien?

Lineare Gebäude-AfA nach § 7 Abs. 4 EStG: 2 % p. a. bei Bauantrag vor 1925 (Restnutzungsdauer 40 J), 2,5 % p. a. bei Bauantrag 1925-2022, 3 % p. a. bei Fertigstellung ab 01.01.2023 (§ 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG idF Wachstumschancengesetz). Sonder-AfA Mietwohnungs-Neubau § 7b EStG: zusätzliche degressive AfA 5 % p. a. über 4 Jahre auf bis zu 4.000 €/m² Bemessungsgrundlage, anwendbar bei Bauantrag 01.10.2023-30.09.2029, EH-40-NH-Standard und Baukosten ≤ 5.200 €/m². Daneben für historische Bauten Denkmal-AfA § 7i EStG mit 9 % p. a. über 8 Jahre + 7 % über 4 Jahre auf den Sanierungsanteil.

Wie funktioniert die Vermietungssteuer nach § 21 EStG?

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nach § 21 EStG werden als Überschuss ermittelt: Mieteinnahmen − Werbungskosten (§ 9 EStG). Werbungskosten umfassen Schuldzinsen (nicht Tilgung), Gebäude-AfA, Verwaltungskosten, Instandhaltungs-Aufwand (kleiner Erhaltungsaufwand sofort, Herstellungsaufwand über AfA), nicht-umlagefähige Nebenkosten und Fahrtkosten zur Immobilie. In den ersten Jahren entsteht häufig ein steuerlicher Verlust (negativer Überschuss), der nach § 10d EStG mit anderen Einkünften verrechnet wird. Steuersatz folgt dem progressiven ESt-Tarif § 32a EStG — anders als Kapitaleinkünfte keine Abgeltungsteuer.

Was zeigt der vdp-Index und wie wird er erhoben?

Der vdp Immobilienpreisindex wird vom Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) und vdpResearch GmbH quartalsweise veröffentlicht. Er basiert auf rund 75.000 Transaktionsdaten aus den Verbandsmitgliedern (BHW, DG Hyp, Münchener Hyp, BayernLB u.a.) und deckt den Wohn- und Gewerbeimmobilienmarkt ab. Im Unterschied zum Bundesbank-Wohnimmobilienpreisindex (Datenbasis: bulwiengesa und vdp gemischt) und zum Statistischen Bundesamt (Datenbasis: Gutachterausschüsse) liefert der vdp die kürzeste Veröffentlichungslatenz (rund 8 Wochen nach Quartalsende). Direktlink-Datenbank: vdp Immobilienpreisindex Web Tool.

Wie wirken sich steigende Zinsen auf die Mietrendite aus?

Steigende Zinsen wirken zweifach: erstens steigt die Renditeerwartung der Investoren (höherer Diskontfaktor → niedrigere Preise), zweitens belasten sie den Cashflow durch höhere Finanzierungskosten. Empirische Korrelation Bundesbank-Wohnimmobilienpreisindex / 10-J-Bundesanleihe-Rendite 2000-2024: rund −0,72. Beispiel: 100 BP Zinsanstieg (3,7 % → 4,7 %) erhöht die Annuität bei 80 % FK / 30-J-Tilgung um rund 21 %, drückt den Cashflow bei einem 300.000-€-Objekt um rund 3.200 €/Jahr. Über die Bewertungsfunktion (DCF-Modell, Kapitalisierungs-Methode nach ImmoWertV § 27) sinkt der Verkehrswert um 8 bis 12 % — abhängig vom Multiplikator-Niveau.

Welche Rolle spielt die Mietpreisbremse für die Renditerechnung?

Die Mietpreisbremse § 556d-g BGB gilt in 410 Gemeinden mit angespanntem Wohnungsmarkt (Stand 04/2026, MietBeg-Verordnungen der Länder). Bei Wiedervermietung darf die Miete maximal 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausnahmen: Erstvermietung nach Neubau (§ 556f BGB), umfassende Modernisierung (§ 556e BGB), bestehende Vormiete (Bestandsschutz). Mit dem Mietspiegel-Reformgesetz 01.01.2023 müssen Gemeinden ab 50.000 EW qualifizierte Mietspiegel führen — diese werden zur ortsüblichen Vergleichsmiete nach § 558d BGB herangezogen. Konsequenz: Renditeerwartung in Mietpreisbremsen-Gemeinden gedeckelt auf Mietspiegel-Niveau plus 10 %.

Wann lohnt sich ein vermietetes Mehrfamilienhaus gegenüber einer Einzel-ETW?

MFH-Vorteile: niedrigerer €/m²-Kaufpreis (Stand Q4/2025 nach JLL Wohnen-Marktbericht: A-Lage MFH-Faktor 22-26 vs. ETW-Faktor 28-32), keine WEG-Verwaltungs-Restriktionen, Skaleneffekte bei Verwaltung. MFH-Nachteile: höherer Eigenkapital-Bedarf, Klumpenrisiko (Mieterausfall einer Einheit relativ stärker), schwierigere Verwertbarkeit (kein Einzelverkauf möglich, sofern keine Aufteilung in Wohnungseigentum nach WEG vorliegt), höhere Bewirtschaftungskosten relativ wegen Allgemeinflächen. Bewertungsmaßstab: Cap-Rate-Spread MFH vs. ETW typisch 50-100 BP zugunsten MFH.

Schlüsselbegriffe Mietrendite und Bewertung

Bruttomietrendite
Jahres-Kaltmiete / Kaufpreis × 100. Schnellindikator für die Erstbewertung; ignoriert Bewirtschaftungskosten und Kaufnebenkosten. Kehrwert: Faktor-Multiplikator.
Nettomietrendite
(Kaltmiete − Bewirtschaftung) / (Kaufpreis + Nebenkosten) × 100. Belastbare Renditekennzahl. Bewirtschaftungs-Quote 15-25 % nicht-umlagefähig; Nebenkosten 6,9-13,1 % je Bundesland.
Eigenkapitalrendite
(Cashflow + Tilgungsanteil) / eingesetztes Eigenkapital × 100. Berücksichtigt Hebel-Effekt der Fremdfinanzierung. Bei Mietrendite > Zins positiv, sonst negativ.
Cap-Rate
Internationale Investmentkennzahl: NOI / Kaufpreis ohne Nebenkosten × 100. Vergleich mit deutscher Nettorendite überschätzt die Cap-Rate strukturell um 6-13 %.
Faktor-Multiplikator
Kaufpreis / Jahres-Kaltmiete. Grobschätzung: ≤ 25 in Provinz, 25-30 in B-Lagen, 30+ in A-Lagen. Bei Bauzinsen 3,7 % rechnerischer Break-even Faktor 27.
NOI (Net Operating Income)
Brutto-Mietertrag − Betriebskosten − Leerstands-Reserve, ohne Finanzierungskosten und ohne AfA. Grundlage der Cap-Rate.
Petersche Formel
Richtwert zur Instandhaltungsrücklage: Herstellungskosten / Lebensdauer (80 J) × 1,5. Üblich 1,2-1,5 €/m² × Jahr; ImmoWertV § 18 regelt die Bewertungsmethodik.
AfA § 7 EStG
Absetzung für Abnutzung: linear 2-3 % p. a. je nach Baujahr; § 7b EStG zusätzliche Sonder-AfA 5 % p. a. über 4 Jahre für EH-40-NH-Neubau (Bauantrag 01.10.2023-30.09.2029).

Quellen und Aktenzeichen

Marktdatenbanken, Gesetzestexte und Studien, auf denen die Berechnungslogik und die Update-Daten beruhen.

Zum Weiterlesen

Rechner, die mit der Mietrendite-Logik direkt verzahnt sind.

Für die steuerliche Komplettrechnung der Vermietung mit Werbungskostenabzug § 9 EStG, AfA-Wahl und Zusammenwirken mit anderen Einkünften: Vermietung-Rechner — gleicher Datenstand, Schwerpunkt § 21 EStG. Für die isolierte Hypotheken-Annuität mit Sondertilgung und Restschuld: Hypothek-Rechner.

Für die Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Zinsbindung: Anschlussfinanzierung-Rechner mit Forward-Darlehen-Modul. Für die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Kündigung nach § 490 BGB: Vorfälligkeit-Rechner.

Für die Kaufnebenkosten-Vorab-Kalkulation: Grunderwerbsteuer-Rechner mit Bundesland-spezifischen GrESt-Sätzen. Für die AfA-Optimierung: AfA-Rechner Immobilien mit linearer und Sonder-AfA § 7b EStG. Für die Mietanpassung über die Laufzeit nach Verbraucherpreisindex: Indexmiete-Rechner nach § 557b BGB.

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Methodik und Datenbasis dieses Rechners

Die Renditerechnung verwendet eine konstante Mietannahme ohne Indexierung sowie eine konstante Zinsannahme über die Laufzeit. Wertsteigerung wird in der Cashflow-Rechnung nicht berücksichtigt — sie ist die zweite Ertrags-Quelle und bei A-Lagen historisch dominant. Bewirtschaftungs-Quote 15-25 % nach ImmoWertV § 18 und II. BerechnungsVO § 28/29 ist als Default-Wert hinterlegt. Steuerliche Effekte nach § 21 EStG und AfA § 7 / § 7b EStG bleiben in der Modellrechnung unberücksichtigt; bei positivem Grenzsteuersatz erhöhen sie die Eigenkapitalrendite typischerweise um 0,8 bis 2,5 Prozentpunkte. Die Ergebnisse sind als Erstindikation gedacht — verbindliche Bewertungen bleiben dem Sachverständigen nach § 198 BauGB iVm ImmoWertV § 17 ff vorbehalten.

Quellen: § 21 EStG · § 7 / § 7b EStG · ImmoWertV 2021 · vdpResearch Q4/2025 · Bundesbank-Wohnimmobilienpreisindex Q1/2026 · IW Köln Studie 02/2026 · empirica Regionaldatenbank · Interhyp Bauzins-Trendindikator 04/2026 · Stiftung Warentest Finanztest Letzte fachliche Prüfung: 29. April 2026 Update-Zyklus: Quartalsweise sowie ad hoc bei BMF-Schreiben oder vdp-Index-Veröffentlichungen mit Mietrendite-Relevanz. Methodik-Übersicht →
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