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Versicherungsteuer-Rechner 2026

Die Versicherungsteuer beträgt in Deutschland 19 % des Beitrags ohne Steuer. Das gilt für Kfz, Haftpflicht, Hausrat, Wohngebäude, Rechtsschutz und Unfall. Feuerversicherungen kosten 22 %, Lebens-, Kranken-, Pflege- und Berufsunfähigkeitsversicherungen sind steuerfrei. Vom Rechnungsbetrag sind bei 19 % rund 15,97 % Steuer, von 100 € also 15,97 €. Der Rechner zeigt, wie viel in deinem Beitrag steckt.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Versicherungsteuer-Rechner

Steuer im Beitrag

95,80 €

19 % auf 504,20 € · 15,97 % des Gesamtbeitrags

Von 600,00 € im Jahr gehen 95,80 € an den Staat, die Versicherung selbst kostet 504,20 €.

Ohne Steuer
504,20 €
Versicherungsteuer
95,80 €
Feuerschutzsteuer
–
Auf dieser Seite
  1. Wie hoch ist die Steuer?
  2. So rechnest du sie aus
  3. Kfz-Versicherung
  4. Wohngebäude 2026
  5. Feuerschutzsteuer
  6. Steuerfreie Versicherungen
  7. Wer sie zahlt und abführt
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen

Wie hoch ist die Versicherungsteuer? Alle Sätze 2026

Fast jede Versicherung, die Sachen, Haftung oder Unfälle absichert, kostet 19 % Versicherungsteuer, kurz VersSt (§ 6 Abs. 1 VersStG). Abweichende Sätze gibt es nur für eine Handvoll Verträge, steuerfrei sind vor allem Versicherungen für Alter, Tod, Krankheit und Pflege. Im Gesetz heißt sie Versicherungsteuer ohne Fugen-s, gemeint ist dasselbe wie mit „Versicherungssteuer“.

VersicherungSatzIn 100 €
Haftpflicht: privat, Kfz, Tierhalter, Betrieb § 6 Abs. 119 %15,97 €
Kfz-Kasko, Schutzbrief, Insassenunfall § 6 Abs. 119 %15,97 €
Rechtsschutz § 6 Abs. 119 %15,97 €
Private Unfallversicherung § 6 Abs. 119 %15,97 €
Glas, Fahrrad, Handy, Reisegepäck, Reiserücktritt § 6 Abs. 119 %15,97 €
Hausrat § 6 Abs. 2 Nr. 319 %15,97 €
Wohngebäude § 6 Abs. 2 Nr. 219 %15,97 €
Feuer, auch Feuer-Betriebsunterbrechung § 6 Abs. 2 Nr. 122 %18,03 €
Unfall mit Beitragsrückgewähr § 6 Abs. 2 Nr. 63,8 %3,66 €
Kasko für gewerbliche Seeschiffe § 6 Abs. 2 Nr. 53 %2,91 €
Ernte gegen Wetterschäden, je Jahr auf die Versicherungssumme § 6 Abs. 2 Nr. 40,3 ‰–
Leben, Rente, Kranken, Pflege, Berufsunfähigkeit: steuerfrei § 4 Abs. 1 Nr. 50 %0,00 €

Der Satz gilt für den Beitrag ohne Steuer. Die Spalte rechts zeigt, wie viel Steuer in einem Rechnungsbetrag von 100 € steckt. Paragrafen aus dem Versicherungsteuergesetz. Bei Hausrat, Wohngebäude und Feuer teilt sich der Satz auf zwei Steuern auf, für dich bleibt er gleich.

Bei einer Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr steckt im Beitrag ein Sparanteil, den du am Ende zurückbekommst. Dafür gilt der ermäßigte Satz von 3,8 % auf den ganzen Beitrag (§ 6 Abs. 2 Nr. 6 VersStG). Eine normale Unfallversicherung kostet 19 %.

Zwei Sonderfälle betreffen vor allem Betriebe. Versichert ein Landwirt oder Gärtner seine Ernte gegen Wetterschäden, zählt nicht der Beitrag: Die Steuer beträgt 0,3 ‰ der Versicherungssumme je Versicherungsjahr (§ 6 Abs. 2 Nr. 4 VersStG), bei 100.000 € Versicherungssumme also 30 €. Für die Kasko eines Seeschiffs, das ausschließlich gewerblich fährt und gegen die Gefahren der See versichert ist, gelten 3 % (Nr. 5).

So rechnest du die Versicherungsteuer aus

Besteuert wird die Zahlung deines Beitrags (§ 1 Abs. 1 VersStG), Grundlage ist das Versicherungsentgelt ohne Steuer. Dazu zählt alles, was du für Abschluss und Durchführung des Vertrags an den Versicherer zahlst: Prämien und Beiträge, Vor- und Nachschüsse, Umlagen, Gebühren für den Versicherungsschein und sonstige Nebenkosten (§ 3 Abs. 1 VersStG). Nicht dazu gehören Mahnkosten und die Gebühr für eine Ersatzurkunde, weil du sie aus einem Grund in deiner Person zahlst. Auf der Beitragsrechnung steht meist der Gesamtbetrag mit Steuer. Je nachdem, welchen Betrag du kennst, rechnest du so:

Steuer = Beitrag ohne Steuer × 19 %
Steuer = Rechnungsbetrag × 19 ÷ 119

Rechenweg Hausratversicherung für 150 € im Jahr

Bei Hausrat stecken in den 19 % zwei Steuern. Am Gesamtbetrag ändert das nichts.

Beitrag laut Rechnung
150,00 €
geteilt durch 1,19: Beitrag ohne Steuer
126,05 €
Versicherungsteuer: 19 % auf 85 % des Beitrags
20,36 €
Feuerschutzsteuer: 19 % auf 15 %
3,59 €
Steuer zusammen
23,95 €

Von 150 € Beitrag sind also 23,95 € Steuer, die Versicherung selbst kostet 126,05 €.

So viel Steuer steckt in deinem Rechnungsbetrag

RechnungSteuer 19 %Steuer 22 %
50 €7,98 €9,02 €
100 €15,97 €18,03 €
250 €39,92 €45,08 €
500 €79,83 €90,16 €
1.000 €159,66 €180,33 €
2.000 €319,33 €360,66 €

Gerechnet mit dem Rechner oben, auf den Cent gerundet. 22 % gelten für Feuerversicherungen. Rechnung minus Steuer ergibt den Beitrag ohne Steuer.

Ob du monatlich, vierteljährlich oder jährlich zahlst, ändert am Satz nichts. Du kannst im Rechner deshalb auch einen Monatsbeitrag eingeben, der Steueranteil bleibt derselbe. Den Steuerbetrag und den Satz muss der Versicherer auf der Rechnung ohnehin offen ausweisen (§ 5 Abs. 3 VersStG). Mit dem Rechner prüfst du, ob beides zusammenpasst.

Versicherungsteuer bei der Kfz-Versicherung

Auf die Kfz-Versicherung kommen 19 % Versicherungsteuer, und zwar auf jeden Baustein: Haftpflicht, Teil- und Vollkasko, Schutzbrief und Insassenunfallversicherung. Einen ermäßigten Satz gibt es nicht. Steuerfrei ist keiner dieser Bausteine, weil das Gesetz Unfall-, Haftpflicht- und Sachversicherungen ausdrücklich von der Befreiung ausnimmt (§ 4 Abs. 1 Nr. 5 Satz 2 VersStG).

Die Teilkasko zahlt zwar auch bei Brand, Feuerschutzsteuer fällt trotzdem keine an. Die gibt es nur bei Feuer-, Wohngebäude- und Hausratversicherungen, andere Verträge mit Brandschutz bleiben ausdrücklich frei davon (§ 1 Abs. 1 Satz 2 FeuerschStG). Die vollen 19 % gehen hier also als Versicherungsteuer an den Bund.

Rechenbeispiel Kfz-Versicherung für 900 € im Jahr

Haftpflicht und Vollkasko zusammen, der Betrag ist ein Beispiel. Deinen Beitrag findest du auf der Beitragsrechnung.

Jahresbeitrag laut Rechnung
900,00 €
Beitrag ohne Steuer (÷ 1,19)
756,30 €
Versicherungsteuer im Monat
11,98 €
Versicherungsteuer im Jahr
143,70 €

Ist das Auto in Deutschland zugelassen, gilt die deutsche Versicherungsteuer auch dann, wenn du es bei einem Versicherer aus einem anderen EU-Staat versicherst (§ 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 VersStG). Was die Versicherung insgesamt kostet und wie die SF-Klasse wirkt, rechnet der Kfz-Versicherungsrechner.

Nicht mit der Kfz-Steuer verwechseln

Die Kfz-Steuer zahlst du für das Halten des Autos an den Zoll, ganz unabhängig von der Versicherung. Sie richtet sich bei Autos nach Hubraum und CO₂-Ausstoß und steht nicht auf der Rechnung deines Versicherers. Ausrechnen kannst du sie im Kfz-Steuer-Rechner.

Versicherungsteuer bei der Wohngebäudeversicherung 2026

Auch 2026 kostet die Wohngebäudeversicherung 19 % Steuer auf den Beitrag ohne Steuer (§ 6 Abs. 2 Nr. 2 VersStG). Die Besonderheit: Der Satz teilt sich auf zwei Steuern auf. Versicherungsteuer fällt auf 86 % des Beitrags an (§ 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchst. b VersStG). Die übrigen 14 % gelten als Feueranteil und unterliegen der Feuerschutzsteuer, ebenfalls mit 19 % (§ 3 Abs. 1 Nr. 2 und § 4 Abs. 1 FeuerschStG). Unterm Strich bleibt es für dich bei 19 %. Diese Aufteilung gilt seit dem 1. Juli 2010.

Rechenbeispiel Wohngebäudeversicherung für 1.000 € im Jahr
Jahresbeitrag laut Rechnung
1.000,00 €
Beitrag ohne Steuer (÷ 1,19)
840,34 €
Versicherungsteuer: 19 % auf 86 %
137,31 €
Feuerschutzsteuer: 19 % auf 14 %
22,35 €
Steuer zusammen
159,66 €

Zusammen sind es 19 % auf den Beitrag ohne Steuer von 840,34 €, wie bei jeder anderen Versicherung mit Regelsatz.

Versicherst du Elementarschäden wie Überschwemmung, Starkregen oder Erdrutsch mit, bleibt es bei 19 % auf den ganzen Beitrag. Teurer wird es nur bei einer reinen Feuerversicherung: Wer ein Gebäude allein gegen Feuer versichert, zahlt 22 % (§ 6 Abs. 2 Nr. 1 VersStG). Bei der Hausratversicherung ist es wie beim Wohngebäude, nur mit 85 % Versicherungsteuer und 15 % Feuerschutzsteuer, das Beispiel dazu steht oben im Rechenweg.

Vermietest du, darfst du den Beitrag samt Steuer als Betriebskosten auf die Mieter umlegen, wenn der Mietvertrag das vorsieht (§ 2 Nr. 13 BetrKV). Wie das in der Abrechnung aussieht, zeigt der Nebenkosten-Rechner, die richtige Versicherungssumme nach Wert 1914 der Wohngebäude-Rechner.

Feuerschutzsteuer: wer sie bekommt und wer sie schuldet

Die Feuerschutzsteuer ist eine eigene Steuer mit eigenem Gesetz. Sie fällt nur bei drei Versicherungen an: Feuer samt Feuer-Betriebsunterbrechung, Wohngebäude und Hausrat (§ 1 Abs. 1 FeuerschStG). Auf diese Verträge kommt die Versicherungsteuer nur auf einen Teil des Beitrags, den Rest übernimmt die Feuerschutzsteuer. So teilt sich die Steuer auf 100 € Beitrag ohne Steuer auf:

VersicherungVersicherungsteuerFeuerschutzsteuerZusammen
Hausrat19 % auf 85 %: 16,15 €19 % auf 15 %: 2,85 €19,00 €
Wohngebäude19 % auf 86 %: 16,34 €19 % auf 14 %: 2,66 €19,00 €
Feuer22 % auf 60 %: 13,20 €22 % auf 40 %: 8,80 €22,00 €

Anteile nach § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 VersStG und § 3 Abs. 1 FeuerschStG, Sätze nach § 6 Abs. 2 VersStG und § 4 FeuerschStG.

Der Unterschied liegt darin, wer das Geld bekommt. Die Versicherungsteuer steht dem Bund zu (Art. 106 Abs. 1 Nr. 4 GG), die Feuerschutzsteuer als Verkehrsteuer den Ländern (Art. 106 Abs. 2 Nr. 3 GG). Verwaltet werden beide vom Bundeszentralamt für Steuern. Die Finanzbehörde Hamburg verteilt die Feuerschutzsteuer nach einem festen Schlüssel aus Wirtschaftsleistung, Einwohnern, Wohngebäuden und Haushalten auf die Länder (§ 11 FeuerschStG).

Auch beim Schuldner gibt es einen Unterschied: Die Feuerschutzsteuer schuldet der Versicherer selbst (§ 5 Abs. 1 FeuerschStG), die Versicherungsteuer dagegen du als Versicherungsnehmer. Für die Feuerversicherung gilt bei beiden Steuern der höhere Satz von 22 %, ebenso für die Feuer-Betriebsunterbrechung, die einem Betrieb nach einem Brand den Ertragsausfall ersetzt. Welche Versicherungen ein Betrieb sonst braucht, zeigt der Firmenversicherungs-Rechner.

Welche Versicherungen steuerfrei sind

Keine Versicherungsteuer zahlst du auf Versicherungen, die Kapital, Rente oder andere Leistungen für den Fall des Todes, des Erlebens oder des Alters versprechen (§ 4 Abs. 1 Nr. 5 Buchst. a VersStG). Das sind Lebens-, Renten- und Sterbegeldversicherungen, auch die reine Risikolebensversicherung und die Betriebsrente über Direktversicherung oder Pensionskasse. Ebenfalls frei sind Versicherungen für Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit (Buchst. b): die private Krankenversicherung samt Zusatzversicherungen, die Pflegezusatzversicherung, die Auslandsreisekrankenversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung, auch ohne Lebensversicherung als Mantel.

Seit 2022 hängt die Befreiung nach Buchst. b an einer Bedingung: Die Leistung muss der Versorgung der versicherten Person oder ihrer Angehörigen dienen. Sichert eine Firma das Krankheitsrisiko ihres Geschäftsführers ab und bekommt das Geld selbst, greift die Befreiung nicht. Die Bedingung gilt für Verträge, die nach dem 31. Dezember 2021 geschlossen wurden. Ältere Verträge bleiben nach dem alten Recht frei, das diese Bedingung nicht kannte (§ 12 Abs. 3 VersStG).

Ausdrücklich nicht befreit sind Unfall-, Haftpflicht- und Sachversicherungen (§ 4 Abs. 1 Nr. 5 Satz 2 VersStG). Eine private Unfallversicherung kostet deshalb 19 %, eine Berufsunfähigkeitsversicherung nichts, obwohl beide bei gesundheitlichen Folgen zahlen. Das Gesetz nennt außerdem eine Reihe weiterer Befreiungen:

  • Gesetzliche Unfallversicherung nach dem SGB VII (§ 4 Abs. 1 Nr. 3)
  • Arbeitslosenversicherung, Umlagen U1 und U2 nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (§ 4 Abs. 1 Nr. 4)
  • Insolvenzsicherung der Betriebsrente beim Pensions-Sicherungs-Verein (§ 4 Abs. 1 Nr. 5a)
  • Rückversicherung zwischen Versicherern (§ 4 Abs. 1 Nr. 1)
  • Versorgungskassen öffentlich-rechtlicher Körperschaften für Ruhegehalt und Hinterbliebene (§ 4 Abs. 1 Nr. 2)
  • Lohnausgleichskassen der Tarifparteien (§ 4 Abs. 1 Nr. 6)
  • Streikunterstützung und Rechtsschutz durch Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände (§ 4 Abs. 1 Nr. 7)
  • Viehversicherung bis 4.000 € Versicherungssumme, mehrere Verträge beim selben Versicherer zusammengerechnet (§ 4 Abs. 1 Nr. 9)
  • Transportversicherung für Güter, die nur im Ausland oder über die Grenze befördert werden (§ 4 Abs. 1 Nr. 10)
  • Umlagen an Brandunterstützungsvereine bis 5.500 € je Schadensfall (§ 4 Abs. 1 Nr. 12)
  • Ausländische Botschaften, Konsulate und ihr Personal, wenn der andere Staat das umgekehrt genauso hält (§ 4 Abs. 1 Nr. 8)

Bei steuerfreien Verträgen muss die Rechnung die Vorschrift nennen, nach der sie befreit sind (§ 5 Abs. 3 Satz 2 VersStG).

Wer die Versicherungsteuer zahlt und abführt

Die Steuer schuldest du als Versicherungsnehmer (§ 7 Abs. 1 VersStG). Abführen muss sie aber der Versicherer: Er ist Steuerentrichtungsschuldner, zieht die Steuer mit dem Beitrag ein und zahlt sie für deine Rechnung an das Bundeszentralamt für Steuern (§ 7 Abs. 2). Gegenüber dir darf er sie wie einen Teil des Beitrags einfordern, notfalls vor Gericht (§ 7 Abs. 9). Solange dein Versicherer oder sein Bevollmächtigter in der EU oder im EWR sitzt, musst du dich um nichts kümmern.

Auf der Rechnung muss der Versicherer den Steuerbetrag offen ausweisen und den Steuersatz sowie seine Versicherungsteuernummer vom Bundeszentralamt angeben. Ist der Vertrag steuerfrei, nennt er die Vorschrift, nach der er befreit ist (§ 5 Abs. 3 VersStG). Fehlt das, frag nach. Die Steuer entsteht, sobald der Versicherer deinen Beitrag erhält (§ 5 Abs. 2). Auf Antrag darf er stattdessen nach dem angeforderten Beitrag abrechnen, genannt Sollversteuerung (§ 5 Abs. 1 Satz 2).

Angemeldet wird die Steuer innerhalb von 15 Tagen nach Ablauf des Anmeldungszeitraums, elektronisch beim Bundeszentralamt, und im selben Zug gezahlt (§ 8 Abs. 1). Der Zeitraum ist der Kalendermonat. Ein Versicherer mit höchstens 6.000 € Steuer im Vorjahr meldet vierteljährlich, bei höchstens 1.000 € einmal im Jahr (§ 8 Abs. 2). Für die Steuer haftet außerdem jeder, der die Beiträge für den Versicherer entgegennimmt, etwa ein Vermittler mit Inkassovollmacht (§ 7 Abs. 7). Wie es bei einem Versicherer außerhalb von EU und EWR läuft, steht in den Fragen.

Häufige Fragen

Warum steht auf meiner Rechnung keine Umsatzsteuer?
Weil Leistungen aus einem Versicherungsverhältnis von der Umsatzsteuer befreit sind (§ 4 Nr. 10 Buchst. a UStG). An ihre Stelle tritt die Versicherungsteuer. Beide liegen bei 19 %, funktionieren aber verschieden: Die Umsatzsteuer schuldet das Unternehmen, das leistet, und Firmenkunden holen sie sich als Vorsteuer zurück. Die Versicherungsteuer schuldest du selbst, und als Vorsteuer abziehen kannst du sie auch mit einer Firma nicht, weil § 15 UStG nur die Umsatzsteuer erfasst. Die Umsatzsteuer verwaltet das Finanzamt, die Versicherungsteuer das Bundeszentralamt für Steuern.
Kann ich die Versicherungsteuer von der Steuer absetzen?
Sie teilt das Schicksal des Beitrags, in dem sie steckt. Privat zählen Haftpflicht- und Unfallversicherungen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen (§ 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG), die zusammen mit Kranken- und Pflegebeiträgen nur bis 1.900 € oder 2.800 € im Jahr abziehbar sind (§ 10 Abs. 4 EStG). Meist ist dieser Rahmen schon mit der Krankenversicherung ausgeschöpft. Hausrat und Kasko kannst du privat gar nicht absetzen. Bei einem vermieteten Haus ist die Wohngebäudeversicherung samt Steuer Werbungskosten (§ 9 Abs. 1 EStG), im Betrieb sind Beiträge für betriebliche Versicherungen Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 4 EStG). Als Vorsteuer kannst du die Versicherungsteuer in keinem Fall abziehen.
Bekomme ich die Steuer zurück, wenn ein Vertrag vorzeitig endet?
Ja, für den Teil des Beitrags, der zurückfließt. Endet ein Vertrag vor Ablauf der Versicherungsperiode, steht dem Versicherer nur der Beitrag für die Zeit zu, in der Schutz bestand (§ 39 Abs. 1 VVG). Das betrifft vor allem Jahresbeiträge, die du im Voraus gezahlt hast. Zahlt der Versicherer den Rest zurück oder setzt er Beitrag oder Versicherungssumme herab, wird die Steuer auf diesen Teil erstattet: Der Versicherer beantragt sie beim Bundeszentralamt für Steuern für deine Rechnung (§ 9 Abs. 1 VersStG). Keine Erstattung gibt es, wenn die Rückzahlung des Beitrags ausdrücklich mitversichert war, wie bei der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr.
Hat sich die Versicherungsteuer 2026 geändert?
Nein. Der Regelsatz von 19 % gilt seit dem 1. Januar 2007, vorher waren es 16 % (Haushaltsbegleitgesetz 2006). Seit dem 1. Juli 2010 teilt sich die Steuer bei Feuer, Wohngebäude und Hausrat so auf wie heute. Danach wurden nur noch Sonderfälle angepasst, etwa die Ernteversicherung. Alle Sätze in der Tabelle oben gelten für 2026 unverändert.
Muss ich die Steuer selbst zahlen, wenn der Versicherer im Ausland sitzt?
Meist nicht. Ein Versicherer aus der EU oder dem EWR führt die deutsche Steuer ab, wenn das Risiko hier liegt: bei Gebäuden in Deutschland und den Sachen darin, bei Fahrzeugen mit deutscher Zulassung und bei Reiseversicherungen mit höchstens 4 Monaten Laufzeit, die du hier abschließt. Für alle anderen Risiken zählt dein Wohnsitz (§ 1 Abs. 2 VersStG). Selbst zahlen musst du nur, wenn weder der Versicherer noch ein Bevollmächtigter für die Beiträge in der EU oder im EWR sitzt (§ 7 Abs. 6 VersStG). Dann meldest du die Steuer innerhalb von 15 Tagen nach Ablauf des Monats, in dem du gezahlt hast, elektronisch beim Bundeszentralamt für Steuern an und überweist sie (§ 8 Abs. 3). Versäumst du das, setzt das Amt sie fest (§ 8 Abs. 4). Die Festsetzungsfrist beträgt vier Jahre (§ 169 Abs. 2 Nr. 2 AO). Sie beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem du die Anmeldung abgibst, ohne Anmeldung spätestens mit Ablauf des dritten Jahres nach dem Jahr der Zahlung (§ 170 Abs. 2 Nr. 1 AO).
Zahle ich Steuer auf den vollen Beitrag, wenn der Versicherer mir einen Überschuss gutschreibt?
Nicht, wenn er den Gewinnanteil mit dem Beitrag verrechnet und du nur die Differenz zahlst. Dann ist nur diese Differenz Versicherungsentgelt, und nur darauf fällt Steuer an (§ 3 Abs. 2 VersStG). Dasselbe gilt, wenn sich beides nicht verrechnen lässt, die Gutschrift aber zusammen mit der Beitragsrechnung kommt.
Warum stehen auf meiner Rechnung keine glatten 19 %?
Meist, weil sich die Prozentzahl auf einen anderen Betrag bezieht. Die 19 % rechnet der Versicherer auf den Beitrag ohne Steuer. Teilst du die Steuer durch den Rechnungsbetrag, kommst du auf rund 15,97 %. Weicht es stärker ab, enthält der Vertrag Teile mit anderen Sätzen, etwa eine Feuerversicherung mit 22 %, eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr mit 3,8 % oder steuerfreie Bausteine. Cent-Abweichungen kommen aus der Rundung. Steuerbetrag und Satz müssen auf der Rechnung stehen (§ 5 Abs. 3 VersStG).
Fällt auf eine Mietkautionsversicherung Versicherungsteuer an?
Nein. Bei einer Mietkautionsversicherung bürgt der Versicherer gegenüber deinem Vermieter für die Kaution. Verträge, mit denen ein Versicherer für dich eine Bürgschaft oder andere Sicherheit leistet, gelten nicht als Versicherung im Sinne des Versicherungsteuergesetzes (§ 2 Abs. 2 VersStG). Was die Bürgschaft im Vergleich zur Barkaution kostet, rechnet der Mietkaution-Rechner.

Quellen

  1. § 6 VersStG: Steuersätze gesetze-im-internet.de
  2. § 5 VersStG: Berechnung, Anteile bei Feuer, Wohngebäude und Hausrat, Angaben auf der Rechnung gesetze-im-internet.de
  3. § 4 VersStG: Steuerbefreiungen gesetze-im-internet.de
  4. § 3 VersStG: Was zum Versicherungsentgelt gehört gesetze-im-internet.de
  5. § 1 VersStG: Steuergegenstand und Risiken im Inland gesetze-im-internet.de
  6. § 7 VersStG: Steuerschuldner, Entrichtung, Haftung gesetze-im-internet.de
  7. § 8 VersStG: Steueranmeldung beim Bundeszentralamt für Steuern gesetze-im-internet.de
  8. § 9 VersStG: Erstattung bei vorzeitigem Vertragsende gesetze-im-internet.de
  9. § 12 VersStG: Übergangsregel für Verträge vor 2022 gesetze-im-internet.de
  10. § 3 FeuerschStG: Anteile der Feuerschutzsteuer gesetze-im-internet.de
  11. § 4 FeuerschStG: Sätze der Feuerschutzsteuer gesetze-im-internet.de
  12. § 11 FeuerschStG: Verteilung auf die Länder gesetze-im-internet.de
  13. Art. 106 GG: Versicherungsteuer für den Bund, Verkehrsteuern für die Länder gesetze-im-internet.de
  14. § 4 UStG: Versicherungsleistungen ohne Umsatzsteuer (Nr. 10) gesetze-im-internet.de
  15. § 39 VVG: Beitrag bei vorzeitigem Vertragsende gesetze-im-internet.de
  16. § 2 VersStG: Bürgschaften und Kautionen sind keine Versicherung gesetze-im-internet.de
  17. § 10 EStG: Versicherungsbeiträge als Sonderausgaben gesetze-im-internet.de
  18. § 2 BetrKV: Gebäudeversicherung als Betriebskosten (Nr. 13) gesetze-im-internet.de
  19. buzer.de: § 6 VersStG, Fassung ab 1. Januar 2007: Anhebung von 16 % auf 19 %, Haushaltsbegleitgesetz 2006 buzer.de
  20. buzer.de: § 5 VersStG, Fassung ab 1. Juli 2010: heutige Aufteilung bei Feuer, Wohngebäude und Hausrat buzer.de

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