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Rentenabschlag-Rechner 2026

Jeder Monat, den du vor der Regelaltersgrenze in Rente gehst, kostet 0,3 % Rente, und zwar lebenslang. Wer ab 1964 geboren ist, verliert mit 64 also 10,8 %, mit 63 14,4 %. Dazu fehlen die Beiträge der Jahre, in denen du nicht mehr arbeitest. Der Rechner zeigt beides, ab welchem Alter sich das Warten gelohnt hätte und was es kostet, den Abschlag mit einer Ausgleichszahlung abzukaufen.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Rentenabschlag-Rechner

Rente ab Juli 2029

1.416,43 €

Abschlag 7,2 % · Zugangsfaktor 0,928 · 24 Abschlagsmonate

Mit 65 Jahren bekommst du 1.416,43 € statt 1.600,00 €. Davon kostet der Abschlag von 7,2 % 109,90 €, die fehlenden Beitragsjahre 73,67 €. Das bleibt lebenslang so.

Weniger im Monat
183,57 €
Warten holt auf mit
82 Jahre und 6 Monate
Ausgleichszahlung
26.909 €

Rechenweg

Regelaltersrente1.600,00 €
fehlende Beiträge: 1,7326 Entgeltpunkte × 42,52 €−73,67 €
Abschlag 24 × 0,3 % = 7,2 %−109,90 €
= Rente bei frühem Beginn1.416,43 €
24 Monate früher Rente33.994 €
Warten hat das aufgeholt mit82 Jahre und 6 Monate

Brutto mit dem Rentenwert von heute (42,52 € je Entgeltpunkt), ohne künftige Rentenerhöhungen und ohne Steuer. Die Wartezeiten nimmt der Rechner als erfüllt an.

Netto im Monat

BruttoNetto
Rente ab Juli 20291.416,43 €1.241,50 €
Regelaltersrente1.600,00 €1.379,65 €
Weniger im Monat183,57 €138,15 €

Der Abschlag mindert die Bruttorente. Kranken- und Pflegeversicherung (Krankenversicherung der Rentner, durchschnittlicher Zusatzbeitrag, mit Kindern) und Einkommensteuer fallen danach auf die niedrigere Rente an, deshalb ist das Minus netto kleiner. Steuer nach dem Tarif von heute, alleinstehend, ohne weitere Einkünfte, steuerpflichtiger Anteil nach dem Jahr des Rentenbeginns.

Abschlag ausgleichen: Mit rund 26.909 € Sonderzahlung an die Rentenversicherung wäre der Abschlag weg. Ab 50 kannst du dir den genauen Betrag ausrechnen lassen und in Teilen zahlen, die Beiträge mindern deine Einkommensteuer.

Diesen Rechner auf deiner Website einbinden

Kopier den Code an die Stelle deiner Seite, an der der Rechner stehen soll. Er läuft dann bei dir, kostenlos, ohne Werbung und ohne Statistik, und rechnet immer mit den aktuellen Werten. Der Link zu RechnerCheck unter dem Rechner muss drinbleiben. Alle Rechner zum Einbinden

Auf dieser Seite
  1. Rentenabschlag berechnen
  2. Rente mit 63, 64 und 65
  3. Ohne Abschlag nach 45 Jahren
  4. Der doppelte Verlust
  5. Rechnet sich das Warten?
  6. Ausgleichszahlung § 187a
  7. Ausgleich von der Steuer absetzen
  8. Teilrente und Hinzuverdienst
  9. Später gehen
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

Rentenabschlag berechnen: 0,3 % je Monat

Die Rentenversicherung rechnet den Abschlag über den Zugangsfaktor. Er ist 1,0, wenn du mit der Regelaltersgrenze gehst, und sinkt für jeden Kalendermonat, den du früher gehst, um 0,003 (§ 77 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a SGB VI). Ein Jahr früher kostet 3,6 %, vier Jahre 14,4 %.

Monatsrente = Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × aktueller Rentenwert
Zugangsfaktor = 1 − Monate früher × 0,003, aktueller Rentenwert seit Juli 2026: 42,52 €

Rechenweg Rente mit 64, Jahrgang 1964, 1.600 € Rente vor Abschlag

Regelaltersgrenze 67 Jahre, also 36 Monate zu früh. Die Rente beginnt im Monat nach dem Geburtstag.

Rente ohne Abschlag 1.600,00 € ÷ 42,52 € je Punkt
37,6294 Punkte
Zugangsfaktor: 1 − 36 × 0,003
0,892
Rente: 37,6294 × 0,892 × 42,52 €
1.427,20 €
Abschlag im Monat, lebenslang
−172,80 €
früherAbschlagbei 1.200 €bei 1.600 €bei 2.000 €
12 Monateab Jahrgang 1964 mit 66 Jahren3,6 %−43 €1.157 € bleiben−58 €1.542 € bleiben−72 €1.928 € bleiben
24 Monateab Jahrgang 1964 mit 65 Jahren7,2 %−86 €1.114 € bleiben−115 €1.485 € bleiben−144 €1.856 € bleiben
36 Monateab Jahrgang 1964 mit 64 Jahren10,8 %−130 €1.070 € bleiben−173 €1.427 € bleiben−216 €1.784 € bleiben
48 Monateab Jahrgang 1964 mit 63 Jahren14,4 %−173 €1.027 € bleiben−230 €1.370 € bleiben−288 €1.712 € bleiben

Rente vor Abschlag brutto im Monat, nur der Abschlag. Fehlende Beiträge kommen dazu, wenn du früher aufhörst zu arbeiten.

Abschlag bei Rente mit 63, 64 und 65 nach Jahrgang

Wie viele Monate zu früh du gehst, hängt an deiner Regelaltersgrenze. Sie steigt für die Jahrgänge bis 1963 schrittweise und liegt ab Jahrgang 1964 bei 67 (§§ 35, 235 SGB VI). Vorzeitig geht es mit 35 Versicherungsjahren frühestens ab 63, als Altersrente für langjährig Versicherte (§ 36, für Jahrgänge vor 1964 § 236). Für die 35 Jahre zählen alle rentenrechtlichen Zeiten, auch Studium, Kindererziehung bis zum zehnten Geburtstag und Arbeitslosigkeit (§ 51 Abs. 3, § 54 SGB VI).

JahrgangRegelaltersgrenzemit 63mit 64mit 65
196066 Jahre und 4 Monate12,0 %40 Monate8,4 %28 Monate4,8 %16 Monate
196166 Jahre und 6 Monate12,6 %42 Monate9,0 %30 Monate5,4 %18 Monate
196266 Jahre und 8 Monate13,2 %44 Monate9,6 %32 Monate6,0 %20 Monate
196366 Jahre und 10 Monate13,8 %46 Monate10,2 %34 Monate6,6 %22 Monate
1964 und später67 Jahre14,4 %48 Monate10,8 %36 Monate7,2 %24 Monate

Abschlag bei der Altersrente für langjährig Versicherte, Rentenbeginn jeweils im Monat nach dem Geburtstag.

Mit anerkannter Schwerbehinderung (Grad ab 50) und 35 Jahren gehst du ab Jahrgang 1964 mit 65 ohne Abschlag oder frühestens mit 62 und höchstens 10,8 % Abschlag (§ 37, vor 1964 § 236a SGB VI). Die Schwerbehinderung muss bei Rentenbeginn anerkannt sein. Wann du ohne Abschlag gehen kannst:

Jahrgangnach 45 Jahrenschwerbehindertschwerbehindert frühestens
196064 Jahre und 4 Monate64 Jahre und 4 Monate61 Jahre und 4 Monatemit 10,8 % Abschlag
196164 Jahre und 6 Monate64 Jahre und 6 Monate61 Jahre und 6 Monatemit 10,8 % Abschlag
196264 Jahre und 8 Monate64 Jahre und 8 Monate61 Jahre und 8 Monatemit 10,8 % Abschlag
196364 Jahre und 10 Monate64 Jahre und 10 Monate61 Jahre und 10 Monatemit 10,8 % Abschlag
1964 und später65 Jahre65 Jahre62 Jahremit 10,8 % Abschlag

Alter ohne Abschlag, nach 45 Jahren und bei Schwerbehinderung. Alle Jahrgänge können mit 35 Jahren ab 63 mit Abschlag gehen.

Ohne Abschlag nach 45 Jahren

Wer 45 Jahre Wartezeit erfüllt, geht zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze ohne Abschlag, ab Jahrgang 1964 mit 65 (Altersrente für besonders langjährig Versicherte, § 38 SGB VI), davor nach der Tabelle in § 236b. Früher geht diese Rente nicht, auch nicht mit Abschlag. Die oft zitierte abschlagsfreie Rente mit 63 gab es nur bis Jahrgang 1952, seitdem steigt die Grenze um zwei Monate je Jahrgang. Für die 45 Jahre zählt weniger als für die 35:

Zeitzählt?§ 51 SGB VI
Pflichtbeiträge aus Arbeit und Ausbildung, auch aus einem Minijob mit RentenbeiträgenjaAbs. 3a Nr. 1
Kindererziehung in den ersten drei Jahren, Pflege von Angehörigen, Wehr- oder Zivildienst (Pflichtbeiträge)jaAbs. 3a Nr. 1
Kindererziehung bis zum zehnten Geburtstag (Berücksichtigungszeit)jaAbs. 3a Nr. 2
Arbeitslosengeld, Krankengeld, ÜbergangsgeldjaAbs. 3a Nr. 3
Arbeitslosengeld in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn, außer bei Insolvenz oder Geschäftsaufgabe des ArbeitgebersneinAbs. 3a Nr. 3
Freiwillige Beiträge, wenn mindestens 18 Jahre Pflichtbeiträge aus Arbeit vorliegenjaAbs. 3a Nr. 4
Ersatzzeiten vor 1992, etwa rehabilitierte Haft in der DDRjaAbs. 4
Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Schule und Studiumneinnicht in Abs. 3a genannt
Monate aus Versorgungsausgleich oder RentensplittingneinAbs. 3a Satz 2

Was Kindererziehung an Entgeltpunkten bringt, zeigt der Mütterrente-Rechner.

Kein Wechsel nach der Bewilligung

Ist deine Altersrente mit Abschlag bewilligt, kannst du nicht mehr in eine andere Altersrente wechseln, auch nicht in die abschlagsfreie nach 45 Jahren (§ 34 Abs. 2 SGB VI). Lass die Jahre deshalb vor dem Antrag in einer Rentenauskunft prüfen. Lücken im Versicherungsverlauf schließt du mit einem Antrag auf Kontenklärung (Formular V0100).

Der doppelte Verlust: Abschlag plus fehlende Beiträge

Die Renteninformation rechnet so, als würdest du bis zur Regelaltersgrenze weiterarbeiten. Gehst du früher, fehlen diese Beiträge. Der Abschlag trifft dann eine ohnehin kleinere Rente.

Rechenbeispiel Jahrgang 1964, 24 Monate früher, 45.000 € Brutto im Jahr
Regelaltersrente laut Renteninformation
1.600,00 €
24 Monate ohne Beiträge aus 45.000 € Brutto im Jahr
−73,67 €
Abschlag 24 × 0,3 % = 7,2 %
−109,90 €
Rente ab Juli 2029, mit 65 Jahren
1.416,43 €

Zusammen fehlen 183,57 € im Monat. Wer vor der Rente ohnehin nicht mehr arbeitet, etwa nach einer Abfindung, verliert nur den Abschlag. Was von einer Abfindung netto bleibt, rechnet der Abfindungsrechner.

Rechnet sich das Warten?

Wer früher geht, bekommt die Rente länger, aber jeden Monat weniger. Irgendwann hat die höhere Rente ab der Regelaltersgrenze den Vorsprung aufgeholt. Die Tabelle zeigt, mit welchem Alter das der Fall ist:

früherRenteweniger im MonatWarten holt auf mit
12 Monate1.507 €93 €83 Jahre und 3 Monate
24 Monate1.416 €184 €82 Jahre und 6 Monate
36 Monate1.329 €271 €81 Jahre und 9 Monate
48 Monate1.243 €357 €81 Jahre

Jahrgang 1964, Regelaltersrente 1.600 €, 45.000 € Brutto bis zum Rentenbeginn. Brutto ohne Rentenerhöhungen, Steuern und Zinsen.

Wer älter wird, fährt mit Warten besser. Die Rechnung ist aber nur ein Teil der Entscheidung: Gesundheit, Arbeitsbelastung und ob du die Jahre gut nutzen kannst, gehören dazu. Steuerlich hilft der frühe Beginn etwas, weil der steuerpflichtige Anteil der Rente vom Jahr des Rentenbeginns abhängt (§ 22 Nr. 1 EStG): Geht Jahrgang 1964 mit 63 in Rente, ab Juli 2027, sind 84,5 % steuerpflichtig, mit der Regelaltersgrenze ab Juli 2031 86,5 %. Was das in Euro heißt, zeigt der Rentenbesteuerungs-Rechner.

Ausgleichszahlung nach § 187a SGB VI

Den Abschlag kannst du vorab abkaufen. Du zahlst zusätzliche Beiträge an die Rentenversicherung, die genau die Entgeltpunkte ersetzen, die der Abschlag kostet. § 187a SGB VI regelt das in wenigen Sätzen:

StelleWas drinsteht
Abs. 1 Satz 1Bis zur Regelaltersgrenze kannst du die Minderung einer vorzeitigen Altersrente durch Beiträge ausgleichen.
Abs. 1 Satz 2Vorher musst du in einer besonderen Rentenauskunft erklärt haben, dass du vorzeitig in Rente gehen willst (§ 109 Abs. 5 Satz 4).
Abs. 1 Satz 3Zahlungen sind nicht mehr möglich, sobald du die geplante Rente nicht in Anspruch genommen hast oder eine Rente ohne Abschlag beziehen kannst.
Abs. 1aDie Auskunft ist die Grundlage der Zahlung. Du bekommst sie ab deinem 50. Geburtstag, vorher fehlt das berechtigte Interesse.
Abs. 2Zahlen darfst du höchstens so viel, wie die höchstmögliche Minderung ausgleicht. Gerechnet wird mit allen Entgeltpunkten zum geplanten Rentenbeginn, für die Monate bis dahin mit deinem heutigen Verdienst laut Bescheinigung des Arbeitgebers.
Abs. 3 Satz 1Je geminderten Entgeltpunkt zahlst du den Preis eines Entgeltpunkts aus dem Versorgungsausgleich, geteilt durch den Zugangsfaktor.
Abs. 3 Satz 2Teilzahlungen sind erlaubt.
Abs. 3 Satz 3Gezahlte Beiträge werden nicht erstattet.

Der Preis je Entgeltpunkt ist der Beitragssatz mal dem vorläufigen Durchschnittsentgelt des Jahres, in dem du zahlst (§ 187 Abs. 3 SGB VI), für 2026 also 9.661,58 €. Weil der Zugangsfaktor kleiner als 1 ist, kostet ein geminderter Punkt mehr. Dafür bringt er nach dem Abschlag wieder einen vollen Punkt.

Rechenweg: Ausgleichsbetrag berechnen

Rechenweg Jahrgang 1964, 24 Monate früher, 45.000 € Brutto bis dahin

Regelaltersrente 1.600 € laut Renteninformation, Rentenbeginn Juli 2029.

Regelaltersrente laut Renteninformation 1.600,00 € ÷ 42,52 €
37,6294 Punkte
ohne Beiträge in den 24 Monaten bis zur Regelaltersgrenze
−1,7326
Entgeltpunkte zum Rentenbeginn
35,8968
davon gemindert durch den Abschlag: × 0,072
2,5846 Punkte
Preis je Punkt 2026: 18,6 % × 51.944 €
9.661,58 €
geteilt durch den Zugangsfaktor 0,928
10.411,19 €
Ausgleichsbetrag: 2,5846 × 10.411,19 €
26.908,76 €

Mit dieser Zahlung fällt der Abschlag von 109,90 € im Monat weg, lebenslang. Ohne Rentenerhöhungen und vor Steuern hat die höhere Rente den Betrag nach rund 20 Jahren wieder eingespielt. Die Steuerersparnis und künftige Rentenerhöhungen verkürzen das.

So viel kostet der Ausgleich

früherbei 1.200 €bei 1.600 €bei 2.000 €bei 2.400 €
12 Monate3,6 % Abschlag10.183 €für 43 € im Monat13.577 €für 58 € im Monat16.971 €für 72 € im Monat20.366 €für 86 € im Monat
24 Monate7,2 % Abschlag21.156 €für 86 € im Monat28.207 €für 115 € im Monat35.259 €für 144 € im Monat42.311 €für 173 € im Monat
36 Monate10,8 % Abschlag33.014 €für 130 € im Monat44.019 €für 173 € im Monat55.023 €für 216 € im Monat66.028 €für 259 € im Monat
48 Monate14,4 % Abschlag45.870 €für 173 € im Monat61.159 €für 230 € im Monat76.450 €für 288 € im Monat91.739 €für 346 € im Monat

Rente vor Abschlag brutto im Monat zum geplanten Beginn, Preis je Entgeltpunkt 2026. Zahlst du in einem späteren Jahr, gilt dessen Preis.

Die Auskunft beantragst du mit dem Formular V0210 der Rentenversicherung. Sie verpflichtet dich zu nichts, du entscheidest danach, ob du ganz, teilweise oder gar nicht zahlst. Gehst du am Ende doch erst mit der Regelaltersgrenze, ist das Geld nicht verloren: Die Beiträge werden in Entgeltpunkte umgerechnet und erhöhen deine Rente (§ 76a Abs. 1 SGB VI).

Ausgleichszahlung von der Steuer absetzen

Ausgleichszahlungen sind Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und damit Altersvorsorgeaufwendungen (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a EStG). Seit 2023 zählen sie zu 100 % (§ 10 Abs. 3 Satz 6). Die Grenze liegt 2026 bei 30.826 €, für Ehepaare bei 61.652 €. In diesen Höchstbetrag zählen deine laufenden Rentenbeiträge mit, deine und die deines Arbeitgebers (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Satz 6), den Arbeitgeberanteil zieht das Finanzamt danach wieder ab (§ 10 Abs. 3 Satz 5).

Bei 45.000 € Brutto fließen 18,6 % oder 8.370 € Rentenbeitrag im Jahr, für die Ausgleichszahlung bleiben dann 22.456 € Spielraum. Der Ausgleich aus dem Beispiel oben von 26.909 € passt deshalb nicht in ein Jahr. Verteilst du ihn mit Teilzahlungen auf zwei Jahre, bleibt er voll absetzbar. So viel Einkommensteuer spart ein Abzug von 10.000 €:

zu versteuerndes EinkommenSteuer wenigervom Abzug
30.000 €2.647 €26 %
45.000 €3.165 €32 %
70.000 €4.031 €40 %

Alleinstehend, Tarif 2026, ohne Soli und Kirchensteuer. Den Grundtarif und das Splitting rechnet der Einkommensteuer-Rechner.

Zahlt dein Arbeitgeber die Ausgleichszahlung, etwa im Rahmen einer Abfindung, bleibt die Hälfte davon steuerfrei (§ 3 Nr. 28 EStG).

Flexirente: Teilrente und Hinzuverdienst

Neben einer vorgezogenen Altersrente darfst du seit 2023 unbegrenzt hinzuverdienen, eine Hinzuverdienstgrenze gibt es für Altersrenten nicht mehr. Bis zur Regelaltersgrenze zahlst du dabei weiter Rentenbeiträge. Die Punkte daraus kommen ohne Abschlag dazu, das erste Mal mit der Regelaltersgrenze, danach jährlich zum 1. Juli (§ 66 Abs. 3a, § 77 Abs. 2 SGB VI). Für Erwerbsminderungsrenten gelten weiter Grenzen (§ 96a SGB VI).

Teilrente: nur einen Teil früher nehmen

Statt der vollen Rente kannst du eine Teilrente von mindestens 10 % nehmen (§ 42 SGB VI). Für den Teil, den du erst später beziehst, sinkt der Abschlag um 0,3 % für jeden Monat, in dem du ihn noch nicht vorzeitig genommen hast (§ 77 Abs. 3 Satz 3 Nr. 1). Das passt zu einem gleitenden Übergang mit weniger Stunden.

Rechenbeispiel Teilrente ab 63, Jahrgang 1964, 1.600 € Rente vor Abschlag
50 % Teilrente ab 63, Zugangsfaktor 0,856
684,80 €
restliche 50 % ab 65, Zugangsfaktor 0,928
+742,40 €
Rente ab 65
1.427,20 €
zum Vergleich: volle Rente schon ab 63
1.369,60 €

Die volle Rente ab 63 bleibt dauerhaft bei 1.369,60 €. Mit der Teilrente bekommst du ab 65 57,60 € mehr im Monat, verzichtest dafür bis 65 auf die Hälfte der Rente.

Später gehen: 0,5 % mehr je Monat

Umgekehrt steigt die Rente für jeden Monat, den du nach der Regelaltersgrenze wartest, um 0,5 %, ein Jahr später sind 6 % mehr, lebenslang (§ 77 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b SGB VI). Arbeitest du weiter, kommen die Beiträge dazu:

späterZugangsfaktorohne weitere Beiträgemit 45.000 € Brutto im Jahr
12 Monate1,060+6 %1.696,00 €1.735,05 €
24 Monate1,120+12 %1.792,00 €1.874,51 €
36 Monate1,180+18 %1.888,00 €2.018,40 €

Regelaltersrente 1.600 €, Rentenwert ab Juli 2026, ohne künftige Rentenerhöhungen.

Beziehst du schon die volle Rente und arbeitest nach der Regelaltersgrenze weiter, bist du rentenversicherungsfrei. Verzichtest du schriftlich oder elektronisch gegenüber dem Arbeitgeber darauf, zahlst du weiter ein und deine Rente steigt jedes Jahr zum 1. Juli (§ 5 Abs. 4, § 66 Abs. 3a SGB VI).

Aktivrente seit 2026

Wer nach der Regelaltersgrenze als Arbeitnehmer weiterarbeitet, kann bis zu 2.000 € Lohn im Monat steuerfrei verdienen, 24.000 € im Jahr (§ 3 Nr. 21 EStG). Das gilt ab dem Monat nach der Regelaltersgrenze, ob du die Rente schon beziehst oder nicht, und nur für Lohn, für den der Arbeitgeber Rentenbeiträge zahlt. Minijobs und Beamtenbezüge fallen deshalb nicht darunter. Wie viel das bringt, zeigt der Aktivrente-Rechner.

Häufige Fragen

Wird der Rentenabschlag vom Brutto oder vom Netto abgezogen?
Vom Brutto. Der Abschlag senkt über den Zugangsfaktor die Entgeltpunkte und damit die Bruttorente, lebenslang. Kranken- und Pflegeversicherung und Steuer werden danach von der niedrigeren Rente berechnet, netto fällt das Minus deshalb kleiner aus. Bei 1.500 € Rente kosten 24 Monate früher (7,2 % Abschlag) brutto 108,00 € im Monat, netto 89,74 € (Beginn 2026, alleinstehend, ohne weitere Einkünfte, mit Kindern). Für deine Zahlen zeigt der Rechner oben Brutto und Netto nebeneinander.
Fällt der Abschlag weg, wenn ich die Regelaltersgrenze erreiche?
Nein. Der niedrigere Zugangsfaktor bleibt für die ganze Rentenzeit, auch nach der Regelaltersgrenze (§ 77 Abs. 3 Satz 1 SGB VI). Nur wer die Minderung vorher mit einer Ausgleichszahlung ausgeglichen hat, bekommt die Rente ohne Abschlag.
Gilt der Abschlag auch für die Witwenrente?
Ja. Stirbt jemand, der schon eine Altersrente mit Abschlag bezogen hat, bleibt der niedrigere Zugangsfaktor auch für die Witwen- oder Witwerrente maßgebend, weil sie auf denselben Entgeltpunkten beruht (§ 66 Abs. 2, § 77 Abs. 3 SGB VI). Eine Ausgleichszahlung wirkt deshalb auch für die Hinterbliebenen. Wie hoch die Witwenrente ausfällt, zeigt der Witwenrenten-Rechner.
Wann muss ich die Rente beantragen?
Die Rente beginnt mit dem Monat, zu dessen Beginn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wenn du sie bis zum Ende des dritten Kalendermonats danach beantragst. Stellst du den Antrag später, gibt es die Rente erst ab dem Antragsmonat (§ 99 Abs. 1 SGB VI). Die Monate dazwischen sind verloren.
Kann mich das Jobcenter in die Rente mit Abschlag schicken?
Bis zum 31. Dezember 2026 nicht: Bis dahin muss niemand mit Grundsicherungsgeld eine vorzeitige Altersrente beantragen (§ 12a Satz 3 SGB II). Danach gilt wieder die Regel, dass das Jobcenter ab 63 verlangen kann, die Rente vorzeitig zu nehmen. Unbillig und damit ausgeschlossen ist das unter anderem, wenn du dadurch dein Arbeitslosengeld verlieren würdest, bald ohne Abschlag gehen kannst, überwiegend versicherungspflichtig arbeitest oder durch die gekürzte Rente später auf Grundsicherung im Alter angewiesen wärst (§§ 2 bis 6 Unbilligkeitsverordnung).
Muss ich mit Arbeitslosengeld vorzeitig in Rente gehen?
Nein, eine solche Pflicht kennt das Arbeitslosengeld nicht, anders als das Grundsicherungsgeld. Nimmst du eine Altersrente, ruht das Arbeitslosengeld (§ 156 Abs. 1 Nr. 4 SGB III). Für die 45 Jahre zählt Arbeitslosengeld aus den letzten zwei Jahren vor der Rente nur, wenn es auf eine Insolvenz oder Geschäftsaufgabe deines Arbeitgebers zurückgeht (§ 51 Abs. 3a SGB VI). Wie viel dir zusteht, zeigt der ALG-I-Rechner.
Gibt es den Abschlag auch bei der Erwerbsminderungsrente?
Ja, 0,3 % für jeden Monat vor dem 65. Geburtstag, höchstens aber 10,8 %, weil bei einem früheren Beginn mit dem 62. Geburtstag gerechnet wird (§ 77 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 und Satz 2 SGB VI). Mit 40 Jahren Wartezeit tritt der 63. an die Stelle des 65. Geburtstags (§ 77 Abs. 4). Mehr dazu im Erwerbsminderungsrenten-Rechner.
Wie bin ich als Frührentner krankenversichert?
Pflichtversichert in der Krankenversicherung der Rentner bist du, wenn du in der zweiten Hälfte deines Erwerbslebens zu 90 % gesetzlich versichert warst, als Mitglied oder über die Familie (§ 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V). Für jedes Kind werden 3 Jahre angerechnet (§ 5 Abs. 2 Satz 3). Sonst bist du freiwillig versichert und zahlst Beiträge auch auf weitere Einkünfte. Beides rechnet der KVdR-Rechner.
Lohnt die Ausgleichszahlung, wenn ich vielleicht doch 45 Jahre erreiche?
Sobald du eine Altersrente ohne Abschlag beziehen könntest, sind weitere Ausgleichszahlungen nicht mehr zulässig (§ 187a Abs. 1 Satz 3 SGB VI). Was du bis dahin gezahlt hast, bekommst du nicht zurück, es wird aber in Entgeltpunkte umgerechnet und erhöht deine Rente (§ 76a Abs. 1). Kläre die 45 Jahre deshalb vorher mit einer Rentenauskunft. Die Rentenversicherung schickt sie ab 55 alle drei Jahre von selbst, bei berechtigtem Interesse auch früher (§ 109 Abs. 1 SGB VI).

Quellen

  1. § 77 SGB VI: Zugangsfaktor: 0,003 je Monat früher, 0,005 je Monat später gesetze-im-internet.de
  2. § 187a SGB VI: Ausgleichszahlung bei vorzeitiger Altersrente gesetze-im-internet.de
  3. § 109 SGB VI: Renteninformation und Rentenauskunft, Abs. 5 Satz 4 Auskunft zur Ausgleichszahlung gesetze-im-internet.de
  4. Umrechnungsfaktoren 2026: Bekanntmachung vom 05.12.2025, Preis je Entgeltpunkt gesetze-im-internet.de
  5. DRV-Formular V0210: Antrag auf Auskunft zum Ausgleichsbetrag deutsche-rentenversicherung.de
  6. §§ 36 bis 38 SGB VI: Altersrenten für langjährig Versicherte, schwerbehinderte Menschen, nach 45 Jahren gesetze-im-internet.de
  7. §§ 236 bis 236b SGB VI: Altersgrenzen für Jahrgänge vor 1964 gesetze-im-internet.de
  8. § 51 SGB VI: Was auf 35 und 45 Jahre angerechnet wird gesetze-im-internet.de
  9. § 34 und § 42 SGB VI: Kein Wechsel nach Bewilligung, Teilrente ab 10 % gesetze-im-internet.de
  10. § 66 SGB VI: Beiträge neben der Rente (Abs. 3a) gesetze-im-internet.de
  11. § 10 EStG: Altersvorsorgeaufwendungen, Höchstbetrag (Abs. 3) gesetze-im-internet.de
  12. § 3 EStG: Nr. 28: Zahlung des Arbeitgebers zur Hälfte steuerfrei gesetze-im-internet.de
  13. § 12a SGB II: Frührente beim Grundsicherungsgeld gesetze-im-internet.de
  14. Unbilligkeitsverordnung: Wann das Jobcenter keine Frührente verlangen darf gesetze-im-internet.de

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